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Ausgabe vom 29. Juni 2017



  • Bewegungen am Rohstoffmarkt – Wohin laufen Öl, Gold und Co.?

  • Pressespiegel: Rohstoffe im Bann der Politik?


Bewegungen am Rohstoffmarkt – Wohin laufen Öl, Gold und Co.?



von Martina Bisdorf
 (Chefredakteurin BÖRSEN-SPIEGELdaily)

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow



Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es sind Zeiten, in denen sich die Autofahrer freuen. Seit dem 23. Mai dieses Jahres verlor der Ölpreis fast 20% an Wert und nähert sich der 40-Dollar-Marke. Das wirkt sich aus – die Spritpreise fallen. Förderländer wie Russland oder Saudi-Arabien hatten sich das freilich anders vorgestellt – seit November 2016 produzieren sie weniger Öl.

Die Zielvorgaben bei den Kürzungen wurden jüngst sogar um neun Monate verlängert. Ein Grund dafür liegt in den USA: 9,3 Mio. Barrel Rohöl sollen dieses Jahr in Übersee täglich gefördert werden. 2016 waren es noch 8,9 Mio. Und in 2018 rechnet die Energy Information Administration mit 10 Mio. Barrel am Tag – ein neuer US-Rekord. Das steigende Angebot trifft derzeit auf eine eher unbefriedigende Nachfrage.

Anhaltende Niedrigzinsphase wirkt auf das Anlegerverhalten bei Rohstoffen

Die Prognose der langen Niedrigzinsphase, die wir hier in der Redaktion seit Jahren vertreten und die nun gewissermaßen zum Konsens geworden ist, wird sich weiter erfüllen. Auch die jüngsten Zinserhöhungen durch die US-Notenbank ändern nichts daran. Denn einen echten Zinserhöhungszyklus kann laut Experten auch die US-Wirtschaft nicht vertragen. Es ist daher davon auszugehen, dass die kurzfristigen Zinsen in den alten Industrieländern über Jahre niedriger ausfallen werden als die Inflation. Davon dürften Sachwerte und vor allem auch wieder das Gold in den kommenden Jahren profitieren.

Die rasante Entwicklung auf dem Elektroauto-Markt, die wir an dieser Stelle bereits ausführlich beschrieben haben, treibt die Preise von Metallen nach oben, die in Lithium-Ionen-Batterien verbaut werden. Ein Bestandteil von Lithium-Ionen-Batterien ist Zinn, ein oft wenig beachteter Industrierohstoff. Noch junge, aber aufstrebende Märkte für das form- und dehnbare Metall sind neben der Elektromobilität auch Windenergie und Energiespeicher.

Wie stark wirken nun die geo- und geldpolitischen Gegebenheiten auf die Rohstoffmärkte? Welchen Einfluss hat die enorme Entwicklung der weltweiten Industrie in Richtung Digitalisierung und Elektronik? Diesen Fragen sind die Experten aus renommierten Börsen- und Finanzfachpublikationen nachgegangen.




Pressespiegel: Rohstoffe im Bann der Politik?


Das meinen die Experten:

Zürcher Trend
Vom 27. Juni 2017


Neue Denkvariante am Ölmarkt
„Bleibt es bei den chinesischen Zielen bezüglich des Elektroautos für den chinesischen Markt, so errechnet sich von da ausgehend eine neue Aufteilung an den Pkw-Märkten der Welt, die auf eine Relation 3:1 hinausläuft. Also 66% Verbrennungsmotoren und 33% Elektroantrieb. Auf dieser Grundlage gehen simulierte Kalkulationen davon aus, dass der Bedarf an Benzin um 15 bis 20% abnehmen wird, zusätzlich zu den sich weiter reduzierenden Verbrauchswerten für Verbrennungsmotoren. Gilt dies als grobe Richtlinie, so reduziert sich der gesamte Ölverbrauch als Rohstoff in 10 Jahren um 10%. Eine solche Mengenreduzierung lässt sich mit den aktuellen Ölpreisen nicht in Einklang bringen. Nur mit einer ebenfalls deutlich reduzierten Ölförderung lässt sich dies theoretisch erreichen, aber dann geraten die Ölförderländer in die bekannte Finanzklemme. Es entsteht also eine Kettenreaktion.“


Focus Money
Vom 22. Juni 2017

Gold einzige echte Alternative zum Geld

„Der größte Nachteil des Goldes ist seine Unrentierlichkeit. Über ganz lange Zeiträume war Gold stets die schlechtere Anlage gegenüber Aktien und festverzinslichen Anlagen, weil der Zinseszinseffekt, also die Wiederanlage der Erträge, fehlte. Das fällt wegen der Zinslosigkeit weg. Für denjenigen, der sein Vermögen real nicht immer weiter schrumpfen sehen möchte, bleiben unter den liquiden Anlagen nur Aktien und Edelmetalle. Doch während sich viele Aktienmärkte auf Rekordniveau befinden, hat das Gold erheblichen Nachholbedarf. Nach der ersten Euphorie, die bis Herbst 2011 anhielt, hat Gold jetzt deutlich und lange korrigiert und ist 30% unter seinem Allzeithoch zu haben. Anleger sollten nicht vergessen, dass Gold als Wertaufbewahrungsmittel die einzige echte Alternative zum Geld ist. Doch während Letzteres durch die Anleihenkäufe der Notenbank im hohen Maß vermehrt wird, ist die Minenproduktion nur minimal gestiegen. Das muss über kurz oder lang zu einer Abwertung des Papiergelds gegenüber dem gelben Metall führen.“


WirtschaftsWoche
Vom 23. Juni 2017


Zinn: Lager leer, Preis hoch
„Lithium-Ionen-Batterien benötigen auch Zinn. Zinn wird vor allem zum Löten in der Elektroindustrie verbraucht. Hier steigt die Nachfrage, weil Blei als Zusatz von Lötzinn verbannt wurde. Eingesetzt wird das Metall zudem für die Herstellung von Weißblech als Lebensmittelverpackung. In acht der vergangenen zehn Jahre wurde auf der Welt weniger Zinn gewonnen als verbraucht. Entsprechend sind die Lagerbestände gesunken.“


Mit diesen Einblicken in und Aussichten für die Rohstoffmärkte wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.


Herzliche Grüße

Ihre
Martina Bisdorf
(Chefredakteurin BÖRSEN-SPIEGELdaily)


PS: Die EU-Kommission hat eine Rekordstrafe von 2,42 Mrd. Euro gegen Google verhängt. Demnach habe die Alphabet-Tochter ihre marktbeherrschende Stellung als Suchmaschinenbetreiber missbraucht, weil sie ihre eigenen Online-Shopping-Angebote als erste Suchergebnisse aufführte und damit die Konkurrenz benachteiligte. Wir halten Sie in unseren Börsenbriefen auf dem Laufenden und erteilen gegebenenfalls entsprechende Handlungsempfehlungen.





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