Donnerstag, 20. September 2012
Obama-Herausforderer Mitt Romney verscherzt es sich bei US-Bürgern

Am 6. November findet die 57. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten statt. Momentan liefern sich Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney einen erbitterten Kampf um die Gunst der Wähler. Romney scheint dabei ein wenig über das Ziel hinausgeschossen zu sein, als er im Mai während einer exklusiven Wahlkampfveranstaltung über die Anhänger von Obama lästerte: „Es sind 47%, die zu ihm [Obama] halten, die abhängig sind von der Regierung, die sich als Opfer sehen und die glauben, dass die Regierung sich um sie kümmern muss“. Damals war seine Rede bei einer Spendengala heimlich mitgeschnitten und erst jetzt, pünktlich zur heißen Phase des Wahlkampfes, veröffentlicht worden.

Mit seinen abschätzigen Äußerungen über ärmere Amerikaner verscherzte es sich Romney bei vielen US-Bürgern. Am Mittwoch veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters und das Meinungsforschungsinstitut Ipsos eine Umfrage, wonach 43% der Befragten Romney nun als weniger vorteilhaft sehen als zuvor. 60% der Teilnehmer empfinden die Aussagen als unfaire Herabsetzung.

Romneys Fauxpas kommt für Obama und seinen Wahlkampf natürlich wie gerufen. Der Amtsinhaber schießt gegen seinen Konkurrenten zurück und bezeichnete es als Fehler, einen großen Teil der Bevölkerung abzuschreiben. „Als Präsident repräsentiert man das gesamte Land. Wenn man Präsident sein will, muss man für jeden arbeiten“, sagte Obama bei David Letterman in dessen Late Show.

Romney bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung. Obama kann aktuell seinen Vorsprung gegenüber dem konservativen Herausforderer ausbauen. Jedoch erklärte Julia Clark, Forscherin des Instituts Ipsos, dass das Video kein wahlentscheidendes Problem für Romney sei: „Solche Dinge haben einen Einfluss auf das Image des Kandidaten, aber es ist nicht entscheidend dafür, für wen die Leute am Wahltag tatsächlich stimmen.“


Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2017 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH