Dienstag, 20. November 2012
Jetzt ist Frankreich an der Reihe

Frankreich hat nun auch bei der nächsten Top-Ratingagentur seinen Status als erstklassiger Schuldner verloren. Moody’s hat Deutschlands Nachbarland das Spitzenrating „AAA“ entzogen. Die Ratingagentur senkte gestern kurz vor Mitternacht die Bewertung der Bonität um eine Stufe auf „Aa1“. Als Grund nannte Moody’s die ungewisse Haushaltslage als Folge der sich verschlechternden konjunkturellen Aussichten. Der Ausblick bleibe negativ wegen struktureller Herausforderungen und einem anhaltenden Verlust der Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Zudem sei es immer weniger berechenbar, wie Frankreich künftige Schocks in der Euro-Zone verkrafte. Standard & Poor’s hatte Frankreich bereits im Januar das Spitzenrating aberkannt.

An der Börse wirkte sich die Rating-Herabstufung kaum aus. Der DAX drehte im frühen Geschäft ins Plus und gewann 0,2% auf 7.136 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 steht unverändert bei 2.495 Zählern. Nachdem französische Staatsanleihen im frühen Handel leicht unter Druck gerieten, rentierten Papiere mit zehn Jahren Laufzeit kurze Zeit später mit rund 2% leicht höher, ein Euro kostete rund 1,28 Dollar. „Die Nicht-Reaktion ist durchaus rational, denn in der Euro-Zone spielen Ratings nur noch eine begrenzte Rolle“, kommentierte Lutz Karpowitz, Devisenfachmann der Commerzbank. Die Abstufung Frankreichs habe die Stimmung dennoch eingetrübt, stellt Mitul Kotecha von der Crédit Agricole fest. Eingetrübt hätten sich zuletzt auch die Hoffnungen, dass die Finanzminister der Euro-Zone am Abend weitere Hilfen für Griechenland beschließen würden.


Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2017 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH