Montag, 25. Februar 2013
Italien gibt im DAX die Richtung vor

Die Entwicklung der Aktienmärkte wird zu Beginn der laufenden Börsenwoche zum großen Teil von der Wahl in Italien beeinflusst, wo heute um 15 Uhr die Wahllokale schließen. „Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet, da die Fortsetzung der Reformpolitik der Übergangsregierung Monti als wesentlicher Baustein für die Sanierung von Etat und Wirtschaft des drittgrößten Euro-Landes gesehen wird“, sagte Investmentanalyst Thomas Hollenbach von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) laut eines Berichts der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dem Ausgang der Wahl in dem von hohen Staatsschulden und einer anhaltenden Rezession belasteten Land wird von Beobachtern eine Schlüsselrolle für den künftigen Weg aus der europäischen Staatsschuldenkrise beigemessen. Die Nachrichtenagentur Reuters sprach dabei sogar von einer der „wichtigsten Parlamentswahlen seit 1945“.

Der Wahlausgang gilt als sehr ungewiss, es wird mit einer schwierigen Regierungsbildung gerechnet. Eine der letzten großen Wahlumfragen, die aber schon rund zwei Wochen zurück liegt, sah die sozialdemokratisch orientierte Demokratische Partei (PD) mit Spitzenkandidat Pier Luigi Bersani vorne. Der im europäischen Ausland für seinen konsequenten Konsolidierungskurs so hoch geschätzte amtierende Ministerpräsident und Ex-EU-Kommissar Mario Monti dürfte laut den letzten Umfragen hingegen eher schwach abschneiden. Weil Bersani im Vorfeld der Parlamentswahlen eine Fortsetzung der Politik von Monti, allerdings mit stärkerer sozialer Abfederung, angekündigt hatte, könnten Monti und die Zentrums-Partei möglicherweise Juniorpartner in einer breiten Koalition mit Bersani werden. Das Schreckgespenst der Finanzmärkte (und der anderen Euro-Zonen-olitiker) lautet Silvio Berlusconi. Ihm werden allerdings nur wenige Chancen eingeräumt.

Laut eines Berichts von ZEIT Online sollen erste Hochrechnungen und Ergebnisse unmittelbar nach Schließung der Wahllokale über die Ticker laufen. Die mit Hochspannung erwartete Wahl hatte am Sonntag mit einer stark gesunkenen Beteiligung der Wähler begonnen. Bis 22 Uhr gaben nur 55,18% der etwa 50 Mio. Wahlberechtigten ihre Stimmen für das Abgeordnetenhaus ab, meldete die Tageszeitung La Repubblica.


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