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Ausgabe vom 18. April 2016


  • Die „Causa Böhmermann“ – Die Hoffnungen ruhen auf der Justiz
     
  • Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick       


Die „Causa Böhmermann“ –
Die Hoffnungen ruhen auf der Justiz         


von Jürgen Schmitt
Herausgeber BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Kanzlerin Merkel hat sich entschieden, dem Druck des türkischen Präsidenten nachgegeben. Über diese Entscheidung wird heftig diskutiert. Nicht nur ich kann darüber nur den Kopf schütteln. Was hat der Fall Böhmermann aber eigentlich mit der Wirtschaft und der Börse zu tun? Erst einmal nichts und dann doch sehr viel. Denn es geht hier im Grunde genommen auch um Wertesysteme verschiedener Kulturkreise, die oft miteinander – und manchmal auch gegeneinander – in wirtschaftlichen Beziehungen stecken.

In dem Satire-Streit um Jan Böhmermann drängen sich zwangsläufig auch Fragen auf, ob die Türkei in der jetzigen Form tatsächlich zur Europäischen Union (EU) passt oder nicht. Denn die EU hat es schon ohne die Türkei schwer genug, in wichtigen Angelegenheiten zu einer einheitlichen Auffassung zu kommen. Wie schwer wird es dann, wenn mit der Türkei ein Land in dem Verbund dabei ist, dessen Führung über wesentliche demokratische Grundverständnisse so elementar anders denkt.

Die Reaktionen auf die Böhmermann-Satire zeigen nämlich auch auf, dass weite Teile der türkischen Bevölkerung unsere Vorstellungen von Demokratie nicht teilen. Auf meinen Artikel vor einer Woche erhielt ich viele Zuschriften und Reaktionen, die unterschiedlicher nicht ausfallen könnten. Während Deutsche nahezu ausnahmslos ihre Zustimmung kundtaten, habe ich viel Kritik von türkischen Lesern erhalten. Ihr Präsident werde in Deutschland falsch dargestellt, mit der Satire werde die ganze Türkei beleidigt etc. Das gehöre einfach bestraft.


Satire muss man ertragen können

Persönlich finde ich das Schmähgedicht auch doof und unpassend. Es ist aber so überzogen derb, dass schon allein das für Satire spricht - wenn auch der schlechten Art. Und ich frage mich, wie viel Häme und geschmacklose Satire eigentlich Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble in den letzten Jahren einstecken und ertragen mussten. Oft wurden sie beispielsweise in griechischen Medien in Nazi-Uniformen etc. dargestellt und verunglimpft. Darüber haben sich sicherlich auch viele Deutsche und die beiden selbst geärgert. Auf die Idee, in diesem Zusammenhang Strafforderungen gegen die Verantwortlichen zu stellen, ist aber niemand gekommen. Das muss man einfach in einer Demokratie ertragen.

Wir dürfen auf der anderen Seite niemandem vorschreiben, wie er in seinem eigenen Land leben und regiert werden will. Wenn das türkische Volk mehrheitlich zu Erdogan steht, muss man das akzeptieren. Doch in Europa und Deutschland muss man sehr wohl überlegen, ob man mit einem solchen Mann auf „Schmusekurs“ geht oder nicht. Allerdings muss in diesem Zusammenhang auch parallel die Frage erlaubt sein, warum ein Land wie Deutschland heute noch Rüstungslieferungen nach Saudi-Arabien toleriert – ein Land, das in Sachen Demokratieverständnis noch einmal Jahrhunderte hinter der Türkei hinterherhinkt. Ebenso ist der Kuschelkurs gegenüber Israel übertrieben. Hier wäre sachliche Kritik nicht nur notwendig, sondern auch angebracht.


Wir alle müssen unsere Werte schützen

Unsere Welt ist sicherlich kompliziert. Und sie wird von Geld und Macht regiert – rund um den Globus, selbst hierzulande. Und wir alle, von der Bundeskanzlerin bis zum einfachen Wähler, müssen permanent darauf hinwirken, dass wir in einer „sozialen Marktwirtschaft“ leben, in einer modernen Demokratie und in einer fortschrittlichen Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass wir Journalisten nicht tatenlos zusehen, wenn Presse- und Meinungsfreiheit auf den Prüfstand gestellt werden. Diese hat Kanzlerin Merkel nun leider an den Pranger gestellt. Ich kann nur hoffen, dass die Justiz dem türkischen „Möchtegern-Sultan“ zeigt, dass in Deutschland Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit tatsächlich gelebt und geachtet wird.

Herzliche Grüße

Ihr

Jürgen Schmitt
(Chefredakteur BÖRSEN-SPIEGEL)

PS: Wie Sie den „Terminen der Woche“ entnehmen können, hat die Berichtssaison volle Fahrt aufgenommen. Auch die ersten Hauptversammlungen finden diese Woche statt. Das Hauptaugenmerk der Börsianer dürfte aber auf dem EZB-Zinsentscheid am Donnerstag liegen, obwohl kaum einer eine entscheidende Wende in der Niedrigzinspolitik erwarten wird.





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Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick


Montag, 18. April 2016

Konjunkturdaten:
12:00 Deutschland: Bundesbank Monatsbericht 04/16
16:00 USA: NAHB-Index 04/16

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Bauer: Bilanz-Pk, München (10:00)
Sixt Leasing: Geschäftsbericht

Europa:
Großbritannien: Reckitt Benckiser: Q1 Interim Statement (08:00)
Frankreich: L'Oréal: Q1 Umsatz (18:00)

USA:
PepsiCo: Q1-Zahlen (12:30)
Morgan Stanley: Q1-Zahlen (13:00)
Netflix: Q1-Zahlen (22:05)
IBM: Q1-Zahlen (22:05)

Sonstige Termine:
09:30 Deutschland: 3. Banking Union Conference des Institute for Law and Finance (IKF) u.a. mit Bundesbank-Vorstandsmitglied Dombret, CEO National Bank of Greece Fragkidakis
Deutschland: Internationaler Wirtschaftsgipfel für weibliche Führungskräfte vom 17. bis 19. April in Berlin u.a. mit EU-Vizekommissionspräsidentin Georgieva, Helaba-Chefvolkswirtin Traud
Luxemburg: Treffen der EU-Außenminister (bis 19.04.)


Dienstag, 19. April 2016

Konjunkturdaten:
11:00 Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartung 04/16
14:30 USA: Baubeginne- und genehmigungen 03/16

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Zalando: Q1 Trading Update (08:00)
Sixt: Geschäftsbericht

Europa:
Schweiz: Kühne+Nagel: Q1-Zahlen (06:45)
Schweiz: Roche: Q1 Umsatz (07:00)
Frankreich: Danone: Q1 Umsatz (07:30)
Frankreich: Accor: Q1 Umsatz (17:45)
Großbritannien: Rio Tinto: Q1 Operational Report
Niederlande: PostNL: Hauptversammlung
Niederlande: Ahold: Hauptversammlung (14:00)

USA:
United Health: Q1-Zahlen (12:00)
Philip Morris: Q1-Zahlen (13:00)
Goldman Sachs: Q1-Zahlen (13:30)
Johnson & Johnson: Q1-Zahlen (13:45)
Intel: Q1-Zahlen (22:00)
Yahoo!: Q1-Zahlen (22:00)

Sonstige Termine:
Deutschland: 11. Deutscher Außenwirtschaftstag
Deutschland: Financial Services, MainFirst Bank - Vortrag „Deutsche Lebensversicherer im Niedrigzinsumfeld: Problematik und Ausblick einer unter die Räder geratenen Branche", Frankfurt


Mittwoch, 20. April 2016

Konjunkturdaten:
08:00 Deutschland: Erzeugerpreise 03/16
11:00 Deutschland: VÖB: Aktienmarktprognose
11:30 Deutschland: Anleihen; Laufzeit: 10 Jahre; Volumen: 4 Mrd. Euro
16:00 USA: Verkauf bestehender Häuser 03/16 16:30 USA: Energieministerium Ölbericht (Woche)

