Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt

Ausgabe vom 17. Oktober 2016


  • Von Ziegen, McDonald´s und der Deutschland AG
     
  • Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick         



Von Ziegen, McDonald´s und der Deutschland AG


von Jürgen Schmitt
Herausgeber BÖRSEN-SPIEGEL
                                                               
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

meine sportlichen Aktivitäten haben sich in den letzten Jahren aus unterschiedlichen Gründen leider deutlich reduziert. Daher ringe ich mich jeden Morgen immerhin dazu durch, meine Kinder zum Schulbus zu begleiten. Hin und zurück lege ich dabei „stolze“ 1,2 Kilometer zurück. Na ja, besser als nichts. Zuletzt traf ich dabei einen hiesigen Bio-Landwirt, der auf dem Weg zu seiner Ziegenherde war. Ich muss vorwegstellen, dass es sich dabei um einen ausgesprochen netten Zeitgenossen handelt, einen echten Freund der Sonne.

„Na, wie geht´s Dir?“, schallte es mir entgegen. „Machst Du eigentlich immer noch was mit Aktien?“ Auf meine Bejahung hin, fuhr er fort: „Das ist bestimmt schwierig geworden bei all den Unsicherheiten.“ Ich überlegte kurz und antwortete: „Nein, eigentlich hat sich so viel gar nicht geändert. Es interessieren sich genauso viele bzw. genauso wenige Menschen für Aktien wie vor 20 Jahren.“


Nicht nur bei Aktien braucht man Nerven

Mein freundlicher Bio-Landwirt lieferte sogleich die passende Erklärung dafür: „Aktien sind ja auch nichts für schwache Nerven, da kann man einfach viel verlieren.“ Er selbst setze lieber auf seine Photovoltaikanlage, die ihm schöne Erträge einbringe. Außerdem habe er „glücklicherweise“ ein Aktiendepot, das er vor einigen Jahren geerbt hatte, gleich veräußert. Da dachte ich nur: „Wer weiß, was ihm bis heute entgangen ist?“

Natürlich hätte ich jetzt auch darauf hinweisen können, dass er seine PV-Rendite im Grunde genommen von Steuergeldern erziele, was zumindest diskussionswürdig und aus marktwirtschaftlicher Sicht eher kontraproduktiv ist. Aber das behielt ich für mich. Ich versuchte, für die Aktienanlage auf einem anderen Weg eine Lanze zu brechen: „Wer heute in unserem Neubaugebiet ein normales Einfamilienhaus baut, muss rund 400.000 Euro bezahlen. Sollte er in ein, zwei Jahren wieder verkaufen müssen, ist keinesfalls klar, dass er diese Summe wieder erhält. Auch hier gibt es quasi Kurs-Risiken.“


Umdenken ist angesagt - Nicht nur in der Landwirtschaft

Ich merkte, wie sich die Gedankenmühle meines Gesprächspartners drehte, doch ehe wir die Diskussion weiter vertieften, verabschiedete er sich freundlich und radelte in Richtung seiner Ziegenherde. Jetzt gibt es zugegebenermaßen morgens um halb acht in Deutschland erotischere Themen als die Aktienanlage, allerdings gibt es derzeit kaum etwas Wichtigeres, wenn es um Vermögens- bzw. Kaufkrafterhalt des Ersparten geht. Ja, die meisten Leute haben sicherlich in der jüngsten Vergangenheit mehrfach darüber nachgedacht, ihre Denkweise über Geldanlagen zu ändern – hoffentlich auch durch unsere Anregungen an dieser Stelle.

Dennoch können sich die meisten nach wie vor nicht dazu durchringen, aus ihrem Denkmuster auszubrechen. Das hat natürlich auch mit unserer Medienlandschaft zu tun, welche die Aktienanlage ganz nah an den Rand der Kriminalität rückt. Für die meisten sind und bleiben Aktien eine Art Papier- oder Spielgeld und nichts Greifbares. Dabei gehört einem McDonald´s-Aktionär genauso ein Ministück eines jeden Restaurants wie jedem Grund- und Hausbesitzer ein Ministück der „Deutschland AG“ – mit dem Unterschied, dass das Management von McDonald´s deutlich professioneller und erfolgreicher agiert als das Management von Deutschland. Ich könnte hier natürlich auch noch „veganere“ Alternativbeispiele bringen, aber der entscheidende Punkt ist und bleibt: Unternehmensbeteiligungen sind weitaus mehr sexy, als es die meisten aktuell begreifen.    

Darüber sollten Sie nachdenken. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Börsenwoche.

Ihr

Jürgen Schmitt
(Chefredakteur BÖRSEN-SPIEGEL)

PS: Diese Woche nimmt die Berichtssaison so richtig Fahrt auf. Vor allem in den USA und Europa öffnen einige Börsen-Schwergewichte ihre Bücher, darunter Johnson & Johnson, IBM, McDonald´s, Nestlé, Roche u.v.m.
Wir halten Sie in unseren Börsenbriefen auf dem Laufenden.




