Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt

Ausgabe vom 24. Mai 2017



  • Autoindustrie unter Beschuss – Daimler geht in die Zukunfts-Offensive

  • Zitat der Woche



Autoindustrie unter Beschuss -
Daimler geht in die Zukunfts-Offensive




von Martina Bisdorf
 (Chefredakteurin BÖRSEN-SPIEGELdaily)

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

erst VW, dann Audi, jetzt Daimler, die Kette der Diesel-Manipulationsvorwürfe fädelt sich weiter durch die deutsche Autoindustrie. Was am Verdacht auf gefälschte Abgaswerte beim Edelkarossenhersteller dran ist, dazu laufen gerade die Ermittlungen auf Hochtouren. Von der jüngsten Razzia in Stuttgart und an anderen Standorten mal ganz abgesehen, muss man sich dieser Tage schon ernsthafte Fragen stellen:

Schöne Autos waren gestern – Neue Technologien sind heute

Was ist los mit den Autowerten? Es will keine rechte Begeisterung aufkommen bei den Anlegern, zu tief sitzen offenbar die jüngsten Skandale und sorgen für Skepsis gegenüber dem Automobilmarkt, der sich zudem definitiv im Wandel befindet. Aber reicht die Ideen-Pipeline der deutschen Autobauer aus für eine gesicherte Zukunft? Längst ist es nicht mehr genug, formschöne, spritsparende Modelle zu entwickeln.

Nein, massive Innovationen in Sachen E-Mobility machen zunehmend von sich reden. Und das ist auch nötig, um der internationalen Konkurrenz Stand zu halten und die Autoindustrie wieder nach vorne zu bringen. Dabei reicht es dann auch nicht, auf der reinen Fahrzeugherstellerschiene zu bleiben, man muss auch umdenken in Richtung Zulieferindustrie. Denn die Anforderungen, die an das Auto der Zukunft gestellt werden, sind ganz andere, als es die Autobauer Jahrzehnte lang gewohnt waren. Schließlich muss man auch hier neue Wege gehen, um nicht zu stark in die Abhängigkeit anderer Industrien zu geraten.


Daimler macht´s vor bzw. nach – Neue Felder wollen betreten werden

Nach US-Elektroauto-Pionier Tesla Motors setzt nun auch die heimische Autoindustrie auf Autarkie. Allen voran Daimler. Laut jüngsten Meldungen investieren die Stuttgarter rund 1 Mrd. Euro in die weltweite Batterieproduktion: Mit seiner hundertprozentigen Tochtergesellschaft Accumotive wagt sich Daimler schon seit längerer Zeit an die Entwicklung von Elektroautos. Im Herbst 2016 wurde dann bekannt gegeben, dass der Automobilhersteller rund 1 Mrd. Euro in die Entwicklung von Batterien investieren wolle.

Diese Pläne wurden nun konkret und zwar in Form einer neuen Batteriefabrik im sächsischen Kamenz. Die neue Fertigungsstätte befindet sich in unmittelbarer Nähe zu der ersten Fabrik von Daimler und Accumotive. In die Produktionsanlage für Lithium-Ionen-Batterien will Daimler rund 500 Mio. Euro investieren. Am vergangenen Montag erfolgte die Grundsteinlegung der Anlage. Ehrengast der Feierlichkeiten waren Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der sich sicher vor allem über die Arbeitsplatz-Schaffung freuen dürfte. Die neue Batterie-Fabrik soll Mitte 2018 in Betrieb genommen werden. Dem neuen Standort soll die Unternehmensstrategie „CASE“ (Connected, Autonomous, Shared & Services, Electric) zugrunde liegen.


Offensive in fremden Gefilden – Neue Märkte wollen erschlossen werden

Und Daimler geht noch weiter: Zusammen mit US-Solarunternehmen Vivint Solar treten die Baden-Württemberger in den USA gegen Tesla an. Gemeinsam will man in Übersee Batteriespeicher für Heimbesitzer vertreiben. Hierzu wurde nun eine Übereinkunft mit einem US-Solarunternehmen unterschrieben. Dazu hat Mercedes-Benz Energy, eine Tochtergesellschaft der Daimler AG, eine Kooperation mit Vivint Solar vereinbart. Damit wagt sich Daimler weit vor, denn der Hauptwettbewerber in den Vereinigten Staaten ist der Elektrofahrzeug-Produzent Tesla, der neben Solarzellen Batteriespeicher unter der Marke Powerwall vermarktet. Aber, wie heißt es so schön, den Mutigen gehört die Welt.

Das denkt sich sicher auch der chinesische Elektroauto- und Batterieentwickler BYD (Build Your Dreams). Dieser hat gerade in die Hauptstadt von Uruguay Elektroautos für den Personennahtransport via Taxi ausgeliefert. Nachdem der chinesische Technologiekonzern im letzten Monat die größte Elektro-Taxi-Flotte nach Ecuador auslieferte, folgte nun die Lieferung von 20 Elektrofahrzeugen nach Montevideo. Letztes Jahr erhielt dort bereits Bürgermeister Daniel Martinez ein Elektroauto von BYD als offizielles Fahrzeug. China features South America ist nur eines von vielen Beispielen, wie Globalisierung auf technisch höchster Ebene erfolgt. Wer hier schläft, hat das Nachsehen.


