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Ausgabe vom 20. Juni 2017



  • Mächtige Verschiebungen im globalen Lebensmittelhandel –
    Gesundes Essen frei Haus


Mächtige Verschiebungen im globalen Lebensmittelhandel –
Gesundes Essen frei Haus





von Martina Bisdorf
 (Chefredakteurin BÖRSEN-SPIEGELdaily)

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow



Liebe Leserinnen, liebe Leser,

dieser Tage tut sich erstaunlich viel im Lebensmittelhandel. Das reicht von der Meldung, dass Lidl auf Eroberungstour in Übersee ist, bis hin zum Paukenschlag, den Amazon mit seiner Nachricht auslöste, in den Biolebensmittel-Handel einzusteigen. Und just heute wird über den bevorstehenden Börsengang des Essens-Lieferanten Delivery Hero berichtet. Laut dem Wirtschaftsmagazin Handelsblatt will die Rocket-Internet-Beteiligung knapp 1 Milliarde Euro mit ihrem IPO einsammeln. Es geht also um ordentliche Summen. Wenn´s ums Essen geht, greift der Mensch schließlich gern tief in die Tasche.

Es geht um viel Geld – Schließlich ist Essen existentiell

Mit 10 US-Filialen hat der Discounter Lidl seinen Angriff auf den Einzelhandelsmarkt in Nordamerika begonnen. Am vergangenen Donnerstag eröffneten die ersten Geschäfte mit dem blau-gelben Label in den Bundesstaaten Virginia sowie North und South Carolina an der US-Ostküste. Lidl aus der Schwarz-Gruppe will die Kunden auf dem umkämpften Markt vor allem mit günstigen und zugleich frischen Produkten überzeugen. Helfen soll auch eine exklusive Modekollektion von Supermodel Heidi Klum. Innerhalb eines Jahres sind 100 weitere Filialen entlang der Ostküste geplant.

Großer Run auf Lidl-USA

In der Stadt Virginia Beach stellten sich bereits am frühen Donnerstagmorgen letzter Woche um 4.00 Uhr Ortszeit die ersten Kunden an. Die ersten 100 Käufer erhielten zur Eröffnung Gutscheine. Dabei hatte Lidl seinen Markteintritt seit zwei Jahren akribisch vorbereitet. Konkurrent Aldi ist bereits seit Jahrzehnten in den USA vertreten und hatte erst kürzlich angekündigt, in den nächsten fünf Jahren insgesamt 5 Mrd. Dollar (4,7 Mrd. Euro) in neue Filialen zu investieren. Geplant ist ein Ausbau bis Ende 2022 auf rund 2.500 Läden.

Damit entsteht den US-Einzelhandelsriesen wie Walmart immer mehr Konkurrenz. Die Branchenschwergewichte stehen immer stärker unter Druck, nicht zuletzt auch durch den weltgrößten Online-Händler Amazon, der ebenfalls in den Lebensmittelhandel eingestiegen ist.


Paukenschlag im Handel: Amazon kauft Whole Foods 

Der weltweit mächtigste Internet-Händler Amazon.com setzt künftig stärker auf Bioprodukte. Hierfür übernimmt der Konzern unter Führung des Visionärs Jeff Bezos die Bio-Supermarktkette Whole Foods Markets für satte 13,7 Mrd. Dollar. Konkret bietet Amazon damit 42 Dollar in bar pro ausstehende Whole Foods-Aktie. Das ist deutlich mehr als der Vortagesschlusskurs der Aktie bei 33,06 Dollar. Firmenlenker Bezos verwies darauf, dass Millionen von Menschen bereits die Bioprodukte von Whole Foods lieben, da das Unternehmen bei seinen Produkten hauptsächlich auf natürliche und organische Lebensmittel setzt.

Was hat den Online-Händler Nr. 1 zu diesem Schritt bewogen? Nun, dahinter steckt ein ganz klares Kalkül. Wie bei den meisten Übernahmen zeigt sich auch hier die Strategie der Expansion und der Erweiterung der Produktpalette. In diesem Fall könnte man meinen, das Experiment sei gewagt, erfordert der Handel mit frischen Waren - die zudem auch noch mit dem Label „gesund“ werben - doch einen ebenso aufwändigen wie einwandfreien Ablauf in der Logistik. Aber wir kennen Amazon gut genug, um zu wissen, dass jede neue Errungenschaft gut durchdacht und im Detail geplant ist, bevor man damit an den Markt geht.


Zukauf soll für Profit aus der Trend-Branche gesunde Ernährung sorgen

Mit dem Zukauf will Amazon vor allem vom Trend hin zu gesunder Ernährung profitieren. Hier setzt das Team rund um Jeff Bezos vor allem auf die Erfahrung von Whole Foods im Bio-Bereich. So soll der bisherige Whole Foods-Chef John Mackey das Unternehmen auch weiterhin führen. Ebenfalls soll der Biofood-Riese weiter wie gewohnt von seinem Hauptsitz in Austin/Texas aus operieren. Auch die Marke Whole Foods soll erhalten bleiben. Man setzt auf den Wiedererkennungswert. Gewohntes kommt bei den Kunden auch auf neuen Wegen gut an.

Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 zum Abschluss kommen, sofern Aktionäre und Regulierungsbehörden zustimmen. Whole Foods Markets ist der größte Betreiber von Bio-Supermärkten in Nordamerika. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen mehr als 90.000 Mitarbeiter in 431 Supermärkten in den USA, Kanada und Großbritannien. Es werden Frische-Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Backwaren, Getränke und auch Körperpflegeprodukte angeboten, die ohne künstliche Zusatzstoffe auskommen.


Gesundes aus dem Netz statt vom Markt

Beim Zukauf von Whole Foods handelt es sich um die bislang größte Übernahme in der Firmengeschichte von Amazon. 2009 hatte der Onlinehandels-Gigant den Online-Schuhhändler Zappos für 1,2 Mrd. Dollar aufgekauft. Wie sich der Handel mit den Frischeprodukten durchsetzen wird, das bleibt natürlich abzuwarten. Sollten sich die Menschen aber verstärkt darauf einlassen, ihre gesunden Lebensmittel im Netz zu bestellen, anstatt den nächsten Biomarkt anzusteuern, dann tut sich hier eine Riesen-Expansions-Chance auf.

Davon sollten langfristig natürlich auch die Anleger profitieren. Wie die Börsenexperten die Amazon-Aktie derzeit einschätzen, das erfahren Sie in unseren
Börsenbriefen. Einige davon haben den Dauerläufer aus der Internethandels-Branche in ihren Musterdepots. Schauen Sie sich einfach auf unserer Homepage um und zögern Sie nicht, uns anzurufen, wenn Sie Näheres zu unseren Börsenbriefen wissen wollen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Ihre
Martina Bisdorf
(Chefredakteurin BÖRSEN-SPIEGELdaily)


PS: Die Wallstreet hat neue Rekordhöhen erreicht, der Nikkei notiert so hoch wie zuletzt vor fast zwei Jahren: Mit diesem Rückenwind startete auch der DAX am heutigen Dienstag mit einem Allzeithoch. Fällt jetzt die 13.000er-Marke? Wir halten Sie auf dem Laufenden.





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