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Ausgabe vom 12. Februar 2016


  • Sorgenkind Deutsche Bank – Wunderkind Commerzbank            


Sorgenkind Deutsche Bank –
Wunderkind Commerzbank
            



von Dieter Wendt    
Chefredakteur 100%-DEPOT         FacebookLike   TwitterFollow 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist mal wieder eine rabenschwarze Woche für den DAX. Auch wenn es heute schon wieder etwas freundlicher aussieht. Das Ende der Korrektur ist noch nicht abzusehen. Deshalb heißt es für Sie, weiter Füße still halten.

Viele von Ihnen fragen uns natürlich besorgt, warum die Börsen denn gerade jetzt so einstürzen. Gründe sind die wachsende Sorge vor einer schwächelnden Weltkonjunktur und einer drohenden Rezession. Sie ließen die Märkte diese Woche nach unten rauschen. Laut Ifo-Institut hat sich das Weltwirtschaftsklima im ersten Quartal 2016 weiter abgekühlt. Der entsprechende Index für die Weltwirtschaft sank auf 87,8 Punkte von 89,6 im Vorquartal.


„Die Angst nährt die Angst"

Auch US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen konnte die Anleger diese Woche nicht mit ihren Aussagen beruhigen. Ihre zögerliche Haltung in Hinsicht auf weiter steigende Zinsen verunsicherte die Märkte. Und Sie wissen ja, Unsicherheit ist das, was die Börse am wenigsten mag.

Angesichts der schlechten Aussichten heißt es in Expertenkreisen: „Die Angst nährt die Angst." Da reicht die kleinste schlechte Nachricht und die Kurse brechen ein.

Mit einer generellen Korrektur an den Aktienmärkten habe ich schon längere Zeit gerechnet. Schließlich befanden sich die Aktienindizes weltweit auf Rekordniveau. Sie wissen, die Börsen kennen leider nicht nur eine Richtung. Ab und zu muss auch mal eine Verschnaufpause eingelegt werden, um neuen Schwung zu holen. Das ist jetzt der Fall.


Aber warum zieht es gerade die Banken so nach unten?

Gestern hieß es schon wieder: Deutsche Bank -6%, Commerzbank -6%, Société Générale sogar – 14%. Wer Banken in seinem Depot hat, muss derzeit starke Nerven beweisen. Selten war die Stimmung seit dem Ende der Finanzkrise 2009 so schlecht wie im Moment.

Der Vertrauensverlust der Investoren in europäische Bankaktien ist massiv. Bis zu 45% Wertverlust haben die großen europäischen Bank-Aktien seit Jahresanfang an Wert eingebüßt. Sorgen um Kreditausfälle wegen der niedrigen Rohstoffpreise und des starken Dollars, lassen Befürchtungen aufkommen, dass es mit der Konjunktur in den Schwellenländern nicht zum Besten steht. Darüber hinaus leiden die südeuropäischen Banken immer noch unter den Folgen der Eurokrise.

Und auch Besitzer von Bank-Anleihen sind enorm misstrauisch. Die Preise für Kreditausfallsicherungen (Credit Default Swaps), mit denen sich Investoren gegen Bankpleiten versichern können, sind förmlich explodiert. Sie befinden sich auf dem höchsten Stand seit etwa dreieinhalb Jahren.

Zudem machen den europäischen Banken das Niedrigzinsumfeld und die zunehmende Regulierung des Finanzsektors zu schaffen. Sie engen die Geschäftsfelder der Institute stark ein.

Der richtige Abwärtssog begann jedoch Anfang dieser Woche. Während die Jecken den Rosenmontagszügen nachweinten oder auf den Straßen feierten nahmen Gerüchte über Schieflagen bei einigen Banken überhand.




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Sorgenkind Deutsche Bank

Zu den Verdächtigen gehörte leider wieder einmal die Deutsche Bank. So würden sich angeblich faule Kredite im US-Fracking-Sektor auftürmen, die der deutsche Branchenprimus im Boom zahlreich gewährt hat. Die Befürchtung: Der Niedergang beim Ölpreis führt jetzt zu einer Pleitewelle, die auch einige Banken mit in den Abgrund reißen könnte. (Meine Kollegin Cindy Ullmann hatte Ihnen letzten Dienstag kurz berichtet.)