Volkswagen mit ehrgeizigen E-Mobility-Plänen in China

So zeigt sich auch Volkswagen recht ausgeschlafen. Kürzlich ist ein Joint Venture in China genehmigt worden. Die Wolfsburger wollen im Jahr 2018 das erste reine Elektroauto in der Volksrepublik China auf den Markt bringen. Zusammen mit der Jianghuai Automobile Group (JAC) will der deutsche Automobilhersteller jährlich 100.000 Elektroautos produzieren. Das zugehörige Abkommen wurde nun von der chinesischen Regierung durchgewunken.

Geplant ist das Gemeinschaftsunternehmen bereits seit Anfang September 2016, nun können beide Unternehmen die gemeinsame Arbeit aufnehmen. China ist für Volkswagen ein wichtiger Markt. In 2017 sollen erstmals mehr als 3 Mio. Autos in China verkauft werden. Neben dem Mutterkonzern Volkswagen ist auch das Tochter-Unternehmen Audi im Reich der Mitte vertreten. Erst kürzlich wurde der Grundstein für ein neues Händlernetz zusammen mit SAIC Motors gelegt. Wie Audi in einer Pressemitteilung bekannt gab, haben die Audi AG, die FAW-Gruppe und FAW-Volkswagen mit dem chinesischen Audi-Händlerbeirat die weitere Entwicklung des Geschäfts in China unterzeichnet. Insgesamt soll es einen 10-Jahres-Wachstumsplan geben, der auch den Ausbau des lokalen Produkt- uns Serviceangebots in China garantieren soll.


Großes erreicht man nur im großen Stil – Seien Sie dabei!

Wie man sieht, gehen die innovativen Bemühungen der Automobilhersteller – allen Schwierigkeiten zum Trotz - weltweit voran. Großes kann eben nur im großen Stil erreicht werden. Das gilt umso mehr, als wir uns nun einmal in einer globalisierten Welt befinden. Da führt kein Weg dran vorbei und da gibt es auch kein Zurück mehr. Wie Sie als Anleger von der Globalisierung, nicht nur in der Autobranche, profitieren können, das erfahren Sie in unseren Börsenbriefen.

Schauen Sie sich doch einmal um auf unserer Homepage
www.boersenspiegel.com und finden Sie heraus, welcher unserer Börsendienste am besten zu Ihnen und Ihrer persönlichen Anlagesituation passt.

Gerne können Sie uns auch Ihre Fragen dazu stellen, am besten direkt an unseren Börsenbrief- und Fonds-Experten Cliff Michel direkt unter:
(0661) 480 499 20. Übrigens: Alle oben genannten Autowerte finden Sie in den Musterdepots unserer verschiedenen Börsenbriefe. Infos zu Inhalt und Abos finden Sie auf unserer Homepage

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und interessante Lektüre auf unserer
informativen Homepage.

Herzliche Grüße

Ihre
Martina Bisdorf
(Chefredakteurin BÖRSEN-SPIEGELdaily)

PS: Die von der Staatsanwaltschaft an mehreren Daimler-Standorten durchgeführten Durchsuchungen haben der Aktie massiv geschadet. Sie schloss gestern den Tag mit einem kräftigen Minus. Über die weitere Entwicklung des Autowertes halten wir Sie in unseren entsprechenden
Börsenbriefen auf dem Laufenden.





Zitat der Woche


„Ich nehme jede Situation so, wie sie gegeben ist, und suche in ihr den Erfolg.“

Dieter Zetsche, Daimler-Vorstandsvorsitzender, in einem Interview mit der Netzeitung im September 2004.





Abbestellen des Newsletters

Wenn Sie diesen kostenlosen Newsletter abbestellen wollen, klicken Sie bitte HIER.

Ihnen wurde dieser kostenlose Newsletter weitergeleitet
und Sie wollen ihn nun auch beziehen?

Gehen Sie einfach aufwww.boersenspiegel.com und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse in das entsprechende Formularfeld ein.

Kritik, Fragen, Anregungen?
Senden Sie uns eine E-Mail an
Martina.Bisdorf@boersenspiegel.com


Risikohinweis
Bitte beachten Sie: Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber für vertrauenswürdig erachtet. Dennoch ist die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der Ausführungen für die eigene Anlageentscheidung möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Wir geben zu bedenken, dass Aktien grundsätzlich mit Risiko verbunden sind. Der Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Sie sollten sich vor jeder Anlageentscheidung weitergehend beraten lassen. Der Herausgeber kann Short- oder Long-Positionen in der/den behandelte(n) Aktie(n) halten. Copyright: © 2017 Börsen-Spiegel. Nachdruck (auch auszugsweise), kommerzielle Weiterverbreitung und Aufnahme in kommerzielle Datenbanken nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Herausgeber:
Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH, Flemingstrasse 20-22, 36041 Fulda

 V.i.S.d.P.: Jürgen Schmitt, Fulda



Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2021 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH