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Ausgabe vom 15. Oktober 2015


  • Pressespiegel: Das Übernahmefieber steigt – Zu hoch und zu weit? 

 

Pressespiegel: Das Übernahmefieber steigt – Zu hoch und zu weit? 



von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„es ist der Wahnsinn, was die derzeitigen Übernahmetätigkeiten am internationalen Markt angeht“, so eröffnet mein Kollege Dieter Wendt seine aktuelle Ausgabe des 100%-DEPOT. Selbst kleinere Unternehmen wie etwa der TecDAX-Wert Dialog Semiconductor wagen sich aus der Deckung und versuchen sich an milliardenschweren Übernahmen.

Elefanten-Hochzeiten und ihre Vorzeichen

In der Vergangenheit war es oft so, dass genau diese Elefanten-Hochzeiten das Ende einer Aufwärtsbewegung einleiteten. Dass es diesmal auch so kommt, bezweifelt unser erfahrener Börsenexperte allerdings, denn die Vorzeichen seien dieses Mal völlig andere. So werde das billige Geld die Märkte in den kommenden Jahren weiter befeuern, weil die Druckerpressen nicht stünden.

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle ausführlich über die wichtigsten Fusionen vor allem auf dem deutschen Spielfeld berichtet. Lesen Sie hier, wie die Experten von renommierten Börsenbriefen und Finanzmagazinen, unter anderem auch mein Kollege Cliff Michel vom Smart Money Investor, die Höhe und die Auswirkungen des Übernahmefiebers für die Börsen und Märkte einschätzen.

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Das meinen die Experten:

WirtschaftsWoche
Vom 12. Oktober 2015

Übernahmementalität in Deutschland sehr zurückhaltend

„Es sollte der richtig große Wurf sein. Schon lange hatte Siemens ein Auge auf das texanische Unternehmen Dresser-Rand geworfen, im September 2014 schlugen die Münchner zu. Knapp 8 Mrd. Dollar war ihnen der Hersteller von Turbinen und Kompressoren für die Öl- und Gasindustrie wert - sehr viel Geld für scheinbar sehr viel Zukunft. Mit Dresser-Rand wollte Siemens vom Boom der umstrittenen Fracking-Technologie profitieren und den profitabelsten Geschäftszweig Öl und Gas stärken. Der Kauf werde ,den Unternehmenswert deutlich steigern‘, versprach Vorstandschef Joe Kaeser. Geklappt hat das bisher nicht. Der Ölpreis hat sich seit dem Kauf halbiert, Förderunternehmen haben Investitionen zurückgestellt, Fracking lohnt sich kaum noch. Dresser-Rand hat im letzten Quartal vor der Übernahme Verluste gemacht und Hunderte Stellen abgebaut. Statt Kaeser für seine Weitsicht zu feiern, werfen ihm Aktionäre vor, falsch und zu teuer eingekauft zu haben. Der Siemens-Chef verteidigt sich, doch außer der Aussicht, dass Öl irgendwann wieder mehr kostet, fehlen Argumente. Vorhersehbar war das nicht. Doch Fehlgriffe wie Dresser-Rand sorgen dafür, dass deutsche Manager vor großen Übernahmen zurückschrecken. Während weltweit ein großer Deal dem nächsten folgt, halten sie sich zurück. Das ist oft sinnvoll. Als aber der US-Agrarkonzern Monsanto jüngst vergeblich um den Schweizer Wettbewerber Syngenta warb, hielten sich Bayer und BASF von Beginn an zurück, obwohl eine Übernahme auch für sie interessant gewesen wäre. Die deutschen Unternehmen können auch desalb am Spielfeldrand bleiben, weil ihre Eigentümer sie mehr in Ruhe lassen. ,Der Druck der Investoren, Wachstumsperspektiven aufzuzeigen, ist in den USA deutlich größer‘, sagt Investmentbanker Kames. Große Aktionäre äußern sich zwar klar zur Strategie, können die aber schon wegen der starken Stellung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat nur schwer beeinflussen. Selbst den Rückkauf eigener Aktien haben sie bisher kaum gefordert, obwohl deutsche Konzerne über viel Bargeld verfügen. In den USA dagegen erzwang etwa der Investor Carl Icahn die Abspaltung des Bezahldienstes PayPal von Ebay. So schlagen deutsche Unternehmen vor allem zu, um ihr Geschäft im Detail zu ergänzen.“


Smart Money Investor

(von Chefredakteur Cliff Michel)
Vom 14. Oktober 2015

Übernahmefieber in allen Branchen - Warnsignal oder Anfang einer Rally 2.0?

„Immer höher, immer weiter – nach diesem Motto verfahren derzeit die Unternehmen an der Börse. Das Nullzinsumfeld macht es möglich, sich quasi für ganz geringe Kosten am Markt zu verschulden. So etwas nennt man Leverage-Effekt, den derzeit viele Konzerne nutzen, um ein ganz großes Rad zu drehen. So laufen nahezu täglich milliardenschwere Übernahmen über den Ticker. Die aufgerufenen Preise sorgen manchmal für ein Kopfschütteln und oft für Unverständnis. In ,normalen Börsenzeiten‘ wäre es nahezu undenkbar, dass der Computer-Hersteller Dell den Speicherspezialisten EMC für rund 67 Mrd. Dollar übernimmt. Oder nehmen Sie die Elefanten-Hochzeit in der Brauerei-Branche. Hier hat Anheuser Busch Inbev die Nummer zwei am Markt, SAB Miller, geschluckt. Der Mega-Deal hat ein Volumen von 90 Mrd. Euro! In der Vergangenheit stellten solche Mega-Akquisitionen stets den Peak des jeweiligen Aufschwungs dar und danach folgte immer ein ausgedehnter Katzenjammer. Doch wir sind zuversichtlich, dass es diesmal ganz anders kommt, denn die Vorzeichen bleiben extrem expansiv. Weltweit sorgen die Notenbanken dafür, dass Staaten und Unternehmen billig an Geld kommen. Teilweise werden Kredite sogar subventioniert – Minuszinsen machen es möglich. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen und sogar noch forcieren. Deshalb, bleiben Sie wachsam und setzen Sie weiter auf Sachwerte!“

Platow-Börse
Vom 12. Oktober 2015

Geplatzte Übernahme schickte K+S-Aktie in den Keller

„Eine Woche, nachdem Potash sein Übernahmeangebot für K+S zurückgezogen hat, notiert die K+S-Aktie 42% unter der Offerte. Für den Vorstand des deutschen Düngemittel- und Salzkonzerns war es ein Sieg, die Zeche zahlen allerdings bislang die Aktionäre. 7,8 Mrd. Euro wollte Potash für alle Aktien der Kasseler auf den Tisch legen. Der aktuelle Börsenwert liegt mit 4,5 Mrd. Euro satte 3,3 Mrd. Euro niedriger. Kurzfristig ist die Bilanz also eindeutig: Der Vorstand hat den Aktionären mit seiner Ablehnung der Übernahmeofferte einen Bärendienst erwiesen. Ein Nachspiel scheint gewiss, selbst Aktionärsklagen sind keineswegs ausgeschlossen. Schließlich wäre es möglich gewesen, mit dem Potash-Management zu verhandeln, um einen besseren Preis herauszuschlagen. Das ist der normale Weg bei feindlichen Übernahmen: ablehnen, nachverhandeln, einigen. Wer jegliches Gespräch verweigert, pokert entweder sehr hoch oder handelt bewusst nicht im Sinne der Aktionäre. Denn schließlich sollte das Management am besten einschätzen können, was die von ihm geführte Gesellschaft wert ist und ob ein angebotener Preis für die Aktionäre ein gutes Geschäft ist. In der Regel liegt der Vorstand mit seiner Empfehlung ja auch richtig. Gleichwohl gab es zuletzt Fälle, in denen das Management stur blieb, Gespräche mit dem Angreifer verweigerte, diesen zum Rückzug zwang und so einen Kurssturz der Aktie auslöste. Mit Blick auf die nachfolgenden Kursverluste drängt sich der Verdacht auf, dass in diesen Fällen wohl mehr die Vorstandsinteressen als die Belange der Aktionäre im Vordergrund standen.“


Zugewinne bei Einigkeit - Rückschläge bei Scheitern

Ich denke, diese drei Artikel geben Ihnen einen guten Einblick in die Welt der Übernahmen, mit ihren Chancen und Risiken. Es ist (fast) wie im wahren Leben: Glücken Einigkeit und Harmonie in einer Partnerschaft, so liegt der Gewinn für beide auf der Hand und die Fusion trägt Früchte. Mischen jedoch zweifelhafte Interessen mit, so kann der Beigeschmack schnell übel werden, wie im Artikel der Platow-Börse gut dargestellt.

Mit diesen Eindrücken wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.

Herzliche Grüße

Ihre

Martina Bisdorf

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