Deutsche Bank will Vertrauen zurück gewinnen

Dass sich die Deutsche Bank nun inmitten dieser Krise dazu genötigt fühlt, Pleitegerüchte zu dementieren, ist schon beachtlich. Für viele Investoren ist dieses Dementi natürlich Wasser auf die Mühlen, denn mit dem Satz, „wir sind zahlungsfähig“, wird der DAX-Konzern seinen Kopf nicht aus der Schlinge ziehen können.

Aus Sicht der Experten von Goldman Sachs ist die operative Ertragslage der Institute nicht mehr ausreichend, um die negative Stimmung für die Branche auszugleichen. Viele Häuser, allen voran die Deutsche Bank, leiden angesichts fallender Erträge und milliardenschwerer Strafzahlungen unter einer zu dünnen Eigenkapitaldecke. Deshalb sei die Bewertung inzwischen so schlecht wie zu den Zeiten der Finanzkrise 2008 und der Eurokrise 2011.


Keine Angst vor einer Pleite: „Too big to fail“

Sie müssen jedoch keine Angst vor einer Pleite haben. Diese ist völlig abwegig, denn am Ende würde immer die Regierung als Geldgeber einspringen, wie sie es auch schon bei der Commerzbank getan hat. Denn auch hier gilt: „Too big to fail“. Die Deutsche Bank ist systemrelevant, was bedeutet, es würde schlimme Turbulenzen geben, wenn eine Pleite zugelassen würde.

Wunderkind Commerzbank: 16% Plus

„Too big to fail“ war, wie oben schon erwähnt, 2008 auch ein anderes Bankhaus, das der Staat während der Bankenkrise aufgrund einer Schieflage unter seine Fittiche nahm und teilverstaatlichte: Die Commerzbank.

Wie schnell sich das Blatt an der Börse drehen kann, zeigt dieses einstige Sorgenkind. Während auch dieses Bankhaus in den letzten Tagen nicht verschont wurde und einen rasanten Kurssturz hinlegte, steigt es heute wie Phönix aus der Asche und verblüfft seine Aktionäre mit besser als erwarteten Jahreszahlen. Die Belohnung: 16% Plus.

Ja, liebe Leser, auch das kann Börse sein. Und tut bei den sonstigen schlechten Nachrichten zur Abwechslung mal ganz gut.


Gewinn vervierfacht – Erste Dividende seit 2007

Dank eines kräftigen Wachstums im Privatkundengeschäft erzielte das Finanzinstitut 2015 erstmals seit fünf Jahren wieder einen Milliardengewinn. Der Überschuss vervierfachte sich auf 1,06 Mrd. Euro. Darüber hinaus versprach das Bankhaus seinen Aktionären mit 20 Cent pro Aktie die erste Dividende seit Beginn der Finanzkrise. Für das neue Jahr peilt die Commerzbank eine leichte Steigerung des Gewinns an.

Konzernchef Martin Blessing, der die Führung der Commerzbank 2008 übernommen hat, verkündete seinen Rücktritt. Er hatte im Herbst angekündigt, seinen in diesem Oktober auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Wer die Commerzbank künftig führen wird, ist offen.


Lassen Sie sich nicht die Laune verderben – Wir gehen bald auf Schnäppchenjagd

Lassen Sie sich also nicht von der bearishen Stimmung die Laune verderben. Die aktuelle Börsenphase stellt aus meiner Sicht eine ideale Chance dar, um sich günstig bei Qualitätswerten einzukaufen. Der Startschuss wird fallen, sobald die Volatilität deutlich nachlässt. Bis dahin sollten Sie frei werdende Liquidität erst einmal sammeln und geduldig abwarten.

Wenn Sie wissen wollen, in welche Aktien ich mein Geld investieren würde,
fordern Sie noch heute mein 100%-DEPOT an.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Herzliche Grüße

Ihr

Dieter Wendt
Chefredakteur 100%-DEPOT

PS: Mein Millionen-Depot, das Teil meines
100%-DEPOT ist, schlägt sich übrigens deutlich besser als der Markt. Hier werde ich in Kürze auf Schnäppchenjagd gehen. Nicht verpassen!

 



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