Freitag, 11. Januar 2013
Ungleichgewicht zwischen stabilen Euro-Ländern und Krisen-Staaten verringert sich

Die Euro-Krise schwächt sich nach Ansicht der Europäischen Zentralbank ab. EZB-Präsident Mario Draghi sieht Licht am Ende des Tunnels. Die Ungleichgewichte innerhalb der Währungsunion, also zwischen den relativ stabilen Ländern im Norden und den südlichen Krisen-Staaten, hätten sich verringert. Von einer Trendwende wollte Draghi am gestrigen Donnerstag allerdings noch nicht sprechen. Es sprächen aber mehrere Daten dafür, dass das Misstrauen an den Finanzmärkten sinke.

Anzeichen für eine Erholung seien beispielsweise, dass die Salden im EZB-internen Verrechnungssystem Target 2 zurückgegangen seien und die Bilanz der Zentralbank kleiner geworden sei, so der EZB-Chef. Beides spricht dafür, dass Banken in den Krisen-Ländern wieder leichter an Kredite kommen und weniger abhängig vom Geld der EZB sind.

Im gleichen Atemzug mahnte Draghi aber, dass die Erfolge kein Grund seien, vom Kurs abzukommen. Die Wirtschaft der Euro-Zone habe noch einen langen Weg vor sich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die Rezession werde auch Anfang dieses Jahres weitergehen. Erst im Jahresverlauf sei mit einer allmählichen Erholung der Wirtschaft zu rechnen.

Der Zentralbankrat hat sich gestern in Frankfurt am Main trotz der Rezession in der Euro-Zone einstimmig gegen eine weitere Zinssenkung ausgesprochen. Somit bleibt der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken Geld von der EZB leihen, auf dem Rekordtief von 0,75%.


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