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Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick


Montag, 17. Oktober 2016

Konjunkturdaten:
11:00 EU: Verbraucherpreise 09/16 (endgültig)
14:30 USA: Empire State Index 10/16
15:15 USA: Industrieproduktion 09/16
15:15 USA: Kapazitätsauslastung 09/16

Unternehmensdaten:

USA:

Bank of America: Q3-Zahlen (12:45)
IBM: Q3-Zahlen (22:00)
Netflix: Q3-Zahlen (22:05)

Sonstige Termine:
10:00 Deutschland: Ernst & Young stellt Studie zum Vertrauen der Kunden in die Banken vor.
19:35 EU: Rede von EZB-Präsident Mario Draghi anläßlich der „European Cultural Days 2016", Frankfurt


Dienstag, 18. Oktober 2016

Konjunkturdaten:
14:30 USA: Verbraucherpreise 09/16
14:30 USA: Realeinkommen 09/16
16:00 USA: NAHB-Index 10/16

Unternehmensdaten:

Europa:

Schweiz: Kuehne & Nagel: Q3-Zahlen (06:45)
Großbritannien: BHP Billiton: Q1 Production Report (23:30)
Großbritannien: ARM Holding: Q3-Zahlen
Frankreich: Accor: Q3 Umsatz

USA:
United Health: Q3-Zahlen (12:00)
Johnson & Johnson: Q3-Zahlen (12:45)
Harley-Davidson: Q3-Zahlen (12:55)
Philip Morris: Q3-Zahlen (13:00)
Goldman Sachs: Q3-Zahlen (13:30)
Intel: Q3-Zahlen (22:00)
Blackrock: Q3-Zahlen

Sonstige Termine:
17:00 USA: VW - Bundesbezirksgericht Entscheidung, San Francisco
10:00 Deutschland: IVD-Wohnpreisspiegel. Die Studie gibt einen Überblick über den Wohnimmobilienmarkt in rund 370 Städten und Gemeinden bundesweit.
10:00 Deutschland: Start der 9. Internationale Zuliefererbörse (IZB) (bis 20.10.) Insgesamt präsentieren rund 800 Zulieferer aus 32 Nationen ihre Produkte und Lösungen, darunter sollen mindestens 46 Weltneuheiten sein, Wolfsburg
Luxemburg: EU-Handelsminister wollen abschließend über Zustimmung zu dem geplanten Freihandelsabkommen mit Kanada entscheiden. Sollten die Minister wie erwartet grünes Licht für Ceta geben, kann das Abkommen am 27. Oktober unterzeichnet werden.


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Konjunkturdaten:
11:30 Deutschland: Anleihen: Volumen: 1 Mrd Euro; Laufzeit: 30 Jahre
14:30 USA: Baubeginne- und genehmigungen 09/16
16:30 USA: Energieministerium Ölbericht (Woche)
20:00 USA: Fed Beige Book

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Metro: Umsatz 2016 (07:30)
Zalando: Q3 Trading Update (08:00)

Europa:
Niederlande: Akzo Nobel: Q3-Zahlen (07:00)
Niederlande: ASML Holding: Q3-Zahlen (07:00)
Großbritannien: Reckitt Benckiser: Q3 Interim Statement (08:00)
Frankreich: Michelin: Q3 Umsatz (17:45)
Großbritannien: Rio Tinto: Q3 Operation Report (23:30)

USA:
Halliburton: Q3-Zahlen (12:50)
Morgan Stanley: Q3-Zahlen (Call 14:30) (13:00)
Abbott Laboratories: Q3-Zahlen (13:30)
American Express: Q3 Umsatz (22:00)
Mattel: Q3-Zahlen (22:05)
eBay: Q3-Zahlen (22:15)
U.S. Bancorp: Q3-Zahlen


Donnerstag, 20. Oktober 2016

Konjunkturdaten:
08:00: Deutschland: Erzeugerpeise 09/16
10:00 EU: EZB Leistungsbilanz 08/16
13:45 EU: EZB-Zinsentscheid (Pk 14:30)
14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA: Philly-Fed-Index 10/16
16:00 USA: Verkauf bestehender Häuser 09/16
16:00 USA: Frühindikator 09/16

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Software: Q3-Zahlen (endgültig) (07:00)
Zooplus: Q3 Umsatz (07:30)
Amadeus Fire: 9-Monatszahlen (07:45)
Hannover Rück: Investor Day, London (09:30)

Europa:
Schweiz: Roche: Q3-Zahlen (Call 14:00) (07:00)
Schweiz: Actelion: Q3-Zahlen (07:00)
Schweiz: Nestlé: Umsatz 9Monate (Call 8:30) (07:15)
Großbritannien: London Stock Exchange (LSE): Q3 Interim Statement (08:00)

USA:
Verizon Communications: Q3-Zahlen (13:00)
American Airlines Group: Q3-Zahlen (13:30)
PayPal: Q3-Zahlen (22:05)
AMD: Q3-Zahlen (22:15)
Microsoft: Q1-Zahlen (22:30)

Sonstige Termine:
03:00 USA: Drittes und letztes TV-Duell zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump
Belgien: Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel (bis 21.10.), Brüssel


Freitag, 21. Oktober 2016

Konjunkturdaten:
Deutschland: Bundesfinanzministerium Monatsbericht 10/16
EU: Moody's Ratingergebnis Deutschland, Österreich, Luxemburg
08:00 EU: Acea Nfz-Neuzulassungen 09/16
16:00 EU: Verbrauchervertrauen 10/16 (vorab)

Unternehmensdaten:

Deutschland:

SAP: Q3-Zahlen (07:00)
Daimler: Q3-Zahlen (07:30)
Villeroy & Boch: Q3-Zahlen

Europa:
Schweiz: BB Biotech: Q3-Zahlen (07:00)
Schweden: Ericsson: Q3-Zahlen (07:30)
Niederlande: TomTom: Q3-Zahlen

USA:
General Electric: Q3-Zahlen (12:30)
McDonald's: Q3-Zahlen (14:00)



 Quelle: finanznachrichten.de 


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