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Ausgabe vom 04. Dezember 2015


  • Katerstimmung nach EZB-Zinsentscheid – Setzen Sie auch in 2016 weiter auf die erfolgreichsten Unternehmen weltweit  


Katerstimmung nach EZB-Zinsentscheid – Setzen Sie auch in 2016 weiter auf die erfolgreichsten Unternehmen weltweit


von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie verrückt unsere Börsenwelt mittlerweile geworden ist, konnten Sie gestern sehr schön beobachten. Unser aller „Super-Mario“ hatte schon im Vorfeld versprochen zu liefern, heißt das Anleihekaufprogramm weiter auszuweiten und den Einlagenzins abzusenken.

Einige Experten hatten sogar erwartet, dass er den Leitzins von zurzeit 0,05% weiter senken würde. Meine Kollegin Martina Bisdorf hatte Ihnen ja gestern hierzu berichtet.


Die Anleger wollten mehr von „Super-Mario“

Und EZB-Präsident Mario Draghi hat geliefert, aber dann eben doch nicht so viel wie erwartet. Er verlängerte lediglich den Zeitraum des Anleihekaufprogramms um weitere sechs Monate bis März 2017 und senkte den Einlagenzins, also den Zins, den Banken zahlen müssen, wenn Sie ihr Geld bei der EZB parken, von minus 0,2% auf minus 0,3% weiter ab.

Da die Anleger mit einer Senkung um 15 oder 20 Basispunkte gerechnet hatten, drehte der DAX recht schnell ins Minus und rutschte im Laufe des Tages über 3% in den Keller.


Paradoxe Börsenwelt: Schlechte Nachrichten werden belohnt und gute bestraft

Das Paradoxe an der Sache: In Zeiten wie diesen werden schlechte Nachrichten wie z.B. die Einflussnahme der EZB von den Börsen belohnt. Da Mario Draghi aber nicht das volle Maß ausschöpfte, erhielt er sofort die Quittung, die Kurse fielen.

Eigentlich müsste es andersherum sein, da wir so der Normalität wieder ein Stück näher kommen. Immerhin hat Draghi mit seiner Entscheidung, die Märkte nicht auf Teufel komm raus mit Geld zu fluten, ein kleines Zeichen gesetzt und den dringend gebotenen Ausweg in die geldpolitische Normalität wenigstens minimal vorbereitet. Denn der Gewöhnungseffekt an die Geldflut und den unnatürlichen negativen Zins fördert Fehlanreize.


Wie Sie sich 2016 in Zeiten von Mickerzinsen richtig positionieren

Doch schauen wir uns einmal an, welche Auswirkungen die Entscheidung von gestern auf Sie als Anleger hat.

1) Sparen lohnt sich nicht
Wenn Sie noch zu den Sparern gehören oder Ihr Geld irgendwo parken, müssen Sie längere Zeit, also bis März 2017 mit niedrigen Zinsen rechnen. Im schlimmsten Fall könnten diese sogar noch weiter absinken. Viel Potenzial ist da aber nicht mehr drin. So liegen die durchschnittlichen Zinsen auf Tagesgeldkonten derzeit schon bei 0,36%. Und das ist schon viel, denn 30% der Banken bieten ihren Kunden nur noch einen Zinssatz von unter 0,05%. Wir predigen es hier ja schon lange, aber „Sparen“ macht vor diesem Hintergrund auch im nächsten Jahr gar keinen Sinn.

2) Negativzinsen werden (noch) nicht an die Kunden weitergegeben
Die Negativzinsen, die Banken für das Anlegen ihrer Gelder bei der EZB zahlen müssen, werden zurzeit noch nicht eins zu eins an die Bankkunden weitergegeben. Hier will keine Bank die erste sein. Zu groß ist die Angst der Geldinstitute, Kunden an den Wettbewerber zu verlieren. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Sie können schon jetzt sicher sein, dass die Banken nicht auf den Kosten sitzen bleiben werden und diese, wenn auch versteckt, eins zu eins an ihre Kunden weiterreichen.

3) Das langsame Sterben der Lebensversicherungen
Völlig indiskutabel sind vor diesem Hintergrund Lebensversicherungen, die angesichts der Niedrigzinsen echte Probleme haben, die versprochene Rendite zu stemmen. Da Versicherer nur einen Teil ihrer Gelder am Aktienmarkt anlegen dürfen, gibt es hier kaum Aussicht auf Besserung. Finger weg.

4) Aktien – Jetzt ist Stockpicking angesagt
Kommen wir zu uns Aktienanlegern: An Aktien führt in diesen Zeiten wohl kein Weg vorbei. Denn es fehlen schlichtweg die Alternativen. Doch auch hier ist es wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen und gezieltes Stockpicking zu betreiben. So sind beispielsweise im S&P500, der wie der Name schon sagt, 500 Titel enthält, in 2015 nur noch die 10 größten Unternehmen im Kurs gestiegen. Dazu gehören Apple, Amazon, Berkshire Hathaway, Facebook, Alphabet (Google), Facebook, General Electric, Johnson & Johnson, Microsoft, Wells Fargo und Exxon. Genau auf diese Titel haben wir übrigens in unseren Börsenbriefen gesetzt. Unsere Leser dürfen sich daher auch in 2015 über eine Super-Performance freuen. Bitte vergessen Sie hier auch nicht die Dividendentitel, die Ihnen mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3% mehr einbringen als jedes Sparbuch.

5) Kredite sind günstig wie nie
Kommen wir zu den Immobilien. Die Finanzierung der eigenen vier Wände bleibt günstig wie nie. Teilweise werden schon Kredite mit einem Zinssatz von 1% angeboten. Aber Achtung: In manchen Regionen sind die Immobilienpreise so stark angezogen, dass sich der Kauf kaum noch lohnt. Da hilft auch der günstigste Kredit wenig. Auch Ratenkredite sind übrigens zurzeit zu guten Konditionen zu bekommen. Teilweise bieten Händler Finanzierungen zu 0% Zinsen an. Auch hier wird sich bis zum März 2017 wenig ändern.

Sie sehen es selbst, summa summarum spricht auch jetzt wieder alles für Aktien.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen zweiten Advent.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Die Boston Consulting Group hat im Rahmen einer Studie die 50 innovativsten Unternehmen weltweit ermittelt. Unter den Top Ten befinden sich mit BMW und Daimler erstmals wieder zwei deutsche Unternehmen. Neben diesen beiden Unternehmen gehen die ersten zehn Plätze – wie könnte es anders sein – an Apple, Alphabet, Tesla Motors, Microsoft, Samsung, Toyota, Gilead Sciences und Amazon. Merken Sie etwas, die Liste unterscheidet sich nur wenig von der oben im Text genannten (Die zehn größten US-Aktien). Mein Tipp: Setzen Sie auf Aktien.




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