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Ausgabe vom 24. Juli 2014



  • Ab in den Urlaub mit Apps



 



Ab in den Urlaub mit Apps 



 


von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,    

morgen fangen bei uns in Hessen die Sommerferien an. Das bedeutet wieder: Schlangen auf den Autobahnen, die sich gen Süden oder in Richtung Nordsee bewegen. Gerade bei Familien ist der Urlaub mit dem Auto, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, immer wieder eine sehr beliebte Version für den Tapetenwechsel.

Abgesehen davon, dass das Fliegen mit der ganzen Familie in der Regel wesentlich teurer ist, als die Ferienwohnung, die mit dem eigenen Pkw angesteuert wird, ist man dann ja auch vor Ort unabhängiger, um je nach Belieben Ausflüge zu machen. Und man kann einfach (fast) alles mitnehmen. Mein Mann und ich fanden das jedenfalls immer sehr praktisch, als die Kinder noch klein waren.

Hinzu kommt neuerdings noch das erhöhte Risiko beim Fliegen durch die geopolitischen Krisen, die nicht nur Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben (Meine Kollegin Kathrin Dörfeld berichtet im heutigen Daily Post auf unserer Homepage
www.boersenspiegel.com zum Konjunkturausblick des IWF).

Nein, sie - allen voran der Ukraine-Konflikt – haben auf brutalste Art und Weise auch die Zivilbevölkerung völlig unbeteiligter Staaten erreicht. Die Bilder, die gestern aus den Niederlanden um die Welt gingen, wo man die ersten sterblichen Überreste des über der Ukraine vermutlich „versehentlich“ abgeschossenen malaysischen Flugzeugs in die Heimat brachte, möchte ich nicht kommentieren. Sie haben uns alle in der Redaktion zutiefst erschüttert. Dies sei als Ausdruck unserer Ehrerbietung gegenüber den Opfern und unseres Mitgefühls für deren Angehörige hier erwähnt.
 

Preiswert tanken mit Apps?

Zu den Kosten für eine Urlaubsreise mit eigener Anfahrt zählen neben Unterkunft und Verpflegung selbstverständlich auch die Versorgung für das Fahrzeug mit dem jeweiligen Treibstoff. Bei diesen Kosten lässt sich der eine oder andere Euro für die Urlaubskasse einsparen, denn die Literpreise schwanken an deutschen Tankstellen bis zu 20 Cent am Tag. Doch wie finde ich die richtige Tankstelle zum richtigen Zeitpunkt?

Gesetz ermöglicht Preisvergleich

Eine Möglichkeit gibt es seit September 2013, dem richtigen Zapfhahn auf die Spur zu kommen: Verbraucher können auf Internetseiten und über Apps auf ihrem Mobiltelefon Benzinpreise von Tankstellen vergleichen. Möglich gemacht wurde dies durch das Gesetz für Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), das die Einrichtung einer Markttransparenzstelle für den Großhandel mit Strom und Gas beim Bundeskartellamt anordnete.

In diesem Gesetz werden Mineralölunternehmen und Tankstellenbetreiber verpflichtet, der Markttransparenzstelle alle Preisänderungen bei den Kraftstoffsorten Super E5, Super E10 und Diesel zu melden. Die Meldepflicht ergibt sich hierbei aus der Preissetzungshoheit an der Tankstelle. Diese liegt entweder unmittelbar beim Tankstellenbetreiber oder bei einem Mineralölunternehmen, wenn dieses die Preise an Tankstellen vorgibt bzw. ändert.


14.000 Tankstellen sind meldepflichtig

Durch dieses Gesetz melden nun mehr als 14.000 Tankstellen hierzulande ihre Benzinpreise dem Bundeskartellamt bzw. der dort angesiedelten Markttransparenzstelle für Kraftstoffe. Diese wiederum gibt die Informationen binnen Minuten an die Betreiber von Internetseiten und Apps weiter. Zunächst wurde das neue, häufig auch als „Benzinpreis-App“ bezeichnete Angebot vom Bundeskartellamt und einigen großen Anbietern getestet, unter anderem vom ADAC. Seit Dezember 2013 läuft aber der Regelbetrieb.

Tanken am frühen Abend

Durch die Meldungen an das Kartellamt hat man auch herausgefunden, dass die beiden Marktführer Aral und Shell ihren Sprit meist gegen 20 Uhr um durchschnittlich 9 Cent verteuern. Esso und Total folgen in der Regel eine Stunde später, Jet um 23 Uhr. Am nächsten Tag nehmen die Konzerne ihre Preiserhöhung wieder zurück – meist in kleinen Schritten von 2 bis 3 Cent pro Liter. Am günstigsten steuert der Verbraucher die Station seiner Wahl also tatsächlich am frühen Abend an.

Apps arbeiten korrekt

Tanktechnisch gesehen ist Deutschland ein zutiefst gespaltenes Land: Zwei von drei Autofahrern steuern direkt Aral, Esso, Jet & Co. an, wenn sich die Nadel Richtung null bewegt. Koste es, was es wolle. Nur jeder Dritte schaut vorher ins Internet und vergleicht dort die Preise. Dabei sind durch einen Vergleich einige Euros bei der Tankfüllung zu sparen.

Außerdem urteilte die Stiftung Warentest im Februar dieses Jahres, dass man sich auf Daten verlassen könne, die Tank-Apps wie „Clever Tanken“ oder „Spritpreismonitor“ lieferten. Sie wurden bei einer Überprüfung als korrekt bezeichnet. Allein der Marktführer „Clever Tanken“ zählte im vergangenen Monat 8 Mio. Besucher. Mehr Informationen zu den einzelnen Tank-Apps finden Sie im Internet.


Auslands-Apps

Im Vorfeld kann es sinnvoll sein, wenn Sie eine Spritpreis-App für Ihr Reiseland auf dem Smartphone installieren. Solche Anwendungen gibt es etwa für Österreich und Dänemark. Es ist besser, sich vor der Reise zu informieren.

Während in Deutschland die Markttransparenzstelle viele solcher Apps mit aktuellen Preisdaten versorgt, sind die Daten im Ausland nicht unbedingt verlässlich. Ausnahme ist eventuell Österreich. Dort werden die Tankstellenbetreiber ebenfalls durch ein Gesetz verpflichtet, Preisänderungen zu melden.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub, wann und wohin auch immer, und grüße Sie herzlich.

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Auf mich wirkte die Schweigeminute, die Russlands Staatschef Putin nach dem Flugzeugabsturz im Kreml angeordnet hat, fast wie ein Hohn, auch wenn die Katastrophe aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Konto der pro-russischen Separatisten ohne Beteiligung Russlands geht. Nun, wo es durch dieses tragische Ereignis und die Aussicht auf verschärfte Sanktionen wirklich eng für Russland wird und man den totalen Gesichtsverlust befürchten muss, distanziert man sich also von den Separatisten und überlässt die gespaltene Ukraine allem Anschein nach ihrem Schicksal.





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