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Ausgabe vom 22. Juni 2017



  • Auf die Mischung kommt´s an

  • Pressespiegel: So wird die Automobilbranche aufgemischt


Auf die Mischung kommt´s an
 





von Martina Bisdorf
 (Chefredakteurin BÖRSEN-SPIEGELdaily)

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow



Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie bereits gestern erwähnt, haben sich die einschlägigen Finanz- und Wirtschaftsmedien diese Woche sehr intensiv mit dem eingeläuteten Wandel in der Autobranche hin zu E-Mobility, Industrie 4.0 und Green Production beschäftigt.

Ergänzend zu den gestrigen Ausführungen habe ich heute drei Artikel aus renommierten Börsendiensten für Sie zusammengestellt, die den unumkehrbaren Umbruch der Automobil-Szene sehr gut widerspiegeln. Denn es geht nicht nur um neue Antriebs-Varianten, sondern ganz gezielt auch darum, dass das Fahren als solches in absehbarer Zeit ein völlig anderes Image bekommen wird. Es zeichnet sich deutlich ab, dass es bald nicht mehr um Fahrgefühl oder Sportlichkeit geht, sondern um die möglichst schonende, bequeme und kostengünstige Gelegenheit, sicher von A nach B zu kommen.

Die Mischung macht´s

Spricht man insbesondere mit jungen Leuten, die nun einmal die Zielgruppe von morgen repräsentieren, so lässt sich diese Tendenz ganz klar erkennen. Für das junge Bildungsbürgertum steht nicht mehr das Fahrzeug als Statussymbol im Vordergrund, sondern die Effektivität und das Kosten-Nutzen-Verhältnis, das ihnen ihr künftiges Vehikel zu bieten hat. Oder glauben Sie etwa, dass es für unsere Hoffnungsträger von morgen noch eine Bedeutung haben wird, ob sie einen Stern auf der Motorhaube haben oder nicht.

Anders sieht es auf lange Sicht in den Schwellenländern aus, wo das Markenbewusstsein sehr stark ausgeprägt ist. Dass der Markt dort noch riesiges Wachstumspotenzial hat, steht außer Frage. Also halten wir fest: Auf die Mischung kommt es an. Lesen Sie deshalb die unten stehenden Berichte und bilden Sie sich – wie immer – Ihre eigene Meinung.




Pressespiegel: So wird die Automobilbranche aufgemischt


Das meinen die Experten:


Der Aktionärsbrief:
Vom 21. Juni 2017


Siegeszug der Elektromobilität hat begonnen
„Das stärkste Argument, warum rein elektrobetriebenes Fahren in spätestens 10 bis 15 Jahren das gefragteste Verfahren der modernen Straßenfortbewegung schlechthin sein dürfte, ist neben dem Faktor Umwelt dessen Preis für die Nutzer. So erwartet z. B. das Department ,Zukunfts-Energie‘ von Bloomberg, dass über massivste Kosten- und Preissenkungen von Elektromobil-Komponenten (Batterien, Software, Karosserie etc.) wie auch den Stromkosten selbst, bereits schon in 2022 der Kauf- und Unterhaltungs-Preis serienreifer Elektro-Fahrzeuge erstmals identisch mit den Preisen vergleichbarer konventionell betriebener Fahrzeuge sein dürfte. Aktuelle Schätzungen von McKinsey sehen von 2017 - 2025 eine Absatz-Verfünffachung. Ab 2030 werden danach je nach Segment bereits 30 - 50% aller zugelassenen Fahrzeuge rein elektrobetrieben sein.“

