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Ausgabe vom 03. September 2015



  • Pressespiegel: Niedrige Rohstoffpreise als Konjunkturprogramm?



 


Pressespiegel: Niedrige Rohstoffpreise als Konjunkturprogramm?
 

   

von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„die Börse nimmt oft Entwicklungen zielsicher vorweg“, diese Äußerung hat mein Kollege Jürgen Schmitt, Chefredakteur des BÖRSEN-SPIEGEL, diese Woche gemacht, als er mich von seinem Urlaubsort aus angerufen hat, um das Tagesgeschäft in der Redaktion abzustimmen.

Dass diese Entwicklungen so wechselhaft sein können wie das Wetter in den Bergen, das erlebte er live in seinem Urlaubsdomizil in Österreich. Und so wie er und seine Familie es getan haben, geht es ja immer darum, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Nach dem Sonnenbaden kann bei Regen auch ein Sauna-Ofen für gute Urlaubsstimmung sorgen. Man muss sich nur darauf einlassen.


Der Umschwung kommt oft blitzartig – In den Bergen wie an der Börse

Genau so läuft es an der Börse. Auch hier kann blitzschnell die Stimmung umschlagen, so wie wir es in den vergangenen Wochen erlebt haben. Selbst wenn die Weltkonjunktur zuletzt einen spürbaren Dämpfer erhalten hat, ist das eben noch lange kein Grund, von einer Baisse zu reden.

Was wir gerade erleben, ist eine temporäre und kurzfristige Eintrübung der Märkte, denn zum einen streben Länder wie China, Brasilien oder Indien auch in den kommenden Jahren nach mehr Wohlstand und besitzen gegenüber den reifen Industrienationen noch über immenses Nachholpotenzial. Zum anderen sind die monetären Rahmenbedingungen stark auf Expansion ausgerichtet.


Man kann also festhalten, dass DAX & Co. derzeit eine konjunkturelle Eintrübung vorwegnehmen, die sich auch in den Bilanzen der Unternehmen noch widerspiegeln wird. Dazu passen die deutlich gesunkenen Rohstoffpreise, die zumindest zu einem wesentlichen Anteil auch einer sinkenden Nachfrage geschuldet sind.

Ölpreis wird zum Konjunkturbarometer

Ebenso ist klar, dass die niedrigen Energie- und Rohstoffpreise wie ein gewaltiges Konjunkturprogramm wirken, das zwei bis drei Quartale später Wirkung zeigen wird. Ein wichtiger Indikator für die Entwicklung ist derzeit vor allem der Ölpreis. Wurde ein fallender Rohölpreis in der Vergangenheit stets gefeiert, dient er inzwischen mehr als Gradmesser für die Entwicklung der Weltwirtschaft.

Aus diesem Grund haben sich im Verlauf der Woche einige Experten aus renommierten Börsen- und Finanzpublikationen mit dem Thema Rohstoffe befasst. Lesen Sie hier, wie sie die Bedeutung des schwarzen und gelben Goldes sowie des wichtigen Industriemetalls Kupfer für die Zukunft einschätzen.


Das meinen die Experten:

Platow Emerging Markets
Vom 03. September 2015


Öl verliert am Persischen Golf an Gewicht
„Der Ölpreisverfall lässt die VAE (Vereinigte Arabische Emirate; d. Red.) nicht unberührt, das Budget wird im laufenden Jahr erstmals seit 2009 wieder ein Defizit ausweisen, erwartet werden 2,9% vom BIP. Auch das Wachstum dürfte von 4,5% auf 3,0% zurückkommen und erst in den Folgejahren wieder zulegen. Die Überraschungen stecken im Nicht-Öl-Sektor. Die mittlerweile beachtliche Dienstleistungsdichte in Dubai und die Bautätigkeit in Abu Dhabi haben Wachstumsimpulse geliefert, die den Preiseinbruch beim Öl zumindest zum Teil kompensieren konnten. Diese Sektoren kamen zusammen genommen auf ein Wachstum von 3,4%, während der Öl-basierte Teil nur um 2% zulegen konnte. Die Veränderungen sind auch am Export abzulesen, zu dem Öl und Gas direkt nur noch etwa 34% beitragen. Das liegt schon bedeutend unter den im Jahr 2000 noch verzeichneten 51% und andererseits immer noch deutlich über den vom IWF für 2020 erwarteten rund 20%. Hier ist bereits ein tiefgreifender Strukturwandel in Gang gekommen, für den das ölarme Dubai wichtige Anstöße und Modelle geliefert hat. In jedem Fall läuft ein starker Strukturwandel in den VAE, der auch für veränderte Chancen im Export sorgt: Gute Umsätze wird auf längere Sicht nur erzielen, wer die Emirate weniger als nahezu beliebig zahlungsfähigen Absatzmarkt, sondern eher als einen an branchenmäßiger Diversifikation interessierten Handelspartner sieht und dessen Möglichkeiten in die eigenen Wertschöpfungsketten einbeziehen kann.“

EURO am Sonntag
Vom 30. August 2015

Gold vor neuem Glanz?

„Gold gilt als Versicherung gegen Krisen. Doch weder Grexit, UkTaine-Konflikt noch der massive Anstieg der Verschuldung in vielen Staaten vermochten bislang die Talfahrt des Edelmetalls zu stoppen. Im September 2011 notierte die Unze noch bei 1.921 Dollar. Aktuell kann man sie 40% günstiger erwerben, allein im Juli verlor Gold 7%. Dennoch will eine ganze Reihe von Investmenthäusern nicht zugreifen. Sal. Oppenheim etwa verbannte vor Kurzem Gold komplett aus allen Portfolios. Für die Kölner Bank ist Gold ,eine volatile und riskante Anlageform ohne inneren Wert‘. Zum Verkauf motivierten auch Prognosen von Deutsche Bank, Goldman Sachs, HSBC oder Crédit Agricole. Wenn in den vergangenen 48 Monaten nichts den Wendepunkt beim Goldpreis bewirken konnte, kann es die konjunkturelle Abschwächung in China? Viel ist noch nicht passiert. Nach einem kurzen Aufschwung tendierte der Goldpreis zuletzt wieder seitwärts. Patrick Hussy, Geschäftsführer der auf Börsenstimmung und Anlegerverhalten spezialisierten Beratungsfirma Sentix, hält einen Anstieg auf 1.400 Dollar bis zum Ende des Jahres für möglich. Neben physischem Gold oder Goldmünzen bieten sich auch die Aktien von Minenbetreibern an. Zudem wächst der physische Bedarf. In Indien soll nach Angaben des World Gold Council die Nachfrage in diesem Jahr auf rund 1.000 Tonnen steigen, so viel wurde seit vier Jahren nicht mehr geordert. Und Chinas Zentralbank erhöht ihre Goldbestände. Anscheinend ist für die People's Bank of China, im Gegensatz zu Sal. Oppenheim, das Edelmetall weiterhin eine klassische Absicherung gegen Währungsschwankungen und Inflation.“

WirtschaftsWoche
Vom 31. August 2015

Preiserholung bei Kupfer erwartet

„Mehr als 40% der weltweiten Kupfernachfrage stammt aus China. Kein Wunder, dass der Kupferpreis angesichts der chinesischen Wirtschaftsschwäche unter die Räder kommt. An den Terminmärkten sind die Baisse-Positionen in Kupfer massiv wie seit zwei Jahren nicht. Fundamental ist der Kupfermarkt keineswegs schwach. In China waren die Kupferimporte bis Juli robust. Und sollte die chinesische Regierung nun zur Ankurbelung der Wirtschaft Infrastrukturmaßnahmen beschließen, ist Kupfer als Baumetall gefragt; vor allem, wenn es um den Ausbau des Stromnetzes geht. Die Lagerbestände sind seit April rückläufig. Und langfristig dürften die großen Minenproduzenten  neue Projekte eher ab Preisen von 6.000 oder 7.000 Dollar je Tonne vorantreiben als jetzt bei rund 5.000. Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank erwartet in den nächsten Monaten bei Kupfer eine ,deutliche Preiserholung‘. Für Konjunktur und Aktien hieße das: Nach dem vorübergehenden Kursschock könnte es schon im Herbst wieder steigende Notierungen geben.“

Mit diesen Experteneinschätzungen zum Rohstoffmarkt verabschiede ich mich von Ihnen in den Urlaub, den ich mir nächste Woche gönne. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und weiter starke Nerven für die Börse.

Herzliche Grüße

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Auf meinem Programm steht die Ewige Stadt, wobei ich mich bei Städtereisen immer am meisten darauf freue, die Stimmung der Menschen dort einzufangen. Vielleicht kann ich Ihnen etwas davon mitbringen. Meine Kollegen vom Redaktionsteam, und natürlich auch ich selbst, werden Sie über die Börsen- und Finanzwelt auf dem Laufenden halten.





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