Börse, Wirtschaft, Lifestyle- Was Anleger & Börsenprofis bewegt

Ausgabe vom 29. Februar 2016


  • Weltspartag wird zum Volkstrauertag   

  • Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick 

Weltspartag wird zum Volkstrauertag  

von Jürgen Schmitt
Herausgeber BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Jahr für Jahr findet im Oktober der sogenannte „Weltspartag“ statt, der laut einigen „Sparkassen-Slogans“ die „Sparkultur fördern“ und Anleger dazu animieren soll, „mehr aus ihrem Geld zu machen“. Ich bin schon jetzt mal gespannt darauf, mit welchen Aufmunterungen die Sparkassen im Herbst dieses Jahres versuchen werden, uns Deutsche dazu zu animieren, unsere rund 2 Bio. Euro Erspartes weiterhin auf den Sparbüchern versauern zu lassen. Damit „sparen“ die Deutschen übrigens rund ein Drittel des gesamten europäischen Sparvermögens. 

Leider mutiert der Weltspartag zunehmend zum Volkstrauertag. Denn die Zinsen auf Erspartes sind in den letzten Jahren so schnell geschmolzen wie Schnee in der Frühlingssonne. Doch damit nicht genug! Nachdem es – und darüber habe ich ja hier schon berichtet – längst schon negative Zinsen für große, institutionelle Investorengruppen gibt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis vor allem die europäischen Staaten mit einem solchen vor Jahren noch undenkbaren Instrument auch auf Ihr Erspartes zugreifen werden. 

Dividenden sind die neuen Zinsen

Die hoch verschuldeten Staaten werden alles versuchen, an Teile der rund 6.500.000.000.000 Euro heranzukommen, die Europäer auf die hohe Kante gelegt haben, um in erster Linie im Alter flüssig zu sein. Denn damit wäre das Schuldenthema in der Euro-Zone rasch zu beheben. Und genau in diese Richtung laufen derzeit alle Planspiele: Bargeldbegrenzung, das Ende des 500-Euro-Scheins, Registrierung von Goldkäufen, Erfassung sämtlicher Vermögenswerte usw. 

Klar, es ist illusorisch, dass Sie sich dem staatlichen Zugriff komplett entziehen. Doch Sie können zumindest dafür sorgen, dass Ihr Erspartes wieder Erträge abwirft. „Dividenden sind die neuen Zinsen“, wird künftig mehr und mehr die Devise sein. Denn erstklassige Unternehmen profitieren im Gegensatz zu Sparern von dem niedrigen Zinsumfeld und lassen ihre Anteilseigner daran auch partizipieren.

Erstklassige Unternehmen profitieren von der Niedrigzinslandschaft

Nehmen wir als Beispiel die Allianz. Der sicherlich auch Ihnen bekannte Versicherer verdient sich Jahr für Jahr dumm und dusselig mit Autoversicherungen, Lebensversicherungen, Krankenversicherungen oder Unfallversicherungen – Dinge, die wir alle ja mehr oder weniger auch benötigen. Zudem sind die Münchener auch im Asset-Management tätig und verwalten „Erspartes“ ihrer Kunden in Fonds etc. Und das machen sie nach Meinung vieler Experten eher schlecht als gut. Dennoch erwirtschaftete der Konzern in 2015 bei einem Umsatz von rund 125 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von fast 11 Mrd. Euro. 

Noch einmal: Beim Gewinn wäre sogar noch deutlich mehr drin, doch auch dieser reicht locker aus, um die Dividende (also die Gewinnbeteiligung der Anleger) Jahr für Jahr auf nun 7,30 Euro je Aktie für 2015 anzuheben. Und für das laufende Jahr 2016 können Sie schon heute fest davon ausgehen, dass die Ausschüttung je Aktie weiter angehoben wird. Beim aktuellen Kurs der Aktie von 130 Euro, rentiert die Aktie also mit 5,6%. Wenn das mal keine Alternative zum Sparbuch ist. 

Wir Deutsche wissen mehr über Atome als über Finanzen

Ich weiß, dass viele Leser diese Zusammenhänge nicht ganz verstehen und vor allem auch nicht mit den Schwankungen der Aktienkurse klarkommen. Im Grunde genommen ist das alles keinesfalls hochkompliziert. Doch gerade wir Deutsche lernen in der Schule mehr über das Innerste eines Atoms oder das Paarungsverhalten von Eichhörnchen als über die Funktionsweise unserer Wirtschaft und der Kapitalmärkte. 

Vielleicht möchte unser Staat seine Bürger ja in diesen Dingen gar nicht aufklären. Sonst kämen Sparer am Ende noch auf die Idee, unsere Börsenbriefe zu lesen oder in unseren Fonds zu investieren, statt treu und brav Steuern zu zahlen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und das, was am Ende noch übrig ist, auf unverzinslichen Sparkonten zu parken, bis der Staat über die Hintertür klammheimlich auch darauf zugreift.

Darüber sollten Sie nachdenken, herzliche Grüße 

Ihr 
Jürgen Schmitt 
Chefredakteur BÖRSEN-SPIEGEL 

PS: Diese Woche ist geprägt von wichtigen Konjunkturdaten. Hier wird das Augenmerk der Börsianer insbesondere auf die USA gerichtet sein. Ein erfreuliches Highlight wird in dieser Woche sicher die Eröffnung desInternationalen Automobilsalons in Genfam Donnerstag (bis 13.03.) sein, über den wir hier jedes Jahr gerne berichten. So auch am kommenden Freitag hier an dieser Stelle. 



Anzeige 

BNP Paribaspräsentiert:Einladung

Sehr geehrte Damen und Herren,

nehmen Sie auch im März wieder amGewinnspiel von BNP Paribasteil und gewinnen Sie einen tollen Preis. Was Sie dafür tun müssen? Treten Sie gegen andere Teilnehmer an und geben Sie vom 1. bis zum 7. März Ihre Markteinschätzung zu DAX, Gold, Öl und Euro ab. Stichtag ist Ende März. Unter allen Einsendungen verlosen wir einMicrosoft Lumia Smartphone

Seien Sie dabei und gewinnen Sie jeden Monat. Jetzthier klicken, und schon sind Sie nur noch vier weitere Klicks vom möglichen Gewinn entfernt.
 
Weitere Informationen zum Gewinnspiel sowie die Markteinschätzungen der Teilnehmer aus den letzten Monaten finden Sie auf unsererService-Seitevon BNP Paribas.

Wir wünschen Ihnen viel Glück beim Tippen!

IhrBNP Paribas Derivate-Team




Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick



Montag, 29. Februar 2016 

Konjunkturdaten:
08:00 Deutschland: Außenhandelspreise 01/16
08:00 Deutschland: Einzelhandelsumsatz 01/16
11:00 EU: Verbraucherpreise 02/16 (vorab)
15:45 USA: Chicago Einkaufsmanagerindex 02/16 
16:00 USA: Schwebende Hausverkäufe 01/16

Unternehmensdaten: 

Deutschland: 
RIB Software: Jahreszahlen (07:30)
QSC: Jahreszahlen (07:30)  
  
Sonstige Termine:
10:30 Deutschland: Pk Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zu qualifizierter Zuwanderung u.a. mit IW-Direktor Michael Hüther, Berlin 

Dienstag, 01. März 2016

Konjunkturdaten:
08:00 Deutschland: Großhandelsumsatz Q4/15
09:55 Deutschland: Arbeitslosenzahlen 02/16 
09:55 Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe 02/16 (endgültig)
Deutschland: sentix: Euro Break-up Index
Deutsche Börse: Handelsstatistik 02/16 
10:00 EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe 02/16 (endgültig)
11:00 EU:  Arbeitslosenquote 01/16
15:45 USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 02/16 (endgültig) 
16:00 USA: ISM Verarbeitendes Gewerbe 02/16 16:00 
USA: Bauausgaben 01/16
USA: Pkw-Absatz 02/16

Unternehmensdaten: 

Deutschland: 
Zalando: Jahreszahlen (09:30Call) (08:00)
DZ Bank: Bilanz-Pk, Frankfurt (10:00)
Allianz Deutschland Jahres-Pk Frankfurt (10:00) 

Europa:
Schweiz: Glencore: Jahreszahlen (08:00)
Großbritannien: Barclays: Jahreszahlen (08:00)
Schweiz: Roche Hauptversammlung, Basel
Niederlande: Airbus Group: Capital Markets Update  
 
Sonstige Termine: 
Schweiz: Erster Pressetag anlässlich des Genfer Automobilsalons International Motor Show (3. bis 13. März), Genf   

Mittwoch, 02. März 2016

Konjunkturdaten:
10:00 Deutschland: VDMA: Auftragseingang 01/16
10:00 Deutschland: VCI: Konjunkturbericht Q4/15
11:30 Deutschland: Anleihen: Volumen: 4 Mrd. Euro; Laufzeit: 5 Jahre
Deutschland: VDA / KBA / VdIk Pkw-Neuzulassungen 02/16
14:15 USA: ADP-Beschäftigung 02/16
16:30 USA: Energieministerium Ölbericht (Woche) 20:00 USA: Fed Beige Book
11:00 EU:  Erzeugerpreise 01/16  

Unternehmensdaten: 

Deutschland:
Braas Monier Building: Jahreszahlen (07:00)
Morphosys: Jahreszahlen (14:00 Call) (07:00)

Europa:
Schweiz: Kuehne & Nagel: Jahreszahlen (06:45) 
Österreich: Zumtobel: Q3-Zahlen

Sonstige Termine:
09:00 Deutschland: 9. Finanzplatztag der WM Gruppe (bis 3. März), Frankfurt 
Deutschland: Abschlusstag Süddeutsche Zeitung-Finanztag „Die Zukunft der Finanzbranche - zwischen Tradition und Innovation" 

Donnerstag, 03. März 2016

Konjunkturdaten:
09:55 Deutschland: PMI Services 02/16 (endgültig)
10:00 EU:  PMI Services 02/16 (endgültig)
11:00 EU:  Einzelhandelsumsatz 01/16
14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 
14:30 USA: Produktivität Q4/15 (endgültig) 
16:00 USA: ISM Services 02/16 
16:00 USA: Auftragseingang Industrie 01/16
16:00 USA: Auftragseingang langlebige Güter 01/16 (endgültig) 


Unternehmensdaten:

Deutschland:
GFT: Jahreszahlen (07:00)
Evonik: Jahreszahlen (endgültig) (07:00)
Vonovia: Jahreszahlen (07:00)
Axel Springer: Jahreszahlen (07:30)
Adidas: Jahreszahlen (endgültig) (07:30)
Jungheinrich: Jahreszahlen (07:45)
Continental: Jahreszahlen (08:30) 
Freenet: Jahreszahlen

Europa:
Niederlande: Ahold: Jahreszahlen

USA:
Hewlett-Packard: Q4-Zahlen

Sonstige Termine:
13:30 Großbritannien: Konferenz "Die Zukunft von Großbritannien in Europa - Deutsch- Englische Perspektiven" 
Schweiz: Beginn Internationaler Automobilsalon in Genf (bis 13.03.) 
Frankreich: Treffen der Außenminister von Frankreich, Deutschland, Ukraine und Russland zur Ukraine-Krise 

Freitag, 04. März 2016

Konjunkturdaten: 
14:30 USA: Arbeitsmarktbericht 02/16
14:30 USA: Handelsbilanz 01/16

Unternehmensdaten: 

Europa:
Österreich: Andritz: Jahreszahlen (07:30)
Großbritannien: London Stock Exchange: Jahreszahlen (08:00)

 


Abbestellen des kostenlosen Newsletters

Wenn Sie diesen kostenlosen Newsletter abbestellen wollen, klicken Sie bitteHIER.

Ihnen wurde dieser kostenlose Newsletter weitergeleitet
und Sie wollen ihn nun auch beziehen?

Gehen Sie einfach aufwww.boersenspiegel.comund geben Sie Ihre E-Mail-Adresse in das entsprechendeFormularfeld ein.

Kritik, Fragen, Anregungen?
Senden Sie uns eine E-Mail an
martina.bisdorf@boersenspiegel.com.

Risikohinweis:
Bitte beachten Sie: Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber für vertrauenswürdig erachtet. Dennoch ist die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der Ausführungen für die eigene Anlageentscheidung möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Wir geben zu bedenken, dass Aktien grundsätzlich mit Risiko verbunden sind. Der Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Sie sollten sich vor jeder Anlageentscheidung weitergehend beraten lassen. Der Herausgeber kann Short- oder Long-Positionen in der/den behandelte(n) Aktie(n) halten.Copyright: © 2014 MECONOMICS. Nachdruck (auch auszugsweise), kommerzielle Weiterverbreitung und Aufnahme in kommerzielle Datenbanken nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Herausgeber:
MECONOMICS GmbH, Flemingstrasse 20-22,36041 Fulda
 V.i.S.d.P.: Jürgen Schmitt, Fulda



Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2020 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH