Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt

Ausgabe vom 30. Mai 2016


  • Auf nach Griechenland – Oder doch nicht?  

  • Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick       



         Auf nach Griechenland –
         Oder doch nicht?
 



von Jürgen Schmitt
Herausgeber BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow



Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gerade flatterte mir eine Werbe-Mail herein, die echte Urlaubsträume in mir wachrief. Club Med lädt mich sozusagen persönlich in einen schönen Club nach Griechenland ein. Gut, ich weiß, dass dieser Reiseanbieter nicht gerade zu den günstigsten Adressen zählt, doch ich fühle mich ja als guter Mittelständler durchaus in der Lage, meiner Familie ein preislich vielleicht auch mal etwas ambitioniertes Vergnügen zu ermöglichen. Und Griechenland gehört ja derzeit angesichts der Probleme im Land nicht zu den teuersten Adressen rund ums Mittelmeer.

Also habe ich mal den angebotsbezogenen Urlaubsplaner von Club Med geöffnet und nach möglichen Reiseterminen durchforstet. Und siehe da, sehr viele Möglichkeiten gibt es in diesem Jahr nicht mehr, erst recht nicht in den anstehenden Sommerferien, die für mich inzwischen ja relevant sind. „Na, das muss ja bezahlbar sein, wenn der Club fast schon ausgebucht ist“, schoss es mir durch den Kopf. Eine Option für eine Woche war aber noch frei, also habe ich eifrig unsere Daten reingetippt. Zwei Erwachsene, zwei Kinder (6 und 9) etc. Und wenige Sekunden später hatte ich auch schon das „günstige Sommerangebot“. Leider war nur noch die niedrigste Zimmerkategorie für uns frei, ein Zimmer mit 33 qm mit Verbindungstür zu einem Kinderzimmer mit 18 qm. Prima!


Man darf schon staunen, was heute alles bezahlt wird

Der Preis, inklusive Flug versteht sich, für eine Woche beträgt 13.895 Euro. Natürlich darf man auch die Tennisplätze und die Strände benutzen und kostenlose Kinderbetreuung gibt es bis 4 Jahre – also nicht für unsere Kinder. Nicht ganz ersichtlich war im Angebot, ob man – wie in Griechenland oft üblich – für Liegestühle noch einmal extra zur Kasse gebeten wird, doch darauf kommt es dann wohl auch nicht mehr an.

Wer zum Teufel kann solche Angebote ernsthaft annehmen? Dafür bekommt man ja schon einen eigenen Swimmingpool. Ok, die Nutzung hierzulande steht wettermäßig stets auf wackligen Füßen, doch egal, dafür hat man an diesem nicht nur eine Woche lang Vergnügen. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder gehöre ich doch nicht zu der Mittelschicht, der ich mich eigentlich zuordne, oder aber es gibt immens viele Menschen mit immens höheren Einkünften. Denn um für eine Woche mal einfach so 15.000 Euro auszugeben (worauf der Spaß am Ende trotz All inclusive mindestens hinausläuft), muss man schon relativ „schmerzfrei“ sein. 


Sie haben es in der Hand, sich aus der Negativspirale zu befreien

Aus meiner Sicht liegt der Grund an der zunehmenden Preis-Divergenz in den Urlaubsangeboten zum einen an den immer weiter auseinander driftenden Gesellschaftsschichten. Das hat übrigens gerade hierzulande auch damit zu tun, dass der breiten Bevölkerung die Anteilnahme an den geschäftlichen Erfolgen der besten deutschen Unternehmen verwehrt bleibt. In puncto Pro-Kopf-Vermögen liegt Deutschland ganz am Ende in Europa und verliert auch den Vergleich mit der US-Bevölkerung um Längen. Die Deutschen horten ihr Erspartes unverdrossen in unrentablen Geldmarktprodukten oder gar auf dem Sparbuch oder geben sich mit im Verhältnis zu der Investitionssumme niedrigen Mieteinkünften im Immobilienbereich zufrieden. Zum anderen liegt der für uns schier aberwitzige Preis für diese Urlaubswoche aber auch an der zunehmenden Schwäche des Euros. Schweizer oder Engländer, die (in Euro umgerechnet) deutlich höhere Preise - aber auch Einkommensniveaus gewöhnt sind, können sich solchen Luxus schon eher leisten.

