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Ausgabe vom 10. März 2016


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    sespiegel:
    Heutiger EZB-Zinsentscheid - Hohe Erwartungen an Mario Draghi 





Pressespiegel:
Heutiger EZB-Zinsentscheid -
Hohe Erwartungen an Mario Draghi  


von Martina Bisdorf

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

alle Augen sind heute nach Frankfurt gerichtet: Um 13.45 Uhr wird dort der Rat derEuropäischen Zentralbank (EZB)tagen und den mit Spannung erwarteten Zinsentscheid verkünden. RatschefMario Draghisteht dabei zweifelsohne im Zugzwang, hatte er doch für die Sitzung einen währungspolitischen Stimulus für die 19 Staaten umfassende Eurozone versprochen. Stellt sich die Frage, wie viel er bereitstellen wird - und vor allem, welchen Effekt das Ganze haben wird. 

Die Mittel des Mario Draghi

Die Erwartungen der Anleger und Börsianer sind hoch. DasHandelsblattspricht heute Morgen in seiner Online-Ausgabe von den„Fünf Erwartungen an Mario Draghi“, die da laut dem Wirtschaftsmagazin wären: 

1. Einlagezins senken
2. Mehr Anleihen kaufen
3. Mehr Flexibilität bei Bondkäufen wagen
4. Anleiheprogramm verlängern
5. Banken mit billigen Krediten päppeln

EZB unter hohem Erwartungsdruck

Das ist eine Menge an Forderungen an den unter Druck stehenden Notenbankchef. Im Februar fielen die Preise im Euro-Raum im Jahresvergleich um 0,2%. So eine starke Abwärtsbewegung wurde seit einem Jahr nicht mehr verzeichnet. Was viele Verbraucher freut, ist aber für die Notenbank ein Problem. Denn es könnte zu einer Spirale aus sinkenden Preisen und wirtschaftlichem Abschwung führen. Das Ziel der EZB, eine Inflation von knapp 2%, rückt in immer weitere Ferne. 

„Die Erwartungen der Märkte an die Wundertüte des Chefs der Europäischen Zentralbank sind deshalb hoch“, meint demzufolgeJens Kramer, leitender Volkswirt bei derNordLB. Womit die Investoren mindestens rechnen, ist nicht nur die Senkung des Einlagezinses, sondern auch die Erhöhung der Anleihekäufe. Im Dezember noch hatte EZB-Chef Draghi die Märkte enttäuscht, die auf eine deutlichere Lockerung der Geldpolitik gesetzt hatten. Ob es zu einer weiteren Enttäuschung oder zu einer noch stärkeren Liquiditätsschwemme kommen wird, das wissen wir heute Nachmittag. 

Welche Gedanken sich die Experten aus renommierten Börsenpublikationen im Vorfeld zum Thema gemacht haben, das erfahren Sie schon jetzt. Lesen Sie dazu den unten stehenden Pressespiegel und machen Sie sich Ihr eigenes Bild.

Das meinen die Experten: 

Börse easy
Vom 09. März 2016

Wird´s Draghi richten? - Dreierschritt als einziger Ausweg?
„Mehr interessiert die Börsianer in dieser Woche nicht: Dass die EZB am Donnerstag Entscheidungen fällt, die für sie von Vorteil sind. Das kann alles Mögliche sein wie z.B. eine Kombination aus 3 Schritten: Erstens wird der Leitzins noch weiter ins Negative gedrückt, zweitens wird das Kaufprogramm für Wertpapiere ausgedehnt und drittens werden neue Preiswert-Darlehen an die Geschäftsbanken verfügt. Dass in den letzten Wochen vermehrt darüber diskutiert wurde, wie wirkungslos die EZB-Instrumente bislang geblieben sind - Schwamm drüber! Hauptsache, der Markt wird nicht missmutig und verkauft Aktien en masse, weil die EZB nicht wie gewünscht liefert! Daher auch die große Ruhe an der deutschen Börse seit Montag: Insgesamt wurde lieber ver- als gekauft. Grund: Die Anleger wollen bei ungünstigen Beschlüssen der Notenbank nicht das Nachsehen haben. Bemerkenswerterweise gibt es Investoren, die sehr genau auf die Maßnahmen der EZB schauen werden: Sie ziehen eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Zweifel! Sie können sich partout nicht vorstellen, was es z.B. für die Kreditvergabe an Unternehmen bringen soll, wenn der Negativzins noch ‚erhöht‘ wird. Brachten doch die bisherigen Beschlüsse schon nichts ein! Der Fokus dieser Skeptiker ist daher am Donnerstag auf das gesamte Maßnahmenpaket gerichtet. Die Überlegung: Je mehr, desto schlechter! Sollte es morgen tatsächlich einen ,Dreierschritt' geben, bedeutete das nämlich nur, dass die EZB recht pessimistisch für die künftige Entwicklung der Konjunktur in Euroland ist.“  

