Freitag, 07. September 2012
EZB öffnet die Anleihe-Schleusen
Heute können wir in jeder Zeitung schwarz auf weiß lesen, worauf die Finanzwelt seit Tagen unter Hochspannung gewartet hat: Die Europäische Zentralbank werde eine weitere Runde von Anleihekäufen tätigen und damit den kriselnden Euro-Staaten auch weiterhin unter die Arme greifen, verkündete EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag auf der Pressekonferenz nach der Ratssitzung. Der Frankfurter Notenbankchef kündigte ein Kaufprogramm an, das dem Volumen nach unbegrenzt sei. Ein wesentlicher Unterschied zu den ersten Anleihekäufen der EZB seit dem Frühjahr 2010. Die Wirksamkeit der bisherigen EZB-Geldpolitik sei wegen des Misstrauens in den Euro gestört, Risikoaufschläge für Staatsanleihen krisengeschwächter Staaten verhinderten, dass monetäre Impulse der Notenbank in allen Euro-Ländern gleichermaßen ankämen, rechtfertigt Draghi die neuen Anleihekäufe. Auch bei den Fonds könnten die Krisen-Länder Vollprogramme oder Kreditlinien beantragen. Die Rettungshilfen seien mit Auflagen verbunden, an die sich die Länder halten müssten – sei dies nicht der Fall, werde das EZB-Programm gestoppt, betonte Draghi. An der Börse sorgte die Öffnung der Anleihe-Schleusen für pure Begeisterung. Der DAX legte ein regelrechtes Kursfeuerwerk hin. Aktuell notiert der deutsche Leitindex bei 7.224 Zählern und ist somit auf den höchsten Stand seit Anfang August 2011 geklettert.

Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2017 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH