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Ausgabe vom 19. Mai 2016


  • Finem sibi proponere –
    Mit den richtigen Geschäftsideen erfolgreich zum Ziel  



Finem sibi proponere – Mit den richtigen Geschäftsideen erfolgreich zum Ziel  


  


von Martina Bisdorf

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„finem sibi proponere“ - man muss sich ein Ziel setzen. Dieses „Motto“ habe ich gestern als Statuseintrag im WhatsApp-Profil eines jungen Kollegen gelesen. Es hat mich gefreut, dass diese Lebensweisheit, die die alten Lateiner unter Ihnen  nicht zuletzt aus den Werken der britischen Philosophen und Vordenker der Aufklärung John Locke oder Thomas Hobbes kennen, in der Neuzeit angekommen ist. Zumal ich bei meinem sympathischen Kollegen keine Zweifel habe, dass er seine Ziele erreichen wird.  

Die Idee der Zielsetzung gepaart mit dem Willen, diese auch zu erreichen, ist so alt wie die Menschheit selbst und gleichzeitig so aktuell wie nie zuvor. Denn heutzutage braucht es schon ausgefallene Ideen für Jung-Unternehmen, um sich am Markt überhaupt etablieren zu können. Wir reden hier gerne zu neudeutsch von Alleinstellungsmerkmalen. Nie zuvor war die Konkurrenz so allgegenwärtig wie heute, im globalen Zeitalter der Vernetzung. 

Alte Geschäftsmodelle innovativ und kundenfreundlich aufgepeppt

Genau deshalb geht es heute weiter mit der Reihe „innovative Start-ups in Deutschland“. Wieder habe ich drei  Jung-Unternehmen ausfindig gemacht, die garantiert einen Blick wert sind. Allen ist dieses Mal gemeinsam, dass ihre Geschäftsmodelle zwar bereits am Markt sind, sie diese aber mit innovativen Details verbessert haben. Hier kann man wunderbar erkennen, wie sich Altes mit Neuem erfolgreich verbinden lässt, wenn man es clever angeht.

Beginnen wir mit einem interessanten Konzept, das herkömmliche Immobilienmakler mit ihrem noch weit verbreiteten „Hai-Image“ aufhorchen lassen wird. 

Maklaro: Humanes Rundum-Paket für verkaufswillige Hausbesitzer

Nikolas Rothbietet mit seinen 15 Mitarbeitern und rund 100 freien Gutachtern  mit seinem UnternehmenMaklaroeine Mischung aus digitalem Immobilienmakler und Rundum-Dienstleister an. Das Hamburger Start-up kümmert sich beim Hausverkauf um alles, was anfällt - vom Erstellen eines Verkaufsexposés bis zu Besichtigungsterminen und sämtlichem Papierkram - bei einer Provision von 3,45% des Verkaufspreises. Das Unternehmen  konzentriert sich dabei ausschließlich auf Häuser. 

Eine angenehme Besonderheit gegenüber den meisten Maklerverträgen: Der Verkäufer ist nicht verpflichtet, sich nach Abschluss des Bieterverfahrens tatsächlich von der Immobilie zu trennen, erst recht nicht zum höchsten Gebot.„Wir hatten auch schon Fälle, dass der Verkäufer auf einen Teil des Erlöses verzichtet hat, damit eine Familie mit Kindern das Haus bekommen konnte", so Geschäftsführer Nikolas Roth. Der Großmakler Jones Lang LaSalle und der Innovationsfonds Hamburg haben bereits in das vielversprechende Konzept von Maklaro investiert. Die Bewertung dürfte inzwischen im siebenstelligen Bereich liegen. 

Crowdfox: Mit Kampfpreisen gegen die Netzgiganten

Das Kölner Start-upCrowdfoxhat sich zum Ziel gesetzt, die Preise vonAmazonundEbayzu unterbieten - verlangt von seinen Nutzern aber Gebühren. Somit klingt die Ankündigung zunächst gewagt: Der  Onlinemarktplatz aus dem Rheinland will sich mit den Netzgiganten schlechthin anlegen und deren Preise um bis zu 12% unterbieten. Küchenmaschinen, Notebooks oder Fernseher könnten im Schnitt etwa 100 Euro billiger angeboten werden. Möglich machen soll das eine Art Clubgebühr, die von den derzeit rund 28.000 registrierten Nutzern bezahlt wird. 

Diese„können entscheiden, ob sie einen Jahresbeitrag von 49,90 Euro zahlen oder uns bei jedem Einkauf einen Teil ihres gesparten Geldes als Prämie abgeben", sagt Crowdfox-GründerWolfgang Lang. Für die Händler fallen hingegen keine Kosten an. Das Start-up will 2016 rund 50 Mio. Euro Umsatz erzielen und lockt nicht nur Kunden, sondern auch Investoren. Im März investierten 20 private Geldgeber in Crowdfox, darunter beispielsweise Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Ally: Die schnellsten Wege durch die Stadt

Wer kennt das nicht, auf dem Weg zur Arbeit steht man plötzlich im Stau, weil man vergessen hat, dass die Bauarbeiten auf einem Streckenabschnitt begonnen haben. Hier will das Berliner UnternehmenAllyAbhilfe schaffen. So beginnt fürTom Kirschbaumdas„Endspiel der Urbanen Mobilität"mit autonom fahrenden Autos. In wenigen Jahren würden Menschen von Tür zu Tür gebracht.„Wir liefern den Fahrzeugen die Daten für optimale Routen", sagt der 40-jährige Co-Gründer des Berliner Start-ups. 

Das Unternehmen bietet eine kostenlose Mobilitäts-App, die Nutzern anzeigt, ob sie mit Bus, Bahn, zu Fuß oder per Carsharing-Auto am schnellsten ans Ziel gelangen. Über die App sammelt Ally anonymisierte Verkehrsdaten, aggregiert diese und stellt sie Unternehmen wie Navigationsdiensten und Nahverkehrsbetrieben gegen Geld zur Verfügung. Der britische Verkehrskonzern Arriva, eine Tochter der Deutschen Bahn, will bald etwa einen Bus testen, der seine Fahrstrecke dem voraussichtlichen Nutzerverhalten anpasst, denn auf Basis der Ally-Daten wisse man, wer wann wo mit welchem Ziel einsteigt. 

Da darf man gute Fahrt wünschen, immerhin gehören zu den Kunden des 2013 gegründeten Start-ups Unternehmen wie dieDeutsche Bahn,LufthansaundVolkswagen.   

Mit guten Ideen erfolgreich zum Ziel

Mit diesem Einblick in wirklich aussichtsreiche Geschäftsideen wünsche ich den jungen Unternehmen viel Erfolg und Ihnen einen schönen Tag, der gerne auch kleiner gesteckte Ziele mit sich bringen darf. 

Herzliche Grüße

Ihre

Martina Bisdorf

PS: Nicht ganz rosig sieht es heute bei den „Großen“ aus: Aufgrund der bestätigten Übernahmegespräche mitMonsantoist dieBayer-Aktie um etwa 8% gefallen. Der deutsche Chemieriese will mit dem Kauf des US-Saatgutkonzerns sein Agrargeschäft stärken. Monsanto war an der Börse zuletzt rund 37 Mrd. Euro wert. Wir halten Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden.  





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