Donnerstag, 11. Oktober 2012
Fusion von EADS und BAE kommt nicht zustande

Die geplante Fusion des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS und des britischen Rüstungsherstellers BAE ist geplatzt. Nach Aussagen der beiden Unternehmen verhinderten verschiedene Intentionen der beteiligten Länder Frankreich, Deutschland und Großbritannien die Zusammenlegung. Die unterschiedlichen Interessen der jeweiligen Regierungen so in Einklang zu bringen, um den von den Unternehmen gewollten Zusammenschluss zwischen EADS und BAE vollziehen zu können, sei nach Meinung des Raumfahrtkonzerns nicht möglich gewesen. 

Über die nicht zustande kommende Fusion zeigen sich beide Konzerne sehr betrübt. „Wir sind natürlich enttäuscht, dass es nicht möglich war, ein annehmbares Abkommen mit unseren verschiedenen Regierungen zu erreichen“, sagte BAE-Chef Ian King. EADS-Chef Tom Enders ist ebenfalls über den gescheiterten Zusammenschluss enttäuscht, er signalisierte aber Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit BAE: „Ich bin mir sicher, dass es andere Herausforderungen gibt, die wir in Zukunft gemeinsam angehen können.“

Ein EADS-Unternehmenssprecher teilte der Nachrichtenagentur dapd indes mit, dass vor allem Deutschland Schuld an der gescheiterten Fusion trage: „Es war in erster Linie die deutsche Regierung, die das hat scheitern lassen“, heißt es in einer dapd-Meldung. „Ich habe diese Meinung zur Kenntnis genommen, teile sie aber nicht“, wies die Bundesregierung die Vorwürfe durch Verteidigungsminister Thomas De Maizière (CDU) am Mittwoch in Brüssel zurück. Es handele sich um „eine unternehmerische Entscheidung“, zu der es viele Gespräche gegeben habe und die für ihn „nicht total überraschend“ gekommen sei, sagte De Maizière.


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