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Ausgabe vom 19. November 2014


  • Schauen Sie sich mal im DAX um – Vielversprechende Aussichten im Windschatten der USA



 


Schauen Sie sich mal im DAX um – Vielversprechende Aussichten im Windschatten der USA



von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der DAX gibt sich nicht so schnell geschlagen. So konnten die Abgesänge auf die Jahresendrally, die einige Schwarzseher schon angestimmt hatten, gestern kaum noch nachhallen. Angetrieben von einem starken ZEW-Index und vielversprechenden Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi konnte der deutsche Leitindex am Dienstag satte 1,5% zulegen, um auf 9.450 Punkte zu steigen.

Heute dürfte der Leitindex einigermaßen stabil auf hohem Niveau bleiben. Soeben notiert er mit einem kaum wahrnehmbaren Minus bei 9.445 Zählern. Auch in der zweiten Reihe zeigte sich wenig Bewegung: Der MDAX gewann heute zu Handelsbeginn 0,1% und notiert gerade bei 16.464 Punkten, der TecDAX zählt relativ stabile 1.300 Punkte.


Deutsche Indizes im Sog einer starken US-Wirtschaft

Dieses durchaus vorzeigbare Börsenszenario spielt sich vor dem Hintergrund einer gestärkten US-Wirtschaft ab, die auch die deutschen Börsen weiter beflügeln dürfte. Denn an der Wall Street hat der Dow Jones gestern vorübergehend ein neues Rekordhoch erklommen. Er kletterte auf zeitweise 17.735 Punkte. Am Ende blieb zwar nur ein kleines Plus übrig, das aber den Frankfurter Aktienmarkt voraussichtlich weiter freundlich stimmt.

In Japan kündigte Premierminister Shinzo Abe nach dem Rezessions-Szenario Neuwahlen an und verprach, die für Oktober 2015 geplante Mehrwertsteuererhöhung um 18 Monate zu verschieben. Sicher will er damit seine Wiederwahl nicht gefährden, aber die Ankündigungen könnten für positive Impulse sorgen. Denn mit seiner extrem expansiven Geldpolitik allein, ohne wirklich die strukturellen Probleme zu lösen, kann ein Land keine Wachstumsdynamik erzeugen.


Die Geldpresse ist auch keine Lösung

Das Thema Problemlösung durch die Geldpresse ist natürlich auch hier bei uns in der Redaktion Gesprächsthema. Mein Kollege Jürgen Schmitt, Chefredakteur des BÖRSEN-SPIEGEL, hat sich dazu folgendermaßen geäußert:

„Auch in Europa deutet derzeit nichts darauf hin, dass das ultraniedrige Zinsniveau allein ausreicht, die europäische Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen. Die Problemländer wie Frankreich oder Italien sind einfach weit davon entfernt, überfällige Strukturreformen auf den Weg zu bringen. Somit ist die Wirtschaft in diesen Ländern kaum in der Lage, die vermeintlich günstigen Rahmenbedingungen positiv zu nutzen. Folge für uns alle: Wir müssen neben ausfallenden Zinserträgen auf Sparguthaben auch noch Wohlstandsverluste aufgrund des fortschreitenden Wertverlustes des Euros hinnehmen.“


Deutschland nimmt eine Sonderrolle ein

Nun, ich will nicht schon wieder auf dem Thema Niedrigzinsen „herumhacken“, dazu hat Ihnen ja meine Kollegin Cindy Ullmann gestern ausführlich berichtet. Und dennoch kann man in der augenblicklichen Situation nicht oft genug darauf hinweisen, dass der brave deutsche Sparer aufhören soll, sein Geld auf dem Sparbuch zu parken.

Stattdessen ist Ausschau zu halten nach guten Sachwerte-Investments. Und die gibt es, auch und gerade bei uns in Deutschland. Davon ist auch Jürgen Schmitt überzeugt, er ist sogar der Meinung, dass Deutschland eine Sonderrolle einnimmt. So kommentiert er in der aktuellen Ausgabe seines
BÖRSEN-SPIEGEL die Lage:

„Obwohl auch unsere Bundesregierung derzeit nicht gerade durch effektiven Tatendrang in Sachen Wirtschaftspolitik glänzt, besitzt Deutschland innerhalb der Euro-Zone dennoch eine Sonderrolle. Unser Arbeitsmarkt befindet sich in einem relativ robusten Zustand und unserer Exportwirtschaft kommen niedrige Zinsen und ein schwacher Euro durchaus entgegen. Von daher halte ich die Underperformance deutscher Qualitätsaktien in Bezug auf ihre Wall-Street-Pendants für völlig übertrieben. US-Aktien verdienen zwar aufgrund der günstigeren Rahmenbedingungen in den USA einen Sonderstatus, in Richtung 2015 sollte man aber auch wieder Allianz & Co. verstärkt ins Visier nehmen.“


Deutsche Qualitätsunternehmen werden an Bedeutung gewinnen

Deshalb lohnt es sich, bereits jetzt nach den deutschen Top-Unternehmen Ausschau zu halten. Sicher war die gerade ausklingende Berichtssaison nicht gerade der „Burner“ (um es „neudeutsch“ auszudrücken). Und dennoch haben einige DAX-Schwergewichte mit ihren Zahlen Glanz in die angestaubte Börsenhütte gebracht:

So blickt beispielsweise der weltgrößte Rückversicherer Munich Re nach der recht glimpflich verlaufenen Hurrikan-Saison optimistisch in das laufende Jahr. Der Überschuss werde die bisherige Zielmarke von 3 Mrd. Euro voraussichtlich leicht übertreffen, wie Finanzvorstand Jörg Schneider bei der Bekanntgabe der Quartalsbilanz äußerte. Immerhin verdiente der DAX-Konzern mit 735 Mio. Euro rund 17% mehr als ein Jahr zuvor, als mehrere Hagelgewitter in Deutschland für hohe Schäden gesorgt hatten.


Blitzsaubere Quartalszahlen überzeugen

Auch der Waschmittelriese Henkel wies eine blitzsaubere Bilanz vor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 1,2% auf 4,24 Mrd. Euro, wie der Konsumgüterkonzern letzte Woche berichtete. Organisch, also ohne Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe, lag das Plus sogar bei 2,3%. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (EBIT) stieg um 3,1% auf 693 Mio. Euro und lag damit über den Schätzungen der Analysten. Das Wachstum lag vor allem in den Schwellenländern begründet.

Und da aller guten Dinge drei sind, noch ein drittes positives Beispiel aus der heimischen Wirtschaft. Dieses kommt – wer hätte das nicht schon geahnt – aus der Autobranche, um die keiner herumkommt: So schlug die neuste Meldungs von Daimler positiv ein: Der Nobelkarossen-Bauer belebt die Exklusivmarke Maybach wieder.

Mercedes-Maybach ist eine Sub-Marke der Pkw-Tochter Mercedes-Benz. Noch in diesem Monat soll demnach mit dem Mercedes-Maybach S 600 das erste Modell auf den Automessen in Los Angeles – die heute eröffnet wird - und im chinesischen Guangzhou präsentiert werden. Das Luxusgefährt verfügt über mehr Platz im Innenraum und ein zusätzliches Fensterelement. Zudem lassen sich beispielsweise Innenraumkomponenten vom Kunden noch stärker individuell gestalten.

Daimler hatte bis 2012 unter der Marke Maybach besonders exklusive Modelle gefertigt, die in Konkurrenz zu Autobauern wie Rolls Royce oder auch Bentley standen. Die Traditionsmarke wurde damals allerdings wegen eines zu geringen Absatzes eingestellt.

Heute kann man sich wiederum eine Wiederbelebung der Edelkarosse gut vorstellen, denn Luxus punktet immer. Auf diesen Trend setzt ja auch Audi, wie ich Ihnen am Montag bereits berichtete.


Luxus und Dividenden stechen immer

Dies waren nur drei nennenswerte DAX-Gewinner, allesamt in unseren BÖRSEN-SPIEGEL-Musterdepots bzw. unserer Watchlist wiederzufinden. Dabei sollte man gerade bei den großen Unternehmen stets die Dividenden im Auge haben, die zum Teil nicht zu verachten sind:

Vornan steht die Allianz, die dieses Jahr mit der höchsten Dividendenrendite rechnet, immerhin werden 5,3% erwartet. Gleich nach dem Versicherer kommt schon wieder die Autobranche mit 4,7% erwarteter Rendite von BMW, gefolgt vom Chemieriesen BASF. Die Ludwigshafener erwarten 4,1% Jahresdividendenrendite und der Elektrokonzern Siemens will eine verlässliche Rendite von 3,7% erreichen. - Auch allesamt kontinuierlich vertreten im
BÖRSEN-SPIEGEL.

Mit diesem positiven Ausblick auf die heimischen Reihen will ich Ihnen Mut machen, in Aktien zu investieren. Denn bei starken innovativen Traditionsunternehmen ist Ihr Geld allemal besser aufgehoben als auf der Bank.

Es grüßt Sie herzlich und kritisch zur Wochenmitte,

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Schrammte die deutsche Wirtschaft noch im Sommer laut Expertenmeinung haarscharf an einer Rezession vorbei, haben sich zumindest die Konjunkturerwartungen der Finanzprofis zum ersten Mal in diesem Jahr gebessert. Der gestern veröffentlichte ZEW-Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung stieg nach zuletzt zehn Rückgängen in Folge im November auf 11,5 Punkte. Damit kehrt der Konjunktur-Index in den positiven Bereich zurück. Es wäre zwar noch zu früh, schon euphorisch von einer Trendwende zu sprechen. Dennoch nenne ich das positive Aussichten, die den DAX weiter beflügeln dürften.





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