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Ausgabe vom 11. Mai 2016


  • Amazon hat es erkannt:
    Zeit ist kostbar – Neue Wege, dieses Gut zu sparen und sinnvoll zu investieren


  • Zitat der Woche


Amazon hat es erkannt:
Zeit ist kostbar – Neue Wege, dieses Gut zu sparen und sinnvoll zu investieren


  


von Martina Bisdorf

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich jedenfalls erledige immer mehr Einkäufe online. Eigentlich war das nicht meine Absicht, es hat sich einfach so ergeben. Man arbeitet jeden Tag, die ganze Woche und freut sich dann auf ein entspanntes Wochenende. Denn irgendwann muss man sich erholen vom Alltagsstress. Und das kann man schlecht im Trubel der Geschäfte, wo man samstags womöglich noch an der Umkleidekabine Schlange stehen und Small-Talk halten muss. Oft fängt das Problem ja schon bei der Parkplatzsuche in den Innenstädten an. Das braucht kein Mensch.

Ich muss zugeben, dass ich mir kürzlich sogar meine neuen Laufschuhe online bestellt und auf die mir empfohlene Laufanalyse im Fachgeschäft verzichtet habe, um meine knapp bemessene Freizeit nicht zwischen gereizten Hobbysportlern und genervtem Personal zu verbringen. Lieber jogge ich durch die Felder, ich werde schon merken, ob die Schuhe was taugen - und so viel kann man bei den detaillierten Online-Beschreibungen gar nicht verkehrt machen, wenn man sich als geübter Läufer ein wenig auskennt. Unsere Zeit ist eben ein kostbares Gut, vielleicht das kostbarste, das wir haben.


Time is money – Und eines der kostbarsten Güter

Dass viele Menschen so denken, bestätigt sich in der steigenden Nachfrage nach den großen und kleinen alltäglichen Dingen bei den Online-Händlern. Ob das dann Ebay, ein Portal der beliebtesten Kaufhäuser oder die weltgrößte Handelsplattform ist, das kann jeder nach Belieben entscheiden. Fakt ist, dass sich der Trend nicht mehr aufhalten lässt. Wie gut für diejenigen, die hier dicke im Geschäft sind und ständig  noch bessere und bequemere Lösungen für die Verbraucher anbieten. Womit wir beim Platzhirsch der Online-Szene wären: Amazon.

Heute früh lief die Meldung über die Ticker, dass das größte Online-Versandhaus der Welt seine Lieferung binnen einer Stunde in Berlin startet. Amazon führt diese Art der Zustellung in Berlin als erster Stadt in Deutschland ein. Sie ist für Kunden des Abo-Dienstes Prime verfügbar und kostet zusätzlich 6,99 Euro. Ohne weitere Kosten können Prime-Kunden die Bestellungen innerhalb von zwei Stunden oder in einem wählbaren späteren Zeitfenster am selben Tag geliefert bekommen. Zum Start seien für die schnelle Lieferung rund 20.000 Artikel verfügbar, das Sortiment solle ausgebaut werden, äußerte Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber heute gegenüber der dpa.


Amazon: Noch schnellere Lieferung – Gewinn für alle Beteiligten

Andere Online-Händler arbeiten ebenfalls daran, die Lieferzeiten zu verkürzen. Ebay etwa denkt darüber nach, dafür auf die Bestände von Läden in Nähe der Kunden zuzugreifen. Amazon richtete für den schnellen Lieferdienst ein zusätzliches Lager im Zentrum der Hauptstadt ein. Für die Auslieferung arbeitet man mit zwei Kurierdiensten zusammen. Neben Autos kommen auch Elektro-Fahrräder zum Einsatz. Die Bestellung läuft über die App „Prime Now", in der verfügbare Artikel und Lieferbereiche angezeigt werden.

Zum Sortiment für die schnelle Lieferung gehören auch Lebensmittel, Getränke, Elektronik, Spielzeug und Drogerieartikel, das alles bei einem Mindestbestellwert von 20 Euro. International ist die Lieferung innerhalb einer Stunde bisher unter anderem im New Yorker Stadtteil Manhattan sowie Mailand und Tokio verfügbar.

