Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt

      16. März 2016


  • Der smarte Buchtipp für Anleger:
    „Aus kontrolliertem Raubbau“ von Kathrin Hartmann 


  • Infos zum Buch 


Der smarte Buchtipp für Anleger:
„Aus kontrolliertem Raubbau“ von Kathrin Hartmann 


von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

wenn es um Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein geht, dann würde ich von mir selbst grundsätzlich behaupten, dass ich mich in meinem Leben bewusst darum bemühe. Ich kaufe mein Fleisch bei der Landmetzgerei in unserem Dorf, achte auf Mülltrennung und fahre seit jeher Sprit sparende Autos. Ich bin ein Fan von Recycling und ich bin Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Natürlich reicht das nicht aus. Es ist nur ein verschwindend geringer Teil dessen, was wir im Einzelnen tun können, um trotz moderner, hoch technologischer Gesellschaft unseren Planeten als Lebensraum der Zukunft zu erhalten.

Meine großen Hoffnungen als börsenaffine Anlegerin ruhen deshalb vor allem auf der Green Economy. Die drohende Klimakatastrophe hat Politik und Wirtschaft wach gerüttelt, nachhaltiger mit unseren Ressourcen umzugehen. Dachte ich zumindest. Bis mir das Buch „Aus kontrolliertem Raubbau“ von Kathrin Hartmann in die Hände fiel. Der Klappentext versprach mir eine „schonungslose Abrechnung mit der Illusion des grünen Wachstums, dem Zynismus Wirtschaft, Politik und NGOs(Nichtregierungsorganisationen) und unserem verschwenderischen Lebensstil“. Und so ließ ich mich auf die große Frage ein:


Green Economy – Zukunftschance oder Illusion?

Insgesamt kann ich sagen: Dieses Buch versucht ein sehr komplexes und kritisches Gesamtbild der Green Economy zu zeichnen. Es versucht uns zu vermitteln, was wirklich dran ist, am vermeintlich „grünen Stempel“, den sich Global Player der Wirtschaft, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen vermeintlich aufgedrückt haben. Wir können es schon ahnen: Vermutlich nicht viel. Doch Kathrin Hartmann nennt das Kind deutlich beim Namen: „Der größte Witz an der Green Economy ist, dass mit einem Instrument, dass eigentlich dem Klima nutzen soll, noch größerer Klimaschaden angerichtet worden ist“, erzählt sie in einem Interview zu ihrem Buch. Und dieser eine Satz steht als großes Ganzes über der Thematik dieses Buches.

Kathrin Hartmann nimmt in ihrer umfassenden, gut 400 Seiten langen Reportage kein Blatt vor den Mund. Sie prangert an und das in sehr lebendiger Schreibweise. Man hat das Gefühl, mittendrin in ihren Erzählungen zu sein. Und das kommt nicht von ungefähr. Kathrin Hartmann war tatsächlich hautnah dabei. Für ihre Recherchen reiste die Autorin durch Europa und weiter, nach Bangladesch, Indonesien und El Salvador. Sie besuchte die Regenwälder Sumatras. Und sie musste dort feststellen, dass nur noch ein Viertel der Primärwälder Sumatras geblieben sind, der Rest wurde gerodet, um dort Palmölplantagen zu errichten. Für das angeblich so nachhaltige Palmöl, das unter anderem für Biodiesel und unzählige Fertigprodukte verwendet wird, wurden in den vergangenen Jahren unzählige Regenwaldgebiete in ganz Indonesien abgeholzt. Und genau das ist die große Lüge der Green Economy, die Kathrin Hartmann aufdecken möchte und auf die wir seit Jahren hereinfallen. Wir denken, wir tun etwas Gutes: Wir verwenden ein nachhaltiges Produkt. Doch stattdessen wird damit nur noch mehr Klimaschaden angerichtet.


Palmöl – Das Benzin der Lebensmittelindustrie

Ich möchte hier zum Abschluss eine Geschichte aus dem Buch anreißen, die exemplarisch steht für die hochwertige, investigative Arbeit, die Kathrin Hartmann mit ihrem Buch geleistet hat: Sie begleitete eine kleine Gruppe indonesischer Kleinbauern auf ihrem persönlichen Protest-Feldzug gegen den Konzern Unilever vor deren Firmensitz im Hamburger Hafen. Auf ihren Schildern, die sie in die Höhe hielten, stand: „In Unilever-Produkten steckt unser Blut und Leid“. Hintergrund: Konsumgüterriese Unilever bezieht von dem indonesischen Palmölproduzenten Wilmar sein mit dem Nachhaltigkeitssiegel versehenes Palmöl.

Doch diese Gruppe Menschen, weiß genau, was Nachhaltigkeit für den Konzern Wilmar bedeutet. Sie haben es am eigenen Leib erfahren: Sie wurden aus ihren Häusern, von ihrem Grund und Boden vertrieben, damit dort eine neue Palmölplantage entstehen kann. Unilever soll von den rigorosen Vorgehensweisen seines Geschäftspartners Wilmar gewusst haben. So berichtete es zumindest der Spiegel. Dass die Medien hier bereits ordentlich gewühlt haben, dürfte wohl auch ein Grund dafür sein, warum der Unilever-Sprecher Merlin Koene sich „dazu herab ließ“, das Firmenimperium zu verlassen und die kleine Gruppe Protestierender anzuhören. Wie diese Geschichte ausging, will ich an dieser Stelle nicht verraten. Aber eins sei gesagt: Es gab große Gesten und ein großes Versprechen. Ob es eingehalten wurde? Lesen Sie es am besten einfach selbst.

Ihnen allen einen schönen Mittwoch.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Kathrin Hartmann liest am heutigen Mittwoch, 16. März, um 18 Uhr in Aachen aus ihrem Buch „Aus kontrolliertem Raubbau“. Sicher eine sehr lohnenswerte Lesung für alle, die sich nicht länger belügen lassen wollen. Weitere Lesungstermine finden Sie unten.





Infos zum Buch:

Kathrin Hartmann:
„Aus kontrolliertem Raubbau – Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren“
Blessing-Verlag
448 Seiten
ISBN: 978-3-89667-532-3

Leseprobe unter: http://www.randomhouse.de/leseprobe/Aus-kontrolliertem-Raubbau-Wie-Politik-und-Wirtschaft-das-Klima-anheizen,-Natur-vernichten-und-Armut-produzieren/leseprobe_9783896675323.pdf

Kathrin Hartmann auf Tournee – Lesungen in Deutschland:

16.03.2016 | 18:00 UHR | Aachen
Ev. Erwachsenenbildung
Frere-Roger-Str. 8-10
52062 Aachen

31.03.2016 | 19:30 UHR | GARCHING
VHS/Stadtbücherei
Bürgerplatz 11
85748 Garching
Tel. 089/32089210

26.04.2016 | OSNABRÜCK
Attac Osnabrück



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