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Ausgabe vom 03. März 2016


  • Pressespiegel: Branchen im Wandel – Wettlauf gegen die Zeit 





Pressespiegel: Branchen im Wandel – Wettlauf gegen die Zeit 


von Martina Bisdorf

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nichts ist so beständig wie der Wandel. Für die einen eine Binsenweisheit, für die genauen Beobachter aber: eine Tatsache. Und zwar eine, die für alle Lebenslagen und -bereiche Gültigkeit hat. Ich zähle mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Als Wirtschaftsredakteurin liegt es für mich in der Natur der Sache, die Dinge – insbesondere jene, die an den Märkten vor sich gehen – genauestens zu beobachten. 

Und dabei kommt man in den letzten Jahren nicht umhin, den rasanten Wandel anzuerkennen, der über sämtliche Branchen hinwegfegt wie ein Sturm. Wer sich nicht beweglich zeigt, wird umgepustet. Insbesondere die Sektoren, in denen Technik und Forschung vorne an stehen, legen dabei ein schwindelerregendes Tempo vor. Innerhalb von Monaten büßen beispielsweise in der IT-Branche Programme an Aktualität ein, ständig gibt es etwas Neueres, Besseres, Sichereres... 

Alle Unternehmens-Branchen sind einem rasanten Wandel unterworfen

Aber auch klassische Sektoren, wie die Automobilbauer, die sich längst auf dem Weg zur Hightech-Ära befinden, sind gezwungen, das Tempo mitzuhalten, wenn sie morgen noch existieren wollen. So lese ich heute imHandelsblatt:Audirüstet sich für den ,brutalen Wettbewerb'.“Die Ingolstädter VW-Tochter hat nicht zuletzt wegen der VW-Abgasaffäre 2015 über 6% weniger Gewinn eingefahren. 

Bei der Konzernspitze gilt nun das Motto:„Jetzt erst recht“,wie nach der heutigen Vorlage der Bilanzzahlen von VorstandschefRupert Stadlerzu vernehmen war. Der Umsatz des Premium-Autobauers kletterte zwar dank eines Rekordabsatzes von 1,8 Mio. verkauften Pkw um 8,6% auf 58,42 Mrd. Euro. Damit lag die operative Rendite allerdings mit 8,3% deutlich unter den 9,6% des Vorjahres und weit hinter KonkurrentDaimler, der 2015 in seinem Pkw-Geschäft 10% Marge erzielte. Von Premium-PlatzhirschBMWstehen die Zahlen für das vergangene Jahr noch aus.

Autobranche besonders betroffen – Genfer Autosalon wird manches ans Licht bringen

Dass der Automobilsektor momentan besonders im Fokus der Wirtschaftsnachrichten steht, haben wir nicht zuletzt demGenfer Autosalonzu verdanken. Die größte Automobilmesse Europas öffnet heute ihre Pforten für die Besucher, die genau wie die Experten höchst gespannt darauf sind, mit welchen Innovationen die Fahrzeugbranche dieses Jahr vorfahren wird. Doch dazu werden Sie hier an dieser Stelle morgen mehr erfahren.

Heute wollen wir uns dem Thema Umbruch zuwenden, von dem außer den IT- und Autoproduzenten ein weiterer Sektor extrem stark betroffen ist: Die Biotech-Branche – und damit der gesamte Bereich der Gesundheitsindustrie. Der „Boom Gesundheit“ breitet sich über den Globus wie eine vermeintlich schützende Schicht. Abgesehen von etlichen Trittbrettfahrern, die etwa durch fragwürdige Nahrungsergänzungsmittel ein längeres Leben oder gar die ewige Jugend versprechen, ist das durchaus ein Segen. 

Wettlauf mit Krankheiten – Zeit zählt in der Biotech- und Pharmabranche... 

Man denke nur an die rasanten Fortschritte in der Krebsforschung, die in den letzten Jahren erzielt wurden und vielen Menschen Heilung oder zumindest eine höhere Lebensdauer- und qualität mit der Erkrankung ermöglichen. Auch in der Biotech- und Pharmabranche gilt demzufolge: Offenheit für Fortschritt ist der Schlüssel zum Erfolg. All das gelingt eben nur mit Forschergeist, Kapital und dem Wagnis, ganz neue Wege zu gehen. 

Noch vor wenigen Jahren hätte man beispielsweise die Idee, menschliche Organe mittels 3D-Druck herzustellen, für absurd gehalten. Heute sind wir mit Siebenmeilenstiefeln auf dem Weg dorthin. Einer amerikanischen Biotech-Schmiede fehlt angeblich nur noch wenig, um eine komplette menschliche Leber per Computer herzustellen. Einzelne lebensfähige Zellen, zunächst zwar nur für pharmazeutische Tests, gibt es schon länger. 

