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Ausgabe vom 16. September 2014


  • Daniel Loeb, der Hardliner unter den aktivistischen Investoren

  • 100%-Schallmauer durchbrochen: Herzlichen Glückwunsch Dieter Wendt  

 



Daniel Loeb, der Hardliner unter den aktivistischen Investoren
   

von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

diese Woche stehen gleich zwei Ereignisse an, die wir Anleger wenig beeinflussen können, aber deren Ergebnisse uns in Atem halten werden. Erstens das Referendum Schottlands zur Abspaltung von Großbritannien und zweitens die Fed-Sitzung, auf der Janet Yellen verkünden könnte, wann sie die Zinswende einläuten wird. Beide Termine sind wichtig für uns Anleger. So ist es nicht verwunderlich, dass die Indizes auf der Stelle treten.

Die Woche wird spannend: Abwarten heißt die Devise

Kurz und gut, abwarten heißt die Devise. Was liegt also näher, als sich mal wieder einer der Investment-Legenden zu widmen. Und diese passt heute ganz hervorragend, denn der Herr, den ich Ihnen gleich vorstelle, ist ebenfalls in das Unternehmen investiert, mit dem Dieter Wendt, Chefredakteur vom 100%-DEPOT, gerade wieder die 100%-Performance-Schallmauer durchbrochen hat. Aber von Anfang an:

Daniel Loeb der Hedgefonds-Manager, der sich einmischt

Ich habe Ihnen an dieser Stelle ja schon Carl Icahn vorgestellt. Wenn Sie jetzt denken, Carl Icahn wäre ein aggressiver Investor, der den CEOs das Leben schwer macht, weil er sich in die Geschäfte einmischt (schönes Beispiel ist hier Apple und sein CEO Thomas Cook), dann haben Sie wahrscheinlich noch nichts von Daniel Loeb gehört.

Daniel Loeb gehört ebenfalls wie Carl Icahn zu dem Kreis der aktivistischen Investoren. Was bedeutet, wenn diese Herren investieren und Aktien erwerben, wollen sie mindestens einen Sitz im Vorstand, wenn nicht mehr, um den Managern notfalls auf die Finger schlagen zu können, falls etwas nicht so läuft wie gewünscht.


Carl Icahn ist gegen Daniel Loeb ein zahmes Lamm

Ferner kommt diese Art Investoren immer mit einer Wunschliste, die bitte zeitnah umgesetzt werden sollte. Sie mischen also kräftig mit, wenn es darum geht, Entscheidungen im Sinne des Shareholders (Aktienbesitzers) zu treffen. Oft zum Leidwesen der betroffenen Manager. Apple-Chef Tim Cook hat wegen Icahn sicher einige schlaflose Nächte gehabt.

Aber andererseits ist so ein Investor auch eine Art Gütezeichen für das Unternehmen, denn mit dem Einstieg eines aktivistischen Investors springt der Kurs automatisch um einige Prozentpunkte nach oben. Man nennt dieses Phänomen deshalb auch den „Icahn-Lift“. Aber lassen Sie uns lieber zurückkehren zu Daniel Loeb.

Geboren wurde Daniel Loeb 1961 in den USA. Nach erfolgreichem Abschluss eines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Columbia University arbeitete er als Investment-Händler für die Unternehmen Citicorp und Warburg Pincus. 1995 dann gründete er sein eigenes Unternehmen, die Hedgefonds-Gesellschaft Third Point, welche heute ein Anlagevermögen von über 14 Mrd. Dollar verwaltet.


Daniel Loeb hat es mit seiner Strategie zu einigem Reichtum gebracht…

Der Hedgefonds-Manager wird auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt geführt. Sein geschätztes Vermögen beläuft sich auf 2,3 Mrd. Dollar. Damit ist ihm Platz 796 sicher. Das Unternehmertum liegt ihm sozusagen in den Genen. Denn seine Großtante erfand die Barbie-Puppe und spielte zusammen mit seinem Großonkel eine wesentliche Rolle bei der Gründung des US-Spielzeugkonzerns Mattel.

… ist für viele aber einfach nur ein Querulant

Loeb gehört zu den am meisten gehassten Menschen an der Wall Street. Seine Schmäh-Briefe an CEOs sind legendär, da sie oft unter die Gürtellinie zielen. Für viele ist er deshalb einfach nur der Querulant.

Was lernen wir von Daniel Loeb?

