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Ausgabe vom 24. Februar 2016


  • Kreative Start-ups - Mit Mut und innovativen Ideen der Zukunft entgegen

  • Zitat der Woche 




Kreative Start-ups - Mit Mut und innovativen Ideen der Zukunft entgegen


von Martina Bisdorf

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Autos, Medizin, Digitales: Das sind die Bereiche, in denen die Unternehmen derzeit vor großen Um- und Durchbrüchen stehen. Während die Automobilbranche mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen hat und in Sachen Elektromobilität und Vernetzung vor großen Herausforderungen steht, läuft es in der Gesundheitsbranche rund.

Gerade eben meldete der Gesundheitskonzern Fresenius Rekordgewinne für das abgelaufene Geschäftsjahr. Und in Sachen Digitales können wir zurzeit auf dem Mobile World Congress in Barcelona beobachten, wie rasant selbst die „verrücktesten“ virtuellen Ideen zur Realität werden. Auch hier haben führende Unternehmen wie Facebook und Samsung die Nase vorn, wie Ihnen meine Kollegin Cindy Ullmann gestern berichtete.


Junge Unternehmensgründer umworben wie lange nicht mehr

Demzufolge sind junge, innovative Gründer von Unternehmen in diesen Branchen so umworben wie lange nicht mehr: Die Großen aus Pharma-, Computer- oder Energiebranche buhlen um ihre Gunst und wollen von ihrer Kreativität profitieren. Investoren überschütten sie geradezu mit Geld. Allein in den USA dürften sie bis Jahresende aller Voraussicht nach rund 70 Mrd. Dollar in die so genannten Start-ups gepumpt haben. Das erwartet jedenfalls der amerikanische Verband der Risikofinanzierer NVC A. Genaues Zahlenwerk liegt noch nicht vor.

Das wäre der höchste Wert seit dem Rekordjahr 2000. Inzwischen profitieren aber auch die Gründer in Asien und Europa von der Geldschwemme. Und das ist gut so. Denn, wie Sie sicher wissen, hinkt man hier den risikofreudigeren Amerikanern noch weit hinterher. In Deutschland ist es weitaus schwieriger, ein junges Unternehmen aufzubauen als im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Deshalb tun diese erfreulichen Nachrichten gut: Europäische Jungfirmen erhielten in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres laut der New Yorker Marktforschung CB Insights deutlich mehr als 10 Mrd. Dollar - im gesamten Jahr 2014 waren es nur 8,3 Mrd.


Es braucht verrückte Ideen und Mut, damit es vorwärts geht

„Der Trend dürfte 2016 anhalten", erwartet Tim Dümichen, bei der Wirtschaftsprüfung KPMG in Deutschland zuständig für Start-ups. Denn immer mehr Investoren aus den USA würden ihr Geld in europäische Unternehmen stecken, bei denen die Bewertungen niedriger seien als beispielsweise im überhitzten Silicon Valley. Fast die Hälfte dieses Wagniskapitals fließt in Unternehmen aus der Informationstechnik und der Softwarebranche. Deutlich gestiegen sind die Investitionen in Start-ups aus den Bereichen Gesundheit und Biotech, aber auch Finanztechnologien, Drohnen oder Internet der Dinge.

Vor allem aber braucht es mutige junge Leute, die auch mal verrückte Ideen auf dem Schirm haben und sich trauen, diese umzusetzen. Die drei kuriosesten und aus meiner Sicht einfallsreichsten Start-ups, die das gewagt haben, will ich Ihnen heute vorstellen:


Junge Start-ups stellen sich vor:

The Knots: Neues mit Altem verknüpfen
Unter dem Motto: „Neues Leben für alte Orientteppiche“ startete Unternehmensgründerin Katrin ten Eikelder 2014 in Berlin durch. Nach ihrem BWL-Studium ging die Tochter eines Teppichladen-Inhabers zunächst zu Hugo Boss. Als sie für das Unternehmen nach New York zog, entdeckte die junge Frau in angesagten Bars wieder Teppiche, mit denen sie ja quasi aufgewachsen ist. „Aber in ganz runtergerockter Form", wie sie es heute ausdrückt.

Und sie kehrte mit einer grandiosen Geschäftsidee nach Deutschland zurück. Um schick-abgenutzt auszusehen, müssen alte Teppiche im Iran oder in der Türkei ein, zwei Monate in der Sonne bleichen. Dann wird der Flor kurz rasiert, und die Teppiche eingefärbt. Die Stücke ihres Start-ups The Knots (zu Deutsch: „Geknüpftes“) sind gefragt: „Ich verkaufe 20 bis 25 Stück pro Monat", so die Jungunternehmerin. Die Preise liegen im Schnitt bei 1.000 bis 1.200 Euro. In diesem Jahr will Eikelder bereits die ersten Mitarbeiter einstellen. Ihren Umsatz im Vorjahr bezeichnet sie als deutlich sechsstellig“. Das sieht nach Potenzial aus. Also, immer schön auf dem Teppich bleiben!


Icaros: So schafft man virtuelle Realitäten
Virtual Reality steht für am Rechner geschaffene Welten, in die Nutzer eintauchen und die ihnen real erscheinen. Möglich wird das durch Cyberbrillen wie Oculus Rift oder Samsung Gear. Fragt sich nur, wie sich die Nutzer etwa bei einem simulierten Ausflug per Flugdrachen bewegen, ohne eine herkömmliche Spielesteuerung zu verwenden.

Das Start-up icaros hat dazu ein bewegliches Metallgestell entwickelt, mit dessen Hilfe die Nutzer mit dem ganzen Körper in die Kunstwelt abtauchen. Sie legen sich auf die mit Sensoren ausgestattete Vorrichtung und müssen beim simulierten Flug durch die Berge die Flugbewegungen mit ganzem Körpereinsatz wie in der Luft ausbalancieren. Die Mischung aus Spiel- und Fitnessgerät wurde auf der Sportmesse Ispo als beste Neuheit ausgezeichnet. „Unsere Kunden reichen von Vergnügungsparks bis zu Fitnesscentern", sagt Icaros-Chef Johannes Scholl. Na dann, guten Flug!


Comfy: Die Erleuchtung gegen Einbrecher
Start-up Gründer Marcus Köhler bekam in Holland die Erleuchtung. Denn 40% der Niederländer lassen das Licht brennen, wenn sie das Haus verlassen. Das soll Einbrecher abschrecken. Um das Prinzip zu perfektionieren, hat er gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie Turber eine intelligente Lampe entwickelt. Durch einen Bewegungssensor lernt sie die Beleuchtungszyklen eines Haushalts und ahmt diese nach.

„Bislang nutzen viele Menschen dazu umständliche Zeitschaltuhren", so Köhler. Der Clou bei der Comfy-Lampe: Der Sensor sendet einen Alarm aufs Handy, falls doch Unbefugte die Wohnung betreten. Das 2015 gegründete Unternehmen mit sieben Mitarbeitern hat auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter bisher mehr als 10.0000 Euro eingesammelt. Das Geld soll verwendet werden, um das Comfy-Licht mit Smart-Home-Systemen zu vernetzen. Bisher gibt es schon ca. 1.500 Vorbestellungen und Anfragen von Großhändlern. Es werde Licht!


Kreative Ideen für die Zukunft

All das sind doch Mut machende Beispiele, wie junge Menschen sich für ihre Ideen und nicht zuletzt auch für das wirtschaftliche Fortkommen eines Unternehmens einsetzen. Auch Steve Jobs hat schließlich einmal in einer Garage angefangen…

Ich hoffe, dass ich Ihnen in dieser unruhigen Börsenzeit mit dem kleinen Ausflug in die Welt echt zuversichtlicher und kreativer junger Menschen ein wenig Mut machen konnte, die immer noch laufende Korrektur mit Geduld und Weitblick durchzustehen. Unsere Handlungsempfehlungen dazu erfahren Sie in unseren Börsenpublikationen:
Der BÖRSEN-SPIEGEL, Smart Money Investor und dem 100% DEPOT.

Damit grüße ich Sie herzlich und kritisch zur Wochenmitte.

Ihre

Martina Bisdorf

PS: Weiter fallende Ölpreise und negative Vorgaben aus China haben den deutschen Aktienmarkt heute mit nach unten gezogen. Der DAX knüpfte an seine Vortagsverluste an und gab um 1,52% auf 9274,05 Punkte nach. Der MDAX der mittelgroßen Werte büßte 1,28% auf 18 812,76 Punkte ein und der Technologiewerte-Index TecDAX gab um 1,01% auf 1603,17 Punkte nach. Es heißt also nach der kurzen Erholungspause einmal mehr: Durchhalten und auf Schnäppchenjagd gehen. Wir begleiten Sie mit unseren Börsenpublikationen. Rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen dazu haben.





Zitat der Woche



„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden."

Hermann Hesse (Dt. Schriftsteller und Dichter; 1877 – 1962)





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