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Ausgabe vom 01. Oktober 2015


  • Pressespiegel: Wie bedrohlich sind die Intrigen und Umwälzungen im Automobilsektor?  


 

Pressespiegel:
Wie bedrohlich sind die Intrigen und Umwälzungen im Automobilsektor?  




von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„der Großangriff aus Übersee ist da“,  so die Headline meines KollegenDieter Wendt in der gestrigen Ausgabe seines100%-DEPOT. Die Frage, ob die USA die deutsche Autoindustrie angreifen, die sich meine KolleginCindy Ullmann an dieser Stelle letzten Freitag stellte, dürfte damit beantwortet sein. Denn, was viele Wirtschaftsjournalisten und Börsenanalysten schon lange vermuteten, jedoch vorsichtshalber zunächst als Verschwörungstheorien bezeichneten, wird allmählich zur Gewissheit. 

Dafür spricht einfach die Tatsache, dass derVolkswagen-Skandal gerade jetzt so aufgebauscht wird, waren doch die Probleme bereits seit vielen Jahren bekannt. Und Fakt ist auch, dass sich die meisten Autobauer nicht an die vorgegebenen Auflagen halten. Doch bislang breitete die gesamte Branche einvernehmlich den Mantel des Schweigens darüber aus. Ohne damit die Praxis der Wolfsburger rechtfertigen zu wollen, muss man darüber nachdenken, wem diese Demontage am meisten nutzt.  

Die Antwort auf die VW-Verschwörungstheorien liegt auf der Hand

Hier die Antwort vonDieter Wendt:„Den US-AutobauernGeneral MotorsundFord, denn diese sahen sich einer Modelloffensive von VW ausgesetzt.“ Und mein Kollege macht keinen Hehl daraus, dass es ihn massiv stört, dass gerade diese beiden Unternehmen jetzt den Moralapostel spielen, die immerhin dafür verantwortlich sind, dass durch defekte Zündschlösser und Airbags zahlreiche Menschen ihr Leben verloren haben.

Wie er diese beiden Autoaktien für seine Depots einschätzt, das können Sie in seiner brandaktuellen Ausgabe des100%-DEPOTlesen, das wir Ihnen in Anbetracht der heißen Lage am Automarkt heute nochmals zumgünstigen Quartals-Testpreisvon 79,- Euro (anstatt 199, - Euro) anbieten. Melden Sie sichgleich hieran!

In den vergangenen Wochen beherrschte ein Thema die Wirtschafts- und Finanzmedien: VW und die globale Autoindustrie

Lesen Sie hier, wie unsere Kollegen aus renommierten Börsenbriefen und Finanzmagazinen die Sachlage für die Autoindustrie und die sich ankündigenden Umwälzungen für die gesamte Branche einschätzen:

Das meinen die Experten: 

Platow-Börse
Vom 30. September 2015

 Profiteure des Abgasskandals
„Ganz Deutschland redet über den Abgas-Skandal. Nahezu alle Zeitungen und Talkshows haben sich bereits der Frage angenommen, wie schwer Volkswagen im Speziellen und ,Made in Germany' im Allgemeinen von den gefälschten Abgaswerten betroffen sein könnten. Erstaunlich selten wird dagegen nach Profiteuren gefragt. Mit Blick auf die abstürzenden Kurse von VW und im Gefolge auch Daimler, BMW oder Continental mag das sogar verständlich sein. Allerdings gibt es an der Börse selten ausschließlich Verlierer einer Entwicklung. Und so lassen sich denn auch beim Abgas-Skandal um VW mögliche Gewinner identifizieren. Langfristig auf der Sonnenseite stehen Firmen, die Alternativen zum herkömmlichen Verbrennungsmotor anbieten. An erster Stelle ist hier der Elektroauto-Pionier Tesla Motors zu nennen. Apple und Google wollen ebenfalls E-Autos bauen, sind aber schwerpunktmäßig in anderen Segmenten unterwegs und seien daher nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Dass BMW besonders entschieden auf E-Mobilität setzt, könnte sich als kleiner Vorteil erweisen. Analoges gilt für den Hybrid- und Wasserstoff-Spezialisten Toyota. Aber auch bei kleineren Aktiengesellschaften lassen sich Profiteure finden. Beispielsweise dürften die Dienstleistungen von Bertrandt künftig noch stärker gefragt sein, wenn es um die Entwicklung sparsamerer Motoren geht. Der Automobilzulieferer Paragon bekennt sich voll zur Elektromobilität und fährt seit geraumer Zeit damit sehr erfolgreich. Die Produkte für die Abgasnachbehandlung von ElringKlinger und Twintec könnten auf lange Sicht ebenfalls gesucht sein. Das dürfte auch für Halbleiterprodukte gelten, wie sie etwa die im Automobilsektor stark präsente Infineon anbietet. Allerdings geht diese Rechnung nur auf, wenn Investoren darauf vertrauen können, dass diese Gesellschaften nicht in den VW-Skandal verstrickt sind.“