Unternehmensdaten:

Deutschland:

SAP: Q1-Zahlen (endgültig) (07:00)
Commerzbank: Hauptversammlung, Frankfurt (10:00)
Gea Group: Hauptversammlung, Oberhausen (10:00)
RWE: Hauptversammlung, Essen (10:00)
Villeroy & Boch: Q1-Zahlen
Sixt: Analystenkonferenz

Europa:
Schweiz: Syngenta: Q1 Umsatz (07:00)
Luxemburg: RTL Group: Hauptversammlung (15:00)
Frankreich: L'Oréal: Hauptversammlung
Großbritannien: ARM Holding: Q1-Zahlen
Großbritannien: BHP Billiton: Q3 Operational Report
Großbritannien: Unilever plc: Hauptversammlung
Niederlande: Heineken: Q1 Trading Update

USA:
Abbott Laboratories: Q1-Zahlen
Coca-Cola: Q1-Zahlen (13:30)
American Express: Q1-Zahlen (22:00)
Qualcomm: Q1-Zahlen (22:00)
Mattel: Q1-Zahlen

Sonstige Termine:
11:00 Deutschland: Pressegespräch zur Luftfahrtmesse Aero in Friedrichshafen Vertreter der Branche informieren über Zahlen und Fakten der Allgemeinen Luftfahrt, Stuttgart
11:00 Deutschland: Auftakt-Pk zur diesjährigen Hannover Messe (25. bis 29. April) Partnerland sind diesmal die USA. US-Präsident Barack Obama wird zur Eröffnung kommen und will dabei auch für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP werben.


Donnerstag, 21. April 2016

Konjunkturdaten:
13:45 EU: EZB Zinsentscheid (Pk 14:30)
14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
14:30 USA: Philly Fed Index 04/16
14:30 USA: CFNA-Index 03/16
16:00 USA: Frühindikatoren 03/16

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Zooplus: Q1 Umsatz (07:30)
Amadeus Fire: Q1-Zahlen (07:45)

Europa:
Schweiz: Novartis: Q1-Zahlen (Call 14:00) (07:00)
Schweiz: Actelion: Q1-Zahlen (07:00)
Schweiz: Adva Optical: Q1-Zahlen (07:00)
Schweiz: Lindt & Sprüngli: Hauptversammlung (10:00)
Schweiz: Clariant: Hauptversammlung (10:30)
Schweiz: Adecco: Hauptversammlung (11:00)
Frankreich: Schneider Electric: Q1 Umsatz (07:30)
Großbritannien: SAB Miller: Q4 Trading Update (08:00)
Großbritannien: Unilever: Hauptversammlung
Niederlande: Heineken: Hauptversammlung

USA:
General Motors: Q1-Zahlen (13:30)
Visa: Q1-Zahlen (22:00)
Alphabet: Q1-Zahlen (22:00)
Starbucks: Q2-Zahlen (22:05)
Microsoft: Q3-Zahlen (22:05)
Biogen: Q1-Zahlen
Schlumberger: Q1-Zahlen
AMD: Q1-Zahlen

Sonstige Termine:
08:00 Deutschland: Bundesfinanzministerium Monatsbericht 04/16 (09:30)


Freitag 22. April 2016

Konjunkturdaten:
09:30 Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 04/16 (1. Veröffentlichung) (10:00) EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 04/16 (1. Veröffentlichung)
15:45 USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 04/16 (1. Veröffentlichung)
EU: S&P Ratingergebnis Frankreich, Norwegen
EU: Fitch Ratingergebnis Italien

Unternehmensdaten:

Deutschland:

Daimler: Q1-Zahlen (07:30)
Schaeffler: Hauptversammlung (11:00)

Europa:
Schweiz: BB Biotech: Q1-Zahlen (06:30)

USA:
12:30 USA: General Electric: Q1-Zahlen
13:00 USA: American Airlines: Q1-Zahlen
13:30 USA: Caterpillar: Q1-Zahlen
14:00 USA: McDonald's: Q1-Zahlen


 


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