Dienstag, 09. Oktober 2012
Gesenkte Wachstumsprognose des IWF belastet deutschen Aktienmarkt

Beim Internationalen Währungsfonds (IWF) wächst trotz der Bemühungen der Europäer bei der Euro-Krisenbekämpfung die Furcht vor erneuten Wachstumseinbrüchen. Der Fonds nahm in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick, der heute anlässlich der Jahreskonferenz des IWF in Tokio veröffentlicht wurde, seine Wachstumsprognosen auf breiter Front zum Teil deutlich zurück. „Für die fortgeschrittenen Länder ist das Wachstum nun zu niedrig, als dass es eine spürbare Wirkung auf die Arbeitslosigkeit haben könnte“, schrieb der Ökonom Olivier Blanchard. Generell hätten sich die Abwärtsrisiken noch einmal verstärkt und seien erheblich. Die Rede ist von einer Wahrscheinlichkeit von eins zu sechs, dass das globale Wachstum unter 2% liege und die Industrieländer als Ganzes betrachtet in eine Rezession stürzen könnte.

Die neue Prognose des Fonds basiert laut Meldung der Nachrichtenagentur Reuters auf zwei wichtigen Annahmen. Erstens, dass die Europäer ihr neues Kriseninstrumentarium, unterstützt von der Europäischen Zentralbank (EZB), schnell umsetzen und wirkungsvoll nutzen. Und zweitens, dass die USA es vermeiden, durch automatische Steuererhöhungen und massive Ausgabenkürzungen als Folge des Erreichens einer Verschuldungsgrenze zum Jahreswechsel über eine „Finanzklippe“ zu stürzen. Sollte beides nicht gelingen, müsste die Prognose erneut angefasst werden. Als die offensichtlich größte Bedrohung der Weltwirtschaft stuft der IWF die Euro-Staatsschuldenkrise ein. Positiv bewertet der IWF die Ankündigung von Zentralbanken, Anleihen zu kaufen und die Zinsen niedrig zu halten. Das globale Finanzsystem bleibe dennoch anfällig.

Die trüben Aussichten, die der IWF für das weltweite Wirtschaftswachstum stellt, belasten den deutschen Aktienmarkt. Nachdem der DAX heute mit moderaten Gewinnen von 0,2% in den Handel gestartet war, drehte der deutsche Leitindex im weiteren Handelsverlauf ins Minus. Doch die Verluste halten sich - nach dem sehr schwachen Wochenauftakt gestern - heute im Rahmen. Aktuell notiert der DAX 0,6% tiefer bei 7.249 Punkten. Der Index für mittelgroße Werte (MDAX) verliert ebenfalls 0,7% auf 11.173 Punkte und der TecDAX geht um 0,9% auf 818 Punkte zurück.


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