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Ausgabe vom 20. August 2014



  • Innovative Sharing-Vision schafft neue Märkte
     
  • Zitat der Woche 


 



Innovative Sharing-Vision schafft neue Märkte  


 


von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am Wochenende habe ich mit großem Interesse die Studienarbeit meiner Tochter gelesen, die sehr klar die neuen Trends und Lebensvorstellungen der jungen Generation vermittelt. Wie alle (angehenden) Architekten, beschäftigt sich auch meine Tochter mit den sozialen Aspekten der Wohn- und Lebensgewohnheiten der Gesellschaft.

Die Bedürfnisse ändern sich ständig über die Generationen hinweg. Wurde in der Nachkriegszeit das urbane Leben in den Vorstädten mit Eigenheim und großem Grundstück zum Gemüseanbau gesucht, verlagern sich die jungen Menschen heute laut neusten Studien zunehmend in die Innenstädte. Auch die Familiengründung findet immer weniger im Speckgürtel der Stadt sondern mittendrin statt.


Raus aus der „Öko-Ecke“

Direkte Wege, eine gute Infrastruktur und der mögliche Verzicht auf ein Auto durch das Erreichen von Arbeitsstelle, Supermarkt und Kita zu Fuß oder mit der Straßenbahn werden immer wichtiger. Das Auto als Prestigeobjekt verliert beim jungen Bildungsbürgertum an Bedeutung.

Grund hierfür ist neben wachsendem Umweltbewusstsein, das schon lange nicht mehr in die „Öko-Ecke“ gehört, auch der zunehmende Verzicht auf Statussymbole. „Mein Haus, mein Auto, mein Boot…“, scheint überholt. Gerade in den größeren Städten orientieren sich die jungen Menschen immer häufiger am Gedanken des Teilens – „neudeutsch“: Sharing.


Der Sharing-Gedanke eröffnet weltweit vielversprechende Märkte

Das lässt hoffen, nicht nur aus ethischer Sicht, denn der Sharing-Gedanke besetzt und beflügelt auch neue Nischen für Unternehmen. Insbesondere im Bereich Carsharing entstehen weltweit neue vielversprechende Märkte, die sich die namhaften Autohersteller längst untereinander aufgeteilt haben.

Laut Angaben des Finanzmagazins WirtschaftsWoche geht der vor rund fünf Jahren entdeckte Wettbewerb im Carsharing in eine neue Runde, da dieser Gedanke weltweit rasant auf dem Vormarsch ist. Ob Car2Go, die Carsharing-Tochter von Daimler, Multicity, die Elektroautoflotte von Citroen oder DriveNow, der Carsharing-Ableger von BMW, alle spüren Aufwind durch das verbesserte Konzept der gemeinsamen Nutzungsidee.

Musste in den Anfängen des Carsharing das geliehene Auto noch an der Ursprungsstation abgegeben werden, kann man es heute überall stehen lassen. Das macht die Sache natürlich wesentlich attraktiver. Man kann zum Essen im Restaurant einen Wein trinken und mit dem Taxi nach Hause fahren oder das geliehene Vehikel am Bahnhof abstellen und mit dem Zug verreisen.

So hat das Carsharing laut einer bisher unveröffentlichten Studie der Hamburger Strategieberatung Civity seine Nische hauptsächlich im städtischen Nahverkehr gefunden. Doch das ist ausbaufähig.


Neue Konzepte über die Städte hinaus

Car2Go sowie DriveNow steigerten ihren Umsatz, indem sie ihren Kunden in einigen Städten erlaubten, die Autos über den City-Bereich hinaus zu nutzen. Praktisch zum Beispiel, um das Auto am Flughafen abzustellen. Nun gibt es auch Überlegungen über Fahrten ins Umland. So wollen die Bayern ihre Kunden zu Tagesausflügen animieren, evtl. kombiniert mit Rabatten auf Freizeitangebote.

Verlockende Idee, wer würde nicht gerne mit einem BMW-Cabrio an den Chiemsee fahren und dort vielleicht eine vergünstigte Schiffstour zur Herreninsel mit freiem Eintritt ins Schloss unternehmen… Oder im Allgäu einen gesponserten Wellness-Tag verbringen… Mir könnte das gefallen.

Es sind also hier, wie überall anders auch, neue Ideen und Konzepte gefragt. Dann wird es auch immer weiter bergauf (nicht nur in den Alpen) gehen. Es waren schließlich immer mutige und bisweilen extravagante Visionäre, die die Märkte und die Wirtschaft voranbrachten, auch in noch so schlechten Zeiten.


Kampf der Premiumhersteller um den Trendartikel

Beim Kampf um die Markführerschaft stehen sich die deutschen Premiummarken Daimler und BMW gegenüber. Längst sind deren Carsharing-Abkömmlinge ein wichtiges Marketinginstrument geworden. Denn, so das Kalkül in Stuttgart und München, wer einmal in einem geliehenen Smart oder Mini gesessen hat (von April bis Oktober kann man auch Fahrspaß im offenen 1er-BMW genießen), der greift vielleicht doch auch selbst einmal zu.

Dass die Leihautoflotten aber nicht nur zu Werbezwecken dienen, sondern enormes Zukunftspotenzial aufweisen, erläutert Daimler-Car2Go-Europa-Chef Thomas Beermann: „Bis 2020 werden wir weltweit in 40 bis 50 weiteren Städten an den Start gehen.“ Auch BMW ist optimistisch. So kündigt DriveNow-Chef Nico Gabriel an: „Unser Ziel in den kommenden Jahren: bis zu 15 europäische und 10 amerikanische Metropolen.“

Gerade in Städten, in denen das Geld zu Hause ist, wie in der norditalienischen Finanzmetropole Mailand, in der es eine Innenstadt-Maut gibt, boomt das Geschäft mit dem geliehenen Auto. Nirgendwo sonst konnte die Daimler-Tochter Car2Go innerhalb eines Jahres mehr Kunden gewinnen. Die meist finanzkräftigen Nutzer haben Car2Go dort bereits zum Modeartikel gekürt. Dieses neue Gefühl von Lifestyle lässt hoffen, nicht zuletzt für die Autoindustrie.

Es grüßt Sie herzlich und kritisch - und trotz der allgemeinen Gemengelage optimistisch - zur Wochenmitte

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Haben auch Sie schon Erfahrung im Carsharing gesammelt oder wären Sie bereit dazu, es auszuprobieren und evtl. auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten? Ihre Meinung interessiert mich wie immer unter Martina.Bisdorf@boersenspiegel.com.







Zitat der Woche


„Ich habe eine egozentrische Art, mein Geld zu verdienen, aber sie ist erfolgreich.“

Niki Lauda, Chef des Mercedes-Teams und ehemaliger Formel-l-Weltmeister






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