Der Parseval:
Vom 21.Juni 2017


Es brodelt im Automarkt
„Die deutsche Autobranche ist bei den spannenden Zukunftsthemen Elektromobilität und autonomes Fahren nicht die Nummer 1. Das ist für die Strategen in Stuttgart, München und Wolfsburg eine neue und vor allem schmerzliche Erfahrung. Auch bei den mittelständisch geprägten Zulieferern geht die nackte Angst um. Viele Unternehmen haben noch keinen Plan für die Zeit, wenn der Auspuff, Vergaser oder die Einspritzpumpe nicht mehr gebraucht wird. Es brodelt hierzulande unter der Oberfläche. Die Automanager haben verstanden, dass die Branche sich neu erfinden muss. Und zwar sofort und nicht erst in 5 Jahren, wenn der Kuchen verteilt ist. Vergleichsweise weit ist hier der schwäbische Autobauer Daimler, der aktuell den ersten durchdachten Gegenangriff auf den Technologieführer Tesla reitet. Und der Export boomt wie noch nie. Dieser Befund schlägt sich selbstverständlich auch in den Geschäftszahlen der großen deutschen Autohersteller nieder: Daimler und BMW erwirtschafteten im vergangenen Jahr Rekordgewinne. Eine große Vergangenheit ist zweifelsohne eine tolle Sache. Bekanntlich interessieren sich Börsianer aber eher für die Zukunft eines Unternehmens. Die Autobranche steht in den kommenden Jahren vor fundamentalen Umwälzungen, ja vielleicht sogar vor einer veritablen Revolution. Der neue Elektro-Antrieb ist technisch schon längst den Kinderschuhen entwachsen. Es werden noch einige Jahre ins Land gehen, bis die Politik hier alle notwendigen Maßnahmen abgearbeitet hat, damit der Stromer ein Erfolgsmodell wird. Auch die gesetzlichen Grundlagen für den Selbstfahrer sind noch nicht geschaffen worden. Trotzdem muss die Branche schon jetzt die Weichenstellungen für die Zukunft vornehmen.“


Effecten-Spiegel
Vom 21.06.2017


E wie Euphorie
„Seit Tesla mit seinen Elektromobilen die E-Auto-Revolution ausgerufen hat, wird das Unternehmen von einer Euphoriewelle getragen. Käufer stehen Schlange, um in den Besitz eines Model S oder Model X zu gelangen. Allein die Ankündigung des für 2017 geplanten Model 3 sorgte innerhalb kürzester Zeit für über 275.000 Vorbestellungen, obwohl jeder Interessent allein dafür schon 1.000 Dollar Vorkasse leisten muss. Der Aktienkurs des Unternehmens boomt, und die Börse jubelt. Innerhalb von nur sechs Monaten konnte das Papier um 75% zulegen. Teslas Marktkapitalisierung steigt rasant und übertrifft inzwischen die von BMW. Noch im Dezember betrug der Abstand auf die Münchener 30(!)Mrd. Dollar. Treibende Kraft hinter dieser scheinbaren Erfolgsstory ist der Milliardär Elon Musk. Dass nicht alle Musks Visionen teilen, zeigen die jüngsten Warnungen der Großbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley. Es sei immer schwerer vorstellbar, dass Tesla der dominante Spieler im Markt für Elektroautos sei und dass das Unternehmen dabei auf lange Sicht eigenständig bleibe, meint Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas und warnt vor einer Überbewertung.“


Autobranche im Umbruch – neue Chancen für alle

Dass der Automarkt vor einer revolutionären Umwälzung steht bzw. sich schon mittendrin befindet, darüber sind sich die Experten einig. Wer davon in welcher Weise am meisten profitiert, das liegt an den Automobilherstellern selbst.

Wer clever und weitsichtig genug ist, um den Anschluss nicht zu verpassen, für den dürften alle Rennstrecken offen stehen. Dass es dabei auch den einen oder anderen kritischen Zwischenruf gibt, wie hier im Effecten-Spiegel im Bezug auf den US-Elektroauto-Pionier Tesla, das ist durchaus gesund und kann langfristig gesehen die Branche nur beflügeln.

Ich wünsche Ihnen allzeit gute Fahrt, insbesondere auch an der Börse.


Ihre
Martina Bisdorf
(Chefredakteurin BÖRSEN-SPIEGELdaily)


PS:Soeben berichtet das Handelsblatt unter dem Titel: Böses Erwachen im Autoparadies:
„Tausende Volkswagen-Mitarbeiter in der Slowakei streiken für höhere Löhne. Der linkspopulistische Premier unterstützt sie dabei. Doch der Arbeitskampf bringt den für die Autobauer so attraktiven Standort in Gefahr.“ Wir halten Sie auf dem Laufenden.





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