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Ausgabe vom 08. Dezember 2015


  • Megatrend: Unser neuer Freund, der Roboter   


Megatrend:
Unser neuer Freund, der Roboter 



von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kennen Sie schon Doro, Coro und Oro? Nein? Ich bis gestern auch nicht. Das sind die Namen von 3 humanoiden Robotern, die an der Scuola Superiore Sant’Anna, einer Elite-Hochschule in Pisa, entwickelt worden sind. Gestern Abend habe ich noch kurz im Fernsehen rumgezappt und blieb bei der interessanten Reportage „Aufstieg der Roboter – Intelligente Helfer“ hängen.

Fakt ist, unsere Gesellschaft wird immer älter. Gleichzeitig vollzieht sich der technologische Fortschritt so rasant wie noch nie zuvor. Da werden Roboter mehr und mehr als Unterstützung im normalen Leben gebraucht. Daher arbeiten Wissenschaftler weltweit mit Hochdruck an neuartigen Robotern, die uns das Leben schon heute und auch in Zukunft erleichtern sollen. Selbstfahrende Autos, über die ich Ihnen an dieser Stelle schon häufiger berichtet habe, sind hier nur ein Aspekt.


Doro, Coro und Oro, die niedlichen Haushaltsroboter erobern die Welt…

Es sieht so aus, als ob menschenähnliche Roboter die Welt erobern werden. Zur Veranschaulichung, was bereits möglich ist, greife ich Doro, Coro und Oro heraus. „Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben“ bringt es auf den Punkt und wird als der Megatrend der Zukunft gehandelt.

Doro, Coro und Oro sind drei verschiedene Robotertypen. Doro steht für Domestic Robot. Er ist also ein Haushaltsroboter, der gebaut wurde, um älteren Menschen im Haushalt zu helfen. Mithilfe von Doro können Videogespräche mit Freunden und Verwandten geführt werden. Der Roboter kann schwere Sachen hin und her tragen und bei kritischen Situationen im Haus sofortige Hilfe leisten. Er ist derjenige, der Ihnen zu Hause viele Arbeiten abnimmt, um einfach mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.


… und bieten „Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben“

Coro hingegen ist ein Condominium Robot. Er versteht sich als Eigentumsschützer. Er wurde für den Einsatz in Apartmenthäusern gebaut und ist eine Art Portier. Er dient in erster Linie der Sicherheit und der Gebäudeüberwachung. Coro kann aber auch Dinge ins Apartment bringen oder Besucher identifizieren.

Kommen wir zu Oro, dem Outdoor Robot. Er wurde für die Arbeit draußen gebaut. Da schon 2050 75% der Menschen in Städten leben werden, kommt er insbesondere auf Plätzen und Straßen zum Einsatz. Seine Hauptaufgabe ist es, Menschen Unterstützung anzubieten und Informationen und Dinge zu transportieren. Er entsorgt zum Beispiel die Mülltüten oder trägt die Einkäufe. Darüber hinaus soll er älteren Menschen helfen, sich mehr zu bewegen, indem er sie beim Sparziergang begleitet.

Doch die drei Roboter können noch mehr. Sie kommunizieren miteinander und helfen sich gegenseitig.


Japans Regierung setzt auf die Roboter-Revolution

Besonders Japan setzt auf Roboter. Das Land leidet unter seiner immer älter werdenden Gesellschaft, während die Einwohnerzahl seit 2005 Jahr für Jahr sinkt. In vielen Branchen fehlen Arbeitskräfte. Besonders betroffen ist die Altenpflege. Doch die Gesellschaft sperrt sich gegen Einwanderer. Viele Unternehmen setzen deshalb auf Roboter, um die Lücken zu füllen und die Wirtschaft in Gang zu halten.

Deshalb will Japan auch den Markt für Roboter massiv ausbauen. Zu diesem Zweck verabschiedete Anfang 2015 ein neuer Regierungsausschuss zur „Verwirklichung einer Roboter-Revolution" einen Fünf-Jahres-Plan. Ziel ist es, den Markt für Industrieroboter bis 2020 auf 1,2 Bio. Yen (9 Mrd. Euro) zu verdoppeln.

Der Markt für Dienstleistungsroboter soll im gleichen Zeitraum um das 20-Fache auf ebenfalls 1,2 Bio. Yen ausgeweitet werden. Japan solle zur weltweit führenden Nation bei der Anwendung von Robotern in der Gesellschaft werden, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe.

Wie stark die Japaner auf die Hilfe von Roboter zählen, können Sie sehr schön auf der Roboter-Messe iREX in Tokio sehen. 350 Aussteller zeigen hier niedliche Dienstleistungsroboter, kollegiale Industrie-Roboter und Exoskelette, die übermenschliche Kräfte verleihen.


Altenpfleger, Banker oder Kaffeemaschinenberater – Roboter können fast alles

Roboter werden in Japan schon vielfach eingesetzt. So hat der japanische Elektronik-Riese Panasonic ein Roboterbett entwickelt, das sich eigenständig in einen Rollstuhl verwandeln kann.

In der größten Bank Japans, Mizuho, verteilt der Kommunikationsroboter „Pepper“ des Unternehmens Softbank Robotics Flyer, belustigt Wartende und berät Kunden. Auch bei Nestlé fragt „Pepper“ die Kunden nach ihren Kaffeevorlieben und empfiehlt passende Kaffee-Maschinen.

Neben den niedlichen Roboterhelfern für den Alltag werden auf der iREX aber auch Roboter für den Industriebereich vorgestellt. So bietet das deutsche Roboterunternehmen Kuka einen Leichtbau-Roboter als Arzthelfer an. Sein mögliches Einsatzgebiet: Ultraschalluntersuchungen.

Das Unternehmen Rethink Robotics hingegen stellt auf der Messe einen Roboter vor, der die Arbeit in Fabriken unterstützt. Analysten der Bank of America Merrill Lynch prognostizierten jüngst, dass bis zum Jahr 2025 rund 45% der Arbeit in der Produktion von Robotern ausgeführt werden dürfte. Heute seien es 10%. Kuriose Entwicklung: Jüngst wurde die weltweit erste Zeitarbeitsfirma für humanoide Roboter gegründet.


Als Anleger sollten Sie die Entwicklung der Roboter genau im Auge behalten

Einige Fragen sind in Bezug auf Roboter noch ungeklärt: Welche Rolle werden die Roboter in der Zukunft spielen? Werden Sie unsere Arbeitswelt bedrohen? Wie können wir sicherstellen, dass die Computer sich richtig verhalten?

Noch sind Roboter wie die oben vorgestellten unerschwinglich, aber ich denke, in ein paar Jahren werden wir schon viel weiter sein.

Fest steht, nicht nur in Japan, sondern auch in Europa wächst ein Zukunftsmarkt, den Sie rein aus Anlegersicht nicht links liegen lassen sollten.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Übrigens setzt jetzt auch die Deutsche Bank auf Roboter. Mithilfe von Robo-Advisors, die die Deutsche Bank auf ihrer Online-Anlageplattform Maxblue implementiert hat, werden aus den Antworten des Kunden persönliche Anlagestrategien mit verschiedenen ETFs und Fonds zusammenstellt. Ziel es ist, hiermit neue Kunden zu gewinnen und bestehende zu halten.




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