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Ausgabe vom 16. Juli 2014



  • Trotz aller Krisen und Skandale lautet die Devise: Ruhe bewahren
     
  • Zitat der Woche


 

Trotz aller Krisen und Skandale lautet die Devise: Ruhe bewahren

 

 


von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,    

eigentlich wollte ich Ihnen, wie angekündigt, heute über die Entwicklungen in der Spionageaffäre und zu den weiteren NSA-Abhörskandalen, die im Laufe der letzten Wochen noch ans Licht gekommen waren, berichten. Aber, wie es augenblicklich scheint, ist es wieder ruhig um die Sache geworden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wirkte sichtlich bemüht, als er bei dem Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Kerry betonte, die deutsch-amerikanische Freundschaft dürfe nicht unter den jüngst bekannt gewordenen Spionage- und Abhöraktionen leiden.

Den Ausschnitt aus seinem Presseauftritt, den ich gesehen habe, habe ich jedenfalls als sehr demütig empfunden. Ich frage mich schon, wer wir eigentlich sind, dass wir nicht adäquat, auch in den Medien, darauf reagieren dürfen, wenn wir ausspioniert werden. Auch wenn dies durch die Amerikaner geschieht, denen wir anscheinend ewig dankbar sein müssen, dass sie uns nach dem Krieg wieder aufgerichtet haben. Da waren schließlich auch eine Menge anderer Menschen daran beteiligt, ohne deren Fleiß und Tatkraft es ganz sicher nicht gegangen wäre.


Spionage ist kein Kavaliersdelikt „unter Freunden“

Da war die Reaktion der Kanzlerin, den Residenten der US-Geheimdienste in Deutschland aufzufordern, das Land zu verlassen, doch mindestens angemessen. Angela Merkel sprach, wie ich finde zu Recht, von „Kraftvergeudung und falschen Prioritäten“. Auch SPD und Opposition werteten die Entscheidung als „richtige Reaktion“.

Umso mehr hat die verstimmte Reaktion von Barrack Obama mich wiederum verstimmt, als er den Rauswurf des obersten US-Geheimdienstlers kommentierte und dazu meinte, er sei enttäuscht über die öffentliche Maßregelung durch die Deutschen. Ich meine, der Rauswurf war eine adäquate Reaktion. Spionage ist schließlich kein Kavaliersdelikt, über den man „unter Freunden“ hinweg sehen kann.

Zu allem Überfluss kritisierte der US-Präsident den Umgang unserer Regierung mit den Medien. Ich frage mich, wozu sind denn wohl die Medien da, und wo kommen wir hin, wenn wir uns am Ende noch in der freien Meinungsäußerung beschneiden lassen?

Nun, wie eingangs schon erwähnt, ist es um diese Affäre gerade wieder ruhig geworden. Hoffen wir, dass der Konflikt nicht im Sande verlaufen wird und sich wirklich etwas tut, in punkto Datenschutz gegenüber der mächtigsten Nation der Welt. Auch wenn diese Hoffnung fast etwas naiv erscheint.


Krisengeplagte Welt verunsichert Märkte

Die wirklich dramatischen Probleme um uns herum, über die wir vielleicht alle während der Fußball-WM etwas hinweg geschaut haben (das sei uns auch mal erlaubt und ist unter „menschlich“ zu verbuchen), werden im Zuge der normalisierten Nachrichtenlage wieder allzu deutlich sichtbar.

So ist im Nahen Osten kein Frieden in Sicht, nachdem die Hamas den ägyptischen Vorschlag einer Waffenruhe nicht akzeptiert hat. Ihre Bevölkerung im Gaza-Streifen als Kanonenfutter benutzend hat die radikal islamistische Bewegung den Beschuss der Israelis fortgesetzt. Die Zivilbevölkerung des so geplagten Stücks Land im Gaza (schon in meiner Kindheit war „Krieg in Nahost“- und das ist schon eine Weile her) ist massenhaft auf der Flucht, weil Israel bereits neue Raketenangriffe angekündigt hat.


„Mit eigener Bank gegen die Alte Welt“

So titelte gestern das Internet-Portal Tagesschau.de den Vorstoß der BRICS-Staaten in Brasilien, eine eigene Entwicklungsbank und einen eigenen Währungsfonds zu gründen, um von den westlichen Industrienationen unabhängiger zu sein. Denn das wollen die aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Allen voran Russland ist ja bekannt für seine eigenwilligen Bestrebungen. In diesem Zusammenhang dürfte sicher auch der inzwischen dauerschwelende Ukraine-Konflikt, der ebenfalls weit von einer Lösung entfernt scheint, eine Rolle gespielt haben.

All diese Krisenherde und unüberschaubaren Entwicklungen bringen natürlich jede Menge Unsicherheiten auch für uns als Anleger sowie andere Investorengruppen mit sich. Dennoch sollte man jetzt die Ruhe bewahren. Um Ihnen ein wenig Sicherheit dazu zu vermitteln, möchte ich einen Ausschnitt aus der Markteinschätzung meines Kollegen
Jürgen Schmitt aus seiner aktuellen Ausgabe des BÖRSEN-SPIEGEL zitieren:

„Gesenkte Erwartungen lassen positive Überraschungen zu“

„Im Vorfeld der Quartalsberichtssaison haben die Analysten ihre Prognosen auf breiter Front nach unten angepasst. Man traut den Unternehmen nach den Höhenflügen der letzten Jahre nun nur noch durchschnittliche Steigerungsraten zu. Und natürlich können Allianz & Co. auf den aktuell wieder erreichten Niveaus nicht mehr an die Steigerungsraten der Jahre 2009 bis 2013 heranreichen, doch Luft für positive Überraschungen gibt es reichlich. Damit besteht auch durchaus die Chance, dass die Börsen-Indizes in Europa und Amerika vor dem kommenden Börsen-Herbst noch einmal zu einer Sommer-Rally durchstarten.“

Bleiben wir also optimistisch, zu Beginn der WM hätte ja auch kaum einer wirklich geglaubt, dass sie für uns so positiv ausgehen würde.

Es grüßt Sie herzlich und kritisch zur Wochenmitte

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Eigentlich wollte ich den „Gaucho-Song“ unserer Sieger-Mannschaft hier nicht erwähnen. Aber dieses unrühmliche Eigentor grassiert ja inzwischen weltweit durch alle Medien und bringt den Helden zu Recht ordentlich Kritik ein. Ich schließe mich da Jürgen Trittins recht moderater Aussage dazu an, das sei sicher nicht überzubewerten, aber durchaus unsportlich.




Zitat der Woche


„Seid freundlich und zurückhaltend. Zeigt, dass ihr aus Deutschland kommt. Schminkt euch zum Beispiel schwarz-rot-gold. Wir sind dort sehr willkommen“,

ermunterte Innenminister Thomas de Maizière die deutschen Fans zum Umgang mit ihrem Nationalstolz vor der WM. (Vielleicht hätten Jogis Jungs sich das ja mal anhören sollen!?)






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