Der Aktionär
Vom 08. März 2016 

An die Presse Mario – Investition in Sachanlagen alternativlos
„Am 10. März tagt erneut die EZB um Mario Draghi. Viele Beobachter gehen davon aus, dass der das Rad beim Zins noch ein Stück weiter ins Negative drehen wird. Die Strafzinsen kann man im Grunde als Gebühr für die ,sichere' Aufbewahrung des Geldes ansehen. Sobald die Strafzinsen höher sind als die Aufbewahrungs- und Versicherungskosten für Bargeld, werden die Marktteilnehmer dazu übergehen, das Bargeld zu horten. Es sieht auch so aus, also ob das nicht mehr so lange dauert. Die Sparkassen rechnen jetzt bereits nach, ob es nicht billiger ist, lieber Bargeld in die Tresore zu packen, statt es (digital) zu Negativzinsen bei der EZB einzulagern. Die europäischen Banken haben insgesamt 245 Mrd. Euro bei der EZB geparkt. Auf ein Jahr gerechnet müssten sie darauf 735 Mio. Euro Strafzins zahlen. Wenn das große Geldhorten (in Scheinen und Münzen) anfängt, muss EZB-Chef Mario Draghi die Druckerpressen tatsächlich anwerfen. Derzeit sind nur 10% der Euro-Geldmenge wirklich in Form von Bargeld im Umlauf. Die Rechenspiele der Sparkassen zeigen, dass mit dem billigen Geld eben nicht die Kreditvergabe angekurbelt wird. Die Politik Draghis scheint gescheitert. Der Markt verliert das Vertrauen in die Notenbanken. Wenn man pessimistisch sein will, könnte man sogar sagen, dass der EZB die Kontrolle entgleitet und sie versucht, mit noch mehr Verzweiflungsaktionen das Ruder herumzureißen. Einige Ökonomen diskutieren derzeit Helikoptergeld - also bildlich gesprochen das Abwerfen von Banknoten, damit die Bevölkerung das ,Geschenk' in den Konsum steckt - ebenso intensiv wie direkte Staatsfinanzierung, um die Schuldenlast der Staaten zu mildern. Für Anleger ist das ein herausforderndes Umfeld. Klassisches Sparen ist out, weil es bestraft wird. Sachanlagen wie Aktien und Edelmetalle haben zwar ein höheres Risko, sind aber die besseren - wenn nicht sogar einzigen - Alternativen zum reinen Geldsparen.“

BÖRSEN-SPIEGEL smart money
(Von Chefredakteur Jürgen Schmitt)
Vom 07. März 2016

Jetzt werden die Weichen gestellt 
„In den letzten Wochen habe ich Sie immer wieder auf Mitte März eingeschworen. Warum? Weil wahrscheinlich genau in dieser Woche wichtige Weichen gestellt werden, die auch die Aktienmärkte mittelfristig maßgeblich beeinflussen werden. So geht es beim aktuellen EU-Gipfel in Brüssel keinesfalls nur um die aktuelle Flüchtlingskrise, sondern im Grunde genommen darum, ob das europäische ,Projekt' in der jetzigen Konstellation überhaupt eine Zukunft hat. In diesem Zusammenhang wird auch die EZB-Sitzung Mitte der Woche entscheidend. Was hat Mario Draghi noch an Optionen im ,Köcher', um Wirtschaft und Inflation endlich in die gewünschte Richtung zu schieben? Aus meiner Sicht sind hier sowohl positive als auch negative Überraschungen möglich.  Und wären die Probleme in und um Europa herum nicht schon genug, kommen auch die wichtigen Volkswirtschaften in den USA und China nicht so richtig in Fahrt. Schlimmer noch: Die chinesische Führung hat am Wochenende ihre Wachstumsprognosen nach unten korrigiert. Ob sie es aber überhaupt schafft, das nun anvisierte Wachstum von 6,5% per anno tatsächlich zu erreichen, steht in den Sternen. Niemand kann seriös prognostizieren, welche Kettenreaktionen die jüngste Konjunkturdelle noch nach sich zieht. All dies hat natürlich wiederum die amerikanische Notenbank genau im Auge, die selbst wohl inzwischen eingesehen hat, dass der zurückliegende erste Zinsschritt nach oben wohl zu früh erfolgte. Vor diesem Hintergrund sollten wir die nächsten Tage in aller Ruhe abwarten, ehe wir uns wieder klarer positionieren.“

Marschrichtung der Aktienmärkte wird festgelegt

Dass in den kommenden Tagen und Wochen die Marschrichtung für die Aktienmärkte festgelegt wird, darin sind sich alle Experten einig. Immerhin tagt nächste Woche die amerikanische Notenbank Fed, die ihren ersten Schritt in Richtung Zinserhöhung in Anbetracht der prekären Lage sicher überdenken dürfte. Nicht zuletzt muss man auch die Situation an den Rohstoffmärkten, insbesondere im Hinblick auf die weitere  Entwicklung des Ölpreises, im Blick behalten.

Es bleibt also spannend und auch nicht ganz ungefährlich. Denn nicht alle Entwicklungen sind klar vorhersehbar. Eines ist aber sicher: Wir begleiten Sie kompetent mit unseren Experteneinschätzungen, Analysen und Empfehlungen in unseren Börsenpublikationen:BÖRSEN-SPIEGEL smart money,Smart Money InvestorundDas 100%-DEPOT

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Herzliche Grüße

Ihre 
Martina Bisdorf

PS: Lesen Sie schon morgen hier imBÖRSEN-SPIEGELdaily, wie wir den heutigen EZB-Zinsentscheid werten und was er, wie auch immer er ausfällt, für Sie als Anleger bedeutet. 




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