… Zeit, neue Wege zu gehen – … Zeit, neue Branchen zu entwickeln

Das Beispiel der 3D-Drucktechnik, die in diversen Bereichen wie etwa Architektur oder Design schon lange verwendet wird, macht uns klar, dass der Branchen-Wandel auch neue Sektoren mit Zukunft hervorbringt. Auch für sie gilt: Stetig im Wandel bleiben, um sich den neuen Bedürfnissen unserer Gesellschaft anzupassen!

Dass solche Umbrüche immer mit Risiken verbunden sind, sowohl für die eingesessenen Branchen, die sich einem radikalen Wandel unterziehen müssen, als auch für jene Branchen-Nischen, die daraus neu entstehen, das zeigen Ihnen die drei folgenden Artikel aus renommierten Wirtschaftspublikationen sehr deutlich. 

Das meinen die Experten: 

Focus Money
Vom 02. März 2016

In der Autobranche herrscht Aufruhr
„Das Internet kommt ins Auto. Marke und Design bleiben wichtig. Entscheidend aber wird sein, wie viel IT-Spielereien unter dem Blechkleid stecken – Stauhilfen, E-Mails, Unfallwarner, Börsenkurse. Know-how, das aller Wahrscheinlichkeit nach Firmen wie Apple, Microsoft oder Google beisteuern. Werden Autoikonen wie Daimler oder Porsche zu Komparsen? ,Die Autoindustrie wird sich in den nächsten Jahren so stark wandeln wie noch nie in ihrer Geschichte', warnt Andreas Cornet, Experte für Automobilzulieferer beim Unternehmensberater McKinsey. Der Gewinner bekommt alles. Die Herausforderungen sind enorm. Schnelligkeit wird zum wichtigsten Erfolgsfaktor für Unternehmen und ihre Lenker. Beispiel: die Autoindustrie – lange Zeit ein Hort beschaulicher Ruhe. Doch damit ist nun Schluss. ,Heute ist alles super – ja! Aber morgen kann’s ziemlich dumm laufen', rumort es auf den Vorstandsfluren. Internet-Anschluss, Elektroantrieb, selbstfahrendes Auto – da will man, nein, da MUSS man dabei sein. ,Wenn nicht, werden Sie als Hersteller in Zukunft ein Problem haben', erklärt BMW-Chef Harald Krüger. ,Da kann das Design noch so toll sein.' In der Branche herrscht Aufruhr. Trotz Sparzwang und Renditeknick muss neues Personal her. Gesucht: IT-Spezialisten. BMW sucht, Daimler sucht, Audi sucht. Und ein anderer sucht auch: Apple. Der allerdings braucht Autofachkräfte. Sitzen die Rivalen wirklich noch in Stuttgart, Ingolstadt oder München? Oder doch eher in Palo Alto, Mountain View oder Menlo Park? Google ernannte den erfahrenen Automanager John Krafcik zum Chef seines Roboterautoprojekts. Apple schraubt laut Branchengerüchten am ,iCar'. ,Unser Geschäft bekommt ganz neue Spielregeln', erklärt Krüger – und der Kunde eine neue Form der Mobilität: Autos, die zum rollenden Büro werden, um die Ecke gucken, sich mit anderen Fahrzeugen austauschen, vor Staus warnen, autonom fahren und auf Parkplatzsuche gehen. Bis hierher und nicht weiter. Ein teurer Spaß. Denn Forschung und Entwicklung verschlingen in den nächsten Jahren Unsummen an Geld. Genauer: 18 Mrd. Euro. Im Dunstkreis des Silicon Valley sind das nur Peanuts. Allein Apple sitzt auf einem Cash-Berg von etwa 200 Mrd. Dollar. Das macht locker im Umgang mit der Konkurrenz. ,Wir hoffen, dass wir mit vielen von euch zusammenarbeiten können', sagte Google-Manager Krafcik im Januar vor Automanagern auf der Branchenmesse in Detroit. Im schwäbischen Sindelfingen hält sich die Begeisterung in Grenzen. ,Wir wollen, dass die Systeme anderer in den Autos funktionieren, aber nicht, dass sie die Funktionen unserer Autos übernehmen', zieht Daimler-Chef Dieter Zetsche eine Art Demarkationslinie. Ein schwieriger Spagat – besonders deshalb, weil der Datenwust im Auto weiter wächst. 2017 haben weltweit vier von fünf Fahrzeugen, die neu vom Band rollen, Kontakt ins Netz. Der Anteil der internetfähigen Neuwagen soll sich nach Schätzungen des Branchenverbands VDA von aktuell 25% in den kommenden Jahren mehr als verdreifachen. 2020, so erwartet der Marktforscher BI Intelligence, rollen 10 Mio. Fahrzeuge mit teil- oder vollautonomen Fahrerassistenzsystemen über die Straßen.“ 

Hot Stocks Europe
Vom 29. Februar 2016

Biotechs sind extrem hoher Volatilität unterworfen
„Kaum ein anderer Sektor kann zeitweise eine derart hohe Volatilität aufweisen wie die BIOTECHS! Schließlich hängt das Wohl und Wehe eines Biotech-Unternehmens nicht selten an einem einzigen Produkt, auf dessen Zulassung man über Jahre hinarbeitet. Erst in der vorvergangenen Ausgabe konnten wir Ihnen von der Kursverdoppelung bei unserer Altempfehlung EPIGENOMICS berichten, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA ihre Anforderung weiterer Unterlagen zum Darmkrebstest des Unternehmens zurückgenommen hatte. Im Berichtszeitraum explodierte nun der Aktienkurs von PAION binnen 10 Tagen von Euro 1 auf Euro 2.50, weil das Unternehmen vom Erreichen eines wichtigen Meilensteines im Zulassungsprozess für das Anästhetikum Remimazolam in Japan berichten konnte. Dass der Markt im Zuge schlechter Nachrichten aber auch genauso hart reagieren kann, bekam in den vergangenen Monaten BIOTEST zu spüren. Anfang 2015 notierte der Aktienkurs noch bei Euro 38, fiel dann aber bis auf Kurse um Euro 10 in diesem Monat zurück. Hintergrund ist der Fehlschlag bei der Entwicklung des Medikamentenkandidaten BT-061, der in einer Phase IIb-Studie zur Behandlung von rheumatoider Arthritis die Ziele nicht erreichen konnte. Das Präparat war einer der Hoffnungsträger der Company, dem Experten ein Potenzial von bis zu Euro 2 Mrd. pro Jahr bescheinigt hatten.“

Fuchs-Kapitalanlagen
Vom 19. Februar 2016

3D-Druck – Marktnische mit Zukunft und Risiko 
„Additive Fertigung, auch 3D-Druck genannt, ist eine Technologie mit großem Wachstumspotenzial. Ein Gutachten im Auftrag der Bundesregierung sagt für 2020 ein Weltmarktvolumen von 21 Mrd. Dollar voraus. Das gilt für Drucker, Material, Zubehör und Software. Im Jahr 2013 lag es bei 3 Mrd. Dollar. Das Potenzial der Technik liegt aber weniger in der privaten Nutzung als vielmehr im industriellen Bereich. Hier erlaubt additive Fertigung die Produktion spezieller Formen, die keine andere Technik ermöglicht. Außerdem ist eine schnellere Entwicklung und Produktion von Prototypen, höhere Werkstoffeffizienz und eine wirtschaftliche Produktion von Kleinserien bis hin zu Einzelstücken möglich. Da die Anwendungen aber noch kein Massenmarkt sind, sind alle Aktien nur risikobewussten Anlegern zu empfehlen. Allerdings werden ,Pioniere' oft mit besonders hohen Gewinnen für das eingegangene Risiko entschädigt.“

Fortschritt und Entwicklung dienen der Menschheit

Ich denke, diese drei Beispiele veranschaulichen uns deutlich, wo es in Zukunft langgeht. Sicher wird es auch hier Schattenseiten geben. Das haben neue Entwicklungen nun mal an sich. Aber vieles an Innovationen dient der Menschheit, sei es der Gesundheit oder dem Fahrspaß, der ja für viele von uns auch ein hohes Gut darstellt.

Nicht zuletzt profitiert in jedem Fall die Wirtschaft von solchen Entwicklungen und damit auch wir als Anleger. Denn nichts ist rentabler, als in innovative Unternehmen zu investieren, die den Fortschritt nicht verweigern, sondern nutzen. 

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und gönnen Sie sich einen Hauch von Luxus, in dem Sie etwa morgen hier in unserem Newsletter einen Abstecher auf denGenfer Autosalonmachen. 

Herzliche Grüße

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Aus derVolkswagenMitarbeiterzeitschriftMitbestimmengeht heute hervor, dass VW seinen 120.000 Mitarbeitern im Haustarif trotz der milliardenschweren Belastungen aus der Abgas-Affäre auch für das Jahr 2015 einen Bonus zahlen wolle. VorstandschefMatthias Müllerund BetriebsratsvorsitzenderBernd Osterloheinigten sich auf eine „Anerkennungsprämie“, deren genaue Summe jedoch noch nicht feststeht. Auch das nenne ich innovativ, zumindest motivationsfördernd. 





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