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Ausgabe vom 26. Juni 2014



  • 1:0 für die Bierbrauer? – Noch ist der Ball nicht im Tor
       

 

1:0 für die Bierbrauer?
– Noch ist der Ball nicht im Tor

 


von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,    

ich persönlich trinke ja lieber einen guten Wein als ein kühles Bier. Bei der Fußball-WM gehört aber anscheinend doch für viele Fans zu einem spannenden Spiel auch das passende Bier. Jedenfalls ist mit der WM der Bierdurst – vor allem der Deutschen – enorm gestiegen. Um die deutlich höhere Nachfrage zu bedienen, legen laut einem Bericht der BILD-Zeitung viele der bundesweit 1.300 Brauereien seit mehreren Wochen Sonderschichten ein.

„Sollte die Nationalmannschaft ins Halbfinale oder sogar Finale kommen und das Wetter mitspielen, werden viele Brauer weiter Sonderschichten fahren“, ließ uns der Chef des deutschen Brauerbundes Holger Eichele wissen. Die Branche ist mit dem bisherigen Jahresverlauf