Zu dem zusätzlichen Zeitgewinn für uns Verbraucher passen auch die hervorragenden Zahlen, die Amazon am 28. April präsentierte. Dass CEO Jeff Bezos ein echter Visionär ist, stets dem Zeitgeist etwas voraus, konnten unsere
BÖRSEN-SPIEGEL-Abonnenten bereits am Montag lesen. Hier analysierten Jürgen Schmitt und sein Team die Q1-Bilanz des Online-Giganten folgendermaßen:

Mit Vollgas auf der Überholspur – Online-Platzhirsch mit Rekordgewinn

„Unser Depotwert Amazon hat herausragende Ergebnisse zum abgelaufenen ersten Quartal 2016 präsentiert. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass der Online-Versandhändler derzeit mit Vollgas auf der Überholspur unterwegs ist. Auch für das laufende zweite Quartal stellt Amazon einen Umsatz zwischen 28 und 30,5 Mrd. Dollar in Aussicht. Der operative Gewinn soll sich zwischen 375 und 975 Mio. Dollar bewegen. Das margenstarke Prime-Geschäft läuft blendend. Amazons Produkte (Kindle, Echo etc.) verkaufen sich wie warme Semmeln.“

Das erste Quartal 2016 war bereits das vierte profitable Quartal für den Online-Händler in Folge. Nachdem das erste Quartal 2015 noch in den roten Zahlen stand, glänzte Amazon nun mit einem Rekordgewinn in Höhe von 513 Mio. Dollar. Mit einem Gewinn pro Aktie von 1,07 Dollar pulverisierte Amazon die Analystenerwartungen, die im Durchschnitt 50 Cent niedriger gelegen hatten. Amazons Cloud-Geschäft hat sich mittlerweile zu einer enormen Wachstumslokomotive entwickelt. Das im Geschäftsbereich ,Amazon Web Services‘ zusammengefasste Geschäft steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um satte 64%. Der operative Gewinnbeitrag hat sich verdreifacht und ist damit auf den höchsten Wert seit mehr als fünf Jahren gestiegen.


Nach Jahren des Verzichts kommt die Erntephase

Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass für den Online-Riesen nach vielen Jahren des Verzichts auf Gewinne und milliardenschweren Investitionen die Erntephase begonnen hat. Heute berichtet das Handelsblatt, Analysten hätten Amazons Kursziel auf 1.000 Dollar gesetzt - so hoch wie bei keinem anderen Wert der Wall Street! Das verleiht natürlich auch der Aktie Flügel. Am gestrigen Dienstag schloss das Papier an der Wall Street nach einem Plus von rund 3,5% bei 703 Dollar - und damit auf Allzeit-Hoch.

Ob für Sie als Anleger ein Einstieg jetzt noch lohnt, darüber erfahren sie mehr in unserem beliebten, wöchentlich erscheinenden Börsen-Digest
DER BÖRSEN-SPIEGEL smart money. Hier werden Sie Chefredakteur Jürgen Schmitt und sein Research-Team über den gigantischen Aufsteiger, der sich in unserem spekulativen Musterdepot befindet, auf dem Laufenden halten.

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Ich grüße Sie herzlich und kritisch, wenn auch nur „online“, zur Wochenmitte,

Ihre

Martina Bisdorf

PS: Für alle Umweltfreunde, zu denen ich mich übrigens auch zähle: Amazon rechnet nach eigenen Angaben durch die Schnell-Lieferungen nicht mit einer zusätzlichen Verkehrsbelastung für unsere Hauptstadt, da „Prime Now" nur einen kleinen Teil der Online-Shopping-Lieferungen ausmachen werde.





Zitat der Woche



„Wenn wir, egal in welchen Bereichen, Widerstände und Hürden abschaffen, kommen die Leute zu uns – einfach, weil es ihnen das Leben erleichtert.“

Jeffrey („Jeff“) Preston Bezos, Gründer und Präsident von Amazon.com






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