Sie haben die Möglichkeit, sich dieser Negativspirale zu entziehen. Sie müssen nur den Mut aufbringen, sich aus dem Denkmuster, das über viele Jahrzehnte das Sparverhalten der Deutschen geprägt hat, zu verabschieden. Nur so werden Sie in vier, fünf Jahren wenigstens noch „normalen Urlaub“, der ja auch schon immer teurer wird, auch problemlos bezahlen können. Und an die Politik ist meine dringende Aufforderung gerichtet, endlich in Deutschland etwas für die Aktien-Kultur zu tun und Unternehmensbeteiligungen nicht mehr als „Teufelszeug“ von Kapitalisten abzutun.

Darüber sollten Sie nachdenken,

herzliche Grüße

Ihr

Jürgen Schmitt
(Chefredakteur BÖRSEN-SPIEGEL)

PS: Über den genauen Zeitpunkt der Zinsanhebung schwieg Fed-Chefin Janet Yellen zwar in ihrer Rede an der Harvard Universität am Freitag. Doch halte sie eine Erhöhung der Zinsen in den kommenden Monaten für „angemessen”, wie sie betonte. Mit diesen Worten schickte sie den Euro auf Talfahrt. Am heutigen Morgen rutschte die Europäische Gemeinschaftswährung unter die 1,11-Dollar-Marke – zum ersten Mal seit März. Wir halten Sie auf dem Laufenden.




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Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick



Montag, 30. Mai 2016

Konjunkturdaten:
11:00 EU: Wirtschaftsvertrauen 05/16
11:00 EU: Geschäftsklima 05/16
11:00 EU: Verbrauchervertrauen 05/16 (endgültig)
14:00 D: Verbraucherpreise 05/16 (vorläufig)

Hinweis:
Großbritannien, USA: Feiertag, Börse geschlossen


Dienstag, 31. Mai 2016

Konjunkturdaten:
09:55 Deutschland: Arbeitslosenzahlen 05/16
10:00 EU: EZB Geldmenge M3 04/16
11:00 EU: Arbeitslosenzahlen 04716
11:00 EU: Verbraucherpreise 05/16
15:00 USA: Case-Shiller-Index 03/16
15:45 USA: Chicago PMI 05/16
16:00 USA: Verbrauchervertrauen 05/16

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Software AG: Hauptversammlung, Darmstadt (10:00)
ElringKlinger: Hauptversammlung, Stuttgart (10:00)
TLG Immobilien: Hauptversammlung, Berlin (10:00)
Zalando: Hauptversammlung, Berlin (10:00)
Volkswagen: Q1-Zahlen
Rocket Internet: Q1-Zahlen (Call 10:00)
Capital Stage: Q1-Zahlen
SMA Solar: Hauptversammlung
RIB Software: Hauptversammlung


Mittwoch, 01. Juni 2016

Konjunkturdaten:
09:55 Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe 05/16 (endgültig)
10:00 Deutschland: VDMA Auftragseingang 04/16
10:00 EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe 05/16 (endgültig)
15:45 USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 05/16 (endgültig)
16:00 USA: ISM Verarbeitendes Gewerbe 05/16
16:00 USA: Bauinvestitionen 04/16
20:00 USA: Fed Beige Book
USA: Pkw-Absatz 05/16

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Salzgitter: Hauptversammlung (11:00)
Audi: Q1-Zahlen
Dt. Börse: Investor Day 2016
Dt. Börse: Handelsstatistik 05/16

Europa:
Niederlande: Ahold: Q1-Zahlen (06:45)


Donnerstag, 02. Juni 2016

Konjunkturdaten:
13:45 Deutschland: EZB Zinsentscheid (14:30 Pk)
11:00 EU: Erzeugerpreise 04/16
14:15 USA: ADP-Beschäftigung 05/16
14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
17:00 USA: Energieministerium Ölbericht (Woche)

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Norma Group: Hauptversammlung, Frankfurt (10:00)
LPKF: Hauptversammlung, Hannover (10:00)
Intershop: Hauptversammlung, Jena (10:00)
Xing: Hauptversammlung
Morphosys: Hauptversammlung

Europa:
Österreich: Voestalpine Geschäftsbericht (07:30)


Freitag, 03. Juni 2016

Konjunkturdaten:
09:55 Deutschland: PMI Dienste 05/16 (endgültig)
10:00 EU: PMI Dienste 05/16 (endgültig)
11:00 EU: Einzelhandelsumsatz 04/16
14:30 USA: Handelsbilanz 04/16
14:30 USA: Arbeitsmarktbericht 05/16
15:45 USA: Markit PMI Dienste 05/16 (endgültig) 16:00 USA: Auftragseingang Industrie 04/16 16:00 USA: Auftragseingang langlebige Güter 04/16 (endgültig)
Dt Börse Überprüfung Aktienindizes
EU: S&P Ratingergebnis Irland
EU: Moody's Ratingergebnis Finnland und ESM

Quelle: dpa-AFX  


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