Index-Zertifikat – ein Zertifikat, ein Markt

Der Kauf eines Index-Zertifikats bietet sich an, wenn…

… Sie von einem Aktienmarkt steigende Kurse erwarten, sich aber nicht ausführlich mit Einzelaktien befassen möchten.

Index-Zertifikate spiegeln die Wertentwicklung eines Index wider. Sie bieten daher eine gute Möglichkeit, auf die Gesamtentwicklung eines bestimmten Aktienmarktes zu setzen. Aufgrund ihrer bestechend einfachen Funktionsweise gehören Index-Zertifikate schon seit langem zu den beliebtesten Zertifikatetypen. Sie bilden die Wertentwicklung eines Index eins zu eins ab. In einem Aktienindex befindet sich eine bestimmte Gruppe von Aktien. Der Index stellt die gemeinsame Kursentwicklung der enthaltenen Aktien dar. Bekannte Indizes sind etwa DAX und STOXX. Mit einem Investment in ein Index-Zertifikat streuen Anleger also ihr Risiko breit über eine Vielzahl von Einzelwerten.

Wenn Sie steigende Kurse erwarten, aber sich nicht ausführlich mit Einzelaktien befassen möchten, sind Index-Zertifikate also genau das Richtige. Denn mit ihnen kann man einfach und kostengünstig in einen kompletten Aktienmarkt investieren, ohne die Einzelwerte kaufen zu müssen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie durch Index-Zertifikate an den Märkten anderer Börsenplätze handeln können, die in der Regel für den deutschen Investor schwer zugänglich sind. Zudem können Sie über Index-Zertifikate in interessante Wirtschaftsbereiche investieren, wie etwa in Erneuerbare Energien. Dies ist so möglich, weil von den Banken und Börsen immer wieder neue Branchenindizes aufgelegt werden.

Details
Bei Index-Zertifikaten handelt es sich meist um Produkte auf bekannte Aktienindizes. Sie können damit einfach und kostengünstig in einen kompletten Aktienmarkt investieren, ohne die Einzelwerte kaufen zu müssen. Außerdem erleichtern Index-Zertifikate den Zugang zu exotischen Aktienmärkten, an denen Sie in der Regel gar nicht über Ihre Hausbank oder über Ihren Broker handeln können.

Große internationale Aktienindizes notieren oft bei mehreren Tausend Punkten. Damit Sie zum Kauf eines einzigen Zertifikats nicht Tausende von Euro aufwenden müssen, sind die meisten Index-Zertifikate mit einem Bezugsverhältnis ausgestattet. Ein Zertifikat mit einem Bezugsverhältnis von 0,1 bildet beispielsweise ein Zehntel des Index ab, so dass eine Anlage in Index-Zertifikate auch mit kleineren Beträgen möglich ist.

Möchten Sie in Zertifikate auf ausländische Indizes investieren, so ist zu beachten, dass diese Indizes oftmals in einer Fremdwährung notieren. Ist das Index-Zertifikat nicht währungsgesichert (Quanto-Zertifikat), so tragen Sie zusätzlich ein Währungsrisiko, da der Gegenwert der Fremdwährung in Euro Wechselkursschwankungen unterliegt.

Sie sollten außerdem darauf achten, ob sich ein Index-Zertifikat auf einen Kursindex oder einen Performanceindex bezieht. Bei einem Performanceindex fließen sämtliche Dividenden und Erlöse aus Bezugsrechten in den Indexstand mit ein. Kursindizes dagegen vollziehen strikt die Kursentwicklung der enthaltenen Aktien und damit auch Dividendenabschläge nach.

Funktionsweise an einem Beispiel




Index-Zertifikate auf den DAX haben meist ein Bezugsverhältnis von 0,01. Notiert der DAX beispielsweise bei 6.500 Punkten, so kostet ein solches Index-Zertifikat
(6.500 x 0,01) = 65,00 Euro.

Steigt der DAX auf 7.000 Punkte, so erhöht sich der Wert des Index-Zertifikats entsprechend auf 70,00 Euro. Ebenso partizipieren Sie natürlich eins zu eins an Verlusten des Index. Fällt der DAX auf 6.200 Punkte, so verringert sich der Wert des Zertifikats auf 62,00 Euro. Nicht währungsgesicherte Zertifikate auf den japanischen Nikkei 225 Index sind häufig mit einem Bezugsverhältnis von 0,1 ausgestattet. Nehmen wir an, der Index notiert bei 17.000 Punkten und der Wechselkurs zwischen Euro und Yen steht bei 160,00. In diesem Fall berechnet sich der Wert des Zertifikats wie folgt:

(17.000 x 0,1 / 160) = 10,63 Euro

Würde der Wechselkurs zum japanischen Yen von 160,00 auf 170,00 steigen, so würde sich der Kurs des Zertifikats in Euro wie folgt verändern:

(17.000 x 0,1 / 170) = 10,00 Euro

Sie würden als Anleger also einen Verlust von 0,63 Euro oder 5,9% erleiden, obwohl sich der Stand des Nikkei nicht verändert hat. Natürlich kann sich eine Veränderung des Wechselkurses auch zu Ihren Gunsten auswirken. In jedem Fall sollten Sie sich aber des zusätzlichen Risikos bewusst sein.

Risiko
Das Risiko einer Kapitalanlage in Index-Zertifikate ist in etwa mit dem Risiko von direkten Aktieninvestments vergleichbar. Index-Zertifikate eignen sich daher für risikobewusste Anleger, die steigende Kurse erwarten.

Jede Geldanlage in Wertpapiere ist mit Risiken behaftet. Für Index-Zertifikate gelten insbesondere folgende spezielle Risiken:
  • Begrenzte Laufzeit: Die Laufzeit einiger Index-Zertifikate ist befristet. Die Produkte können während der Laufzeit an Wert verlieren. Theoretisch ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich, wenn der Wert des Index auf null fällt.
  • Keine Ausschüttungen: Index-Zertifikate verbriefen im Regelfall keinerlei Ansprüche auf Ausschüttungen wie Zins- oder Dividendenzahlungen, welche anfallende Kursverluste abmildern könnten.
  • Basiswerte in Fremdwährung: Notiert der zugrunde liegende Index an seiner Heimatbörse in einer anderen Währung als dem Euro, trägt der Anleger mit nicht währungsgesicherten Produkten zusätzlich ein Währungsrisiko, da sich der Wert des Produktes unmittelbar aus dem Kurs des Basiswertes ableitet.
  • Bei nahezu allen strukturierten Produkten handelt es sich rechtlich um Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Bei Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenz des Emittenten ist das investierte Kapital nicht geschützt. Der Anleger trägt daher ein Bonitätsrisiko.

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