Börse am Sonntag
Vom 20. September 2015

US-Automarkt auf Touren 
„Der US-Automarkt kommt immer stärker auf Touren. Mehrere Hersteller gaben am Montag Absatzzahlen für Oktober an, die so gut waren wie seit Jahren nicht mehr. So schlug Fiat Chrysler 22% mehr Fahrzeuge los als im Vorjahreszeitraum. Für Chrysler war es der beste Oktober seit 2001. Mit einem Plus von 11% lieferten die Autos der Marke BMW in den USA sogar den besten Oktober der Geschichte. Den Bayern gelang ein Anstieg um knapp acht Prozent. Vor allem das SUV-Modell X5 und das Flaggschiff BMW 7er verkauften sich deutlich häufiger als vor einem Jahr. Bei VW of America, seit Freitag wegen Umweltvergehen unter Verdacht, stieg der Absatz gleichwohl um 7,8%; seit Jahresbeginn liegen die US-Verkaufszahlen von Volkswagen Pkw mit knapp 343.000 Neuwagen aber immer noch gut 12% niedriger als vor einem Jahr. Die VW-Tochter Audi konnte sich auch im Oktober auf ihr neues A3-Modell verlassen und verkaufte fast 17% mehr. Stark waren auch die Japaner: Nissan legte um 13,2%, Honda um 5,8% und Toyota um 7% zu. Die Verkäufe von Ford gingen zwar um 2% zurück, das Traditionsunternehmen lag damit aber über den Erwartungen von Analysten. Rivale GM dagegen verfehlte mit einem minimalen Plus von 0,2% die Expertenschätzungen. Besser lief es für Porsche: der Sportwagenhersteller wurde vom neuen Macan auch in diesem Oktober auf Kurs gehalten. Starke Verkäufe des Kompakt-SUV sicherten ein Absatzplus von 3% im Oktober. Der einzige deutsche Autoriese mit  rückläufigen Verkaufszahlen war Daimler: für die Marke Mercedes-Benz lag das Minus bei 4,9%. Die monatlichen Absatzzahlen sind ein wichtiger Indikator für die Stärke der amerikanischen Wirtschaft, die stark vom Konsum abhängt. Der fallende Ölpreis in den USA hat im vergangenen Monat insbesondere den Kauf von SUVs angekurbelt. Autokonzerne, die keine schweren Geländewagen oder Pickups anbieten können, hatten bereits in den vergangenen Monaten einen schweren Stand auf dem US-Markt. Dieser Trends dürfte sich kurzfristig noch verstärken – mindestens so lange, wie der Ölpreis auf Tauchstation bleibt.“


Effecten-Spiegel
Vom 30. September 2015

Volkswagen zerlegt sich selbst 
„Ob nun erneut Begehrlichkeiten an VW aufkommen? Schließlich dürfte der Markt einen Großteil der drohenden Strafzahlungen schon im Kurs eingepreist haben. Zudem muss Winterkorn nun doch seinen Vorstandsposten räumen - kurz vor seiner anstehenden Vertragsverlängerung und zufälligerweise für den Wunschkandidaten von Piech, den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller. Ein Wechsel von Winterkorn in den Aufsichtsrat ist nach dieser Affäre ebenfalls nicht zu befürchten. Doch der ,Feldherr von Wolfsburg' wird diese Schlacht auch nicht unbeschadet überstehen.  Auf jeden Fall aber wussten die amerikanischen Behörden schon am 3. September und somit 17 Tage vor den VW-Aktionären von dem Betrugs-Eingeständnis. Vielleicht konnten so noch einige US-Versicherer oder Pensionsfonds ihre VW-Papiere losschlagen, bevor der Kurs implodierte. Fakt ist: Volkswagen als Gütesiegel für deutsche Wertarbeit und Glanzstück deutscher Automobilkunst zerlegt sich gerade selbst. Der Konzern wird es überstehen und Deutschland auch - nicht aber alle Mitarbeiter, Zulieferer und Anleger, für die der organisierte Betrug ein wahres Waterloo bedeutet.“

Mit diesen Einschätzungen und Ausblicken für die Zukunft der Autoindustrie, die gewaltige Umstrukturierungen erahnen lässt, wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.

Herzliche Grüße

Ihre

Martina Bisdorf

PS: Die Klagewelle gegenVWbreitet sich – wie erwartet – allmählich zum Tsunami über den gesamten Globus aus. Wie heute bekannt wurde, reicht sie schon von Frankreich über Texas bis Australien. Weltweit nehmen Behörden den Diesel-Skandal bei Volkswagen unter die Lupe. Allein in Australien könnten knapp 700.000 Euro Strafe für jedes verkaufte Auto fällig werden! 



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