Aber wie Sie oben sehen, können wir auch hier etwas lernen. Denn die Frage lautet: Macht jemand mehr Rendite, wenn er sich persönlich einmischt? Diese Frage kann man nur mit ja beantworten.  Schließlich belegte Loeb 2013 in der Liste der besten Hedgefonds-Manager mit einem Verdienst von 700 Mio. Dollar Platz 11.

Schmäh-Briefe sind ein Standbein seiner Strategie

Wie Carl Icahn arbeitet Loeb immer nach seiner bewährten Strategie: Er knöpft sich ein Unternehmen vor, das er für schlecht geführt und unterbewertet hält, sammelt einen signifikanten Aktienanteil an, kritisiert die Geschäftsführung z.B. in Form von Hassbriefen und fordert dann einen oder mehr der Vorstandsposten. Im nächsten Schritt drängt er dann auf Personaländerungen usw. Oft reicht schon die Androhung eines Kaufs und die Kurse nehmen Fahrt auf.

Loeb ist auf jeden Fall bekannt dafür, vor nichts zurückzuschrecken. So hat er beispielsweise 2012 Yahoo das Leben schwer gemacht, indem er dem damaligen Chef Scott Thomson in einem Brief vorwarf, seinen Lebenslauf aufgeputscht zu haben. Scott Thomsons Tage waren somit gezählt und ziemlich schnell wurde er durch Marissa Mayer ersetzt.

Als Dank erhielt Loebs Firma Third Point drei Vorstandsposten. Sie können sich vorstellen, dass er einen der drei selbst übernommen hat. Losgeworden ist Yahoo den verhassten Teilhaber erst, als Mayer vorschlug, die eigenen Aktien zum doppelten Kurswert von Loeb zurückzukaufen. 1,2 Mrd. Dollar flossen so aufs Loebs Konto. Das Auktionshaus Sotheby's kann eine ähnliche Geschichte erzählen.


„Alles was mich interessiert, ist für meine Investoren Geld zu machen", Daniel Loeb

Doch Daniel Loeb ist auch ziemlich nachtragend, wenn ihm ein Coup misslingt. Bei einem verpatzten Deal trieb ein Schmäh-Brief mit Bemerkungen zum mangelhaften Management schon so manchen CEO in die Enge. Damit hat sich Loeb ganz klar den Platz eins der fiesesten Hedgefonds-Manager erarbeitet.

Seine größten Positionen sind Dow Chemical (13.92%), Ally Financial (13.39%) und Actavis plc (6.86%), die zusammen ein Drittel seines Depots ausmachen. Investiert ist Loeb jedoch auch in einen Wert, der im 100%-DEPOT, der Börsenpublikation von Dieter Wendt, gerade die 100%-Performance-Marke geknackt hat.


Herzlichen Glückwunsch zum nächsten 100-Prozenter, Dieter Wendt!

Es handelt sich um das Biotechnologie-Unternehmen Amgen, das wir Ihnen Ende Juli hier im BÖRSEN-SPIEGELdaily vorgestellt haben. Gerade hat das Faktor-Zertifikat die 100%-Schallmauer durchbrochen.

Amgen knackt die 100%-Schallmauer nach nur vier Monaten

Lange sah es nicht ganz so rosig bei Amgen aus, doch inzwischen befindet sich der Konzern auf der Überholspur, da sich die Pipeline mit Blockbustern gefüllt hat. Mehrere milliardenschwere Neuzulassungen stehen kurz vor der Marktreife und verleihen der Aktie neue Wachstumsfantasie. Auch die Ausweitung der Forschung und Entwicklung wird positiv gesehen. Kaufen oder nicht? Wohin die Performancereise bei Amgen noch geht, das sagt Ihnen Dieter Wendt in seinem 100%-DEPOT. Bestellen Sie das 100%-DEPOT jetzt zum Kennenlernpreis von 79 Euro für drei Monate (anstatt 199 Euro).

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Herzliche Grüße

Ihre Cindy Ullmann

PS: Welchen Einfluss soziale Netzwerke mittlerweile auf Aktienkurse haben, konnten Anleger sehr schön letzte Woche erleben. So geisterte nach der Apple-Präsentation das Gerücht durch die sozialen Netzwerke, dass Google (sozusagen als Äquivalent zu Apple Pay) mit 40% bei Ebay (also PayPal) einsteigen will. Der Kurs von Ebay schnellte nach oben. Doch schnell wurde von Ebay dementiert und der Kurs landete wieder dort, wo er hergekommen war. Seien Sie also wachsam, und nehmen Sie nicht alle Nachrichten aus den sozialen Netzwerken für bare Münze. Manchmal will auch jemand einfach die Kurse nach oben treiben.



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