Dienstag, 27. November 2012
„Sandy“ wird für Rückversicherer deutlich teurer als erwartet

Hurrikan „Sandy“ dürfte in der Versicherungsbranche nach Einschätzung des Rückversicherers Swiss Re die bislang schlimmsten Erwartungen erfüllen. Auf 20 bis 25 Mrd. Dollar schätzen die Schweizer nach einer Meldung der dpa die versicherten Schäden, die der Wirbelsturm vor allem an der Ostküste der USA angerichtet hat. Damit wäre „Sandy“ für die Versicherungsbranche der zweitteuerste Wirbelsturm aller Zeiten nach Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 - wenn auch mit großem Abstand. „Katrina“ hatte allein die Versicherer mehr als 62 Mrd. Dollar gekostet.

Was den letzten Wirbelstrum betrifft, so hat der weltweit zweitgrößte Rückversicherer aus der Schweiz nun Schäden in Höhe von voraussichtlich rund 900 Mio. Dollar (771 Mio. Euro) zu schultern, wie er am Montag in Zürich mitteilte. Auch Weltmarktführer Munich Re und der Branchendritte Hannover Rück erwarten hohe Schäden. Ihre Gewinnerwartungen für 2012 sehen beide Konzerne jedoch weiter nicht in Gefahr, wie die Sprecher der Unternehmen nun bekräftigten. Munich Re-Finanzchef Jörg Schneider hatte vor knapp drei Wochen lediglich eine Belastung im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich angekündigt. Diese Aussage gelte weiter, sagte ein Sprecher. Der kleinere Konkurrent Hannover Rück wagt weiterhin keine Prognose, hat aber noch viel Luft in seinem veranschlagten Großschadenbudget. Für die Aktien der Swiss Re ging es gestern bis zum Nachmittag um 1,35% auf 65,80 Franken nach unten. Auch die Papiere der deutschen Mitbewerber zog es zunächst abwärts, wobei sich die Munich Re-Aktie zuletzt wieder ins Plus rettete. 

„Sandy“ hatte Ende Oktober über der Karibik und den Bahamas getobt und anschließend schwere Zerstörungen an der Ostküste der USA angerichtet. Stark betroffen war auch die Metropole New York. Rund drei Wochen nach dem Hurrikan hatten tausende Menschen an der US-Ostküste keinen Strom und das Benzin wurde rationiert. Allein in den USA hat der „Monstersturm“ mehr als 100 Menschen in den Tod gerissen, etwa die Hälfte von ihnen in New York.


Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2017 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH