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Ausgabe vom 11. Juni 2015


  • Pressespiegel:

    Trennung im Trend - Börsengänge mit Spin-offs und Neuemissionen




 


Pressespiegel:
Trennung im Trend - Börsengänge mit Spin-offs und Neuemissionen
 



   

von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

dass es außer dem ewigen Griechenland-Drama und den ständigen „Gipfel“-Treffen von Staatsoberhäuptern und Finanzministern auch noch andere Themen gibt, die für die Börse von großer Bedeutung sind, geht in letzter Zeit ein wenig unter in der Medienlandschaft.  

Viel zu wenig beachtet ziehen sich die so genannten Spin-offs wie ein roter Faden durch die Berichterstattung der Wirtschafts- und Finanzmagazine. Immer mehr Konzerne spalten Bereiche ab, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen. Bei einem Spin-off erhalten Altaktionäre Anteile an der neuen Gesellschaft. Der Börsengang eines abgetrennten Unternehmenszweigs kann aber auch über eine Neuemission (IPO) erfolgen.


Spin-offs beliebtes Mittel für Börsengänge

Die Ausgliederung nicht strategischer Geschäftsbereiche, insbesondere über Spin-offs, sorgt derzeit für eine regelrechte Welle von Börsengängen. Denn insbesondere breiter aufgestellte Konzerne müssen mit einem sogenannten Konglomeratsabschlag auf den Börsenkurs leben.

In solchen Strukturen schlummert häufig ein sehr großes Wertsteigerungspotenzial. Bestes Beispiel ist die Siemens-Tochter Osram, die seit ihrer Trennung vom Mutterkonzern Siemens im Sommer 2013 und dem Börsengang ihre Bewertung nahezu verdoppeln konnte. Die Aktionäre können hier meist auf beiden Seiten profitieren.


Wertsteigerungspotenzial durch Unternehmensabspaltungen

Wie das geht, vor welchem Hintergrund und mit welchen Erfolgen solche Abspaltungen ablaufen, die dann auch für reichlich aussichtsreiche Neuemissionen sorgen, und welche Unternehmen konkret solche Pläne verfolgen, darüber will ich Ihnen heute einige Informationen aus der Wirtschaftspresse geben.

Das meinen die Experten:

WirtschaftsWoche
Vom 05. Juni 2015

Neuemissionen - Reichlich Geld für frische Aktien

„Über 20% liegen Aktionäre unter Wasser, die vor sechs Wochen neue Aktien des Online-Händlers windeln.de gekauft haben - ein klarer Hinweis darauf, dass die viel zu teuer angeboten wurden. Teuer dürfte auch der deutsch-thailändische Online-Schmuckhändler Elumeo werden, der noch im Juni an die Börse will. Eigentümer wollen teilweise Kasse machen. Als gesamter Börsenwert werden rund 250 Mio. Euro angepeilt. Das ist viel für ein Unternehmen, das zwar operativ profitabel ist, 2015 aber wahrscheinlich weniger als 90 Mio. Euro umsetzen dürfte. Der angepeilte Börsenwert wäre das 2,8-Fache des Jahresumsatzes. Zum Vergleich: Der börsennotierte Schmuckhändler Bijou Brigitte kommt nur auf eine Umsatzbewertung von 1,3. Mit neuen Aktien für 1 Mrd. Euro ist der Markt hierzulande in diesem Jahr erst angelaufen. Angesichts von 1,1 Bio. Euro Gesamtkapitalisierung für den DAX ist genug Geld für Neuzugänge vorhanden - seien das mittelgroße Kandidaten wie Siltronic oder milliardenschwere Neulinge wie das Kunststoffgeschäft von Bayer, das Ende des Jahres an die Börse kommen könnte. Nicht mehr kommen wird Douglas. Kurz vor einem geplanten Börsengang reichte Finanzinvestor Advent die Parfümeriekette an Finanzinvestor CVC weiter. Nicht nur die Anleger an der Börse zahlen offenbar im Moment hohe Preise.“

EURO am Sonntag
Vom 02. Juni 2015

Abspaltungsfantasien sorgen für reichlich Börsengänge

„Auf der Hauptversammlung des Bayer-Konzerns am Mittwoch hat Vorstandschef Marijn Dekkers die Aktionäre auf die Abtrennung der Kunststoffsparte eingeschworen: ,Bayer wird künftig als reines Biotechunternehmen exzellente Wachstumschancen haben‘, begründete Dekkers die Abspaltung, die wirtschaftlich und rechtlich bereits bis 1. September perfekt sein soll. Spätestens Mitte 2016 soll der Börsengang dann stattfinden - in welcher Form, konkretisiert sich in der zweiten Jahreshälfte. Experten rechnen mit Einnahmen von drei Milliarden Euro.,Gerade Bereiche, die aus strategischen Gründen abgespalten werden, bieten oft großes Potenzial‘, erläutert Union-Investment-Fondsmanager Michael Muders. ,Oft bewertet der Markt das Ganze niedriger als die Summe seiner Teile. Mit einer Abspaltung geht an der Börse eine Neubewertung des Spin-offs einher, weil es deutlich stärker als zuvor im Fokus steht. Daraus ergeben sich für Investoren Chancen, in unterbewertete Unternehmen einzusteigen.‘ Schon in den nächsten Tagen könnte sich ein derartiges Szenario beim Spezialchemiekonzern Wacker konkretisieren. Abspaltungspläne verfolgt etwa der Energieriese E.ON, der sein konventionelles Kraftwerksgeschäft ausgliedern möchte. Die Vorbereitungen dazu dauern allerdings, sodass die Umsetzung wohl erst im zweiten Halbjahr 2016 kommt. Die Deutsche Bank favorisiert für ihre Privatkundentochter Postbank ebenfalls einen Börsengang. Die Medizintechnik von Siemens, die Edelstahlsparte Inoxum von ThyssenKrupp und Teile des Sportartikelkonzerns Adidas zählen ebenfalls zu den potenziellen Kandidaten. Selbst bereits abgetrennte Konzernteile wie die einstige Siemens-Tochter Osram prüfen eigene Spin-off-Optionen. So soll das Lampengeschäft des Lichtkonzerns innerhalb der nächsten zwölf Monate rechtlich verselbstständigt werden. Der Einstieg eines Partners sei ebenso möglich wie ein Börsengang.“

Feingold Research online
09. Juni 2015  

Beispiel Wacker Chemie - Siltronic

„Wacker Chemie macht Tempo: Am 11. Juni soll die Halbeitertochter Siltronic an die Börse gebracht werden. Sie stellt Siliziumwafer für die Halbleiterindustrie her und belegt weltweit den dritten Platz. Die Preisspanne liegt bei 30 bis 38 Euro. Dabei sollen bis zu 12,65 Mio. Aktien platziert werden, was bis zu 42,2% des Grundkapitals entspricht. Nach dem Börsengang will Wacker zunächst die Mehrheit an Siltronic behalten, mittelfristig soll sie aber abgegeben werden. ,Siltronic könnte sich durch einen eigenen Zugang zum Kapitalmarkt zusätzliche Wachstumschancen erschließen‘, erklärte das Management. Hingegen bliebe Wacker mehr Geld für Investitionen in das Chemiegeschäft und den Polysilizium-Bereich.  Das Geschäft ist sehr kapitalintensiv. Um als weltweite Nummer drei mit einem Marktanteil von 14% mit den asiatischen Spitzenreitern Shin-Etsu (27%) und Sumco (26%) konkurrieren zu können, muss Siltronic kräftig investieren, zumal die Firma deutliche Größennachteile hat und der Preisdruck anhält. Entsprechend stark muss sich Siltronic anstrengen, um den Rückstand bei der Profitabilität gegenüber den großen Konkurrenten zu verringern. Eine Trennung von Siltronic würde für Wacker auf mittlere und lange Sicht eine deutliche Reduzierung der Kapitalintensität bedeuten.“

Mit diesen Meldungen und Eindrücken zu Unternehmensabspaltungen und Börsengängen wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.

Herzliche Grüße

Ihre
Martina Bisdorf

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