Montag, 19. November 2012
DAX sackt zum ersten Mal seit Anfang September unter 7.000-Punkte-Marke

Die Zick-Zack-Bewegung des deutschen Börsenbarometers fand vergangene Woche ein Ende. Aus der Sicht der meisten Anleger wohl aber in die falsche Richtung, nämlich nach unten. Der DAX verlor knapp 3%, verließ die enge Handelsspanne, in der er seit Wochen pendelte und sackte zum ersten Mal seit Anfang September unter die Marke von 7.000 Punkten.

Größte Belastungsfaktoren der Märkte waren Konjunktursorgen in Europa und die Angst vor der „Fiskalklippe“ in den USA. Die Amerikaner fürchten „über die fiskalische Klippe“ zu gehen, wenn es bis zum Jahresende nicht zu einer politischen Einigung kommt, wie man den Staatshaushalt in den Griff bekommt. Unter dem Begriff „fiskalische Klippe“ versteht man einen Automatismus aus höheren Abgaben und Steuererhöhungen, der zum Jahreswechsel greift, wenn sich das Land nicht auf Sparmaßnahmen einigen kann. Genauer gesagt  geht es dabei um eine Mischung von Steuersenkungen, steuerlichen Erleichterungen und erhöhten Ausgaben, die zum Jahresbeginn 2013 entfallen. Zudem wird im ersten Quartal 2013 eine Entscheidung über die Erhöhung der Schuldenobergrenze von derzeit 16,39 Bio. Dollar erforderlich.

Wenn die Vereinigten Staaten tatsächlich über das „fiscal cliff“ gehen würden, wie die Amerikaner sagen, und es bis Jahresende zu keinem politischen Kompromiss kommt, dann könnten die USA erneut in eine Rezession rutschen. Sollte die Regierung wirklich so massiv sparen müssen, würde die US-Konjunktur mit Sicherheit einbrechen. Doch dieses Szenario wird von vielen Marktexperten trotz des Gezerres und der Uneinigkeit der Verantwortlichen als relativ unwahrscheinlich angesehen, denn schließlich würden dabei weder die US-Regierung noch der Kongress gewinnen. Trotzdem sorgt der laute politische Streit um eine Lösung – soll mehr auf Ausgabenkürzungen oder mehr auf Steuererhöhungen gesetzt werden – offenbar für deutliche Verunsicherung auf dem Börsenparkett. Dabei gibt es diese Diskussionen um die Erhöhung der Schuldenobergrenze nicht zum ersten Mal, zuletzt ziemlich genau vor einem Jahr. Und wie jedes Mal in der Vergangenheit kam es auch damals im letzten Moment zu einer Einigung. So wird es wohl auch diesmal kommen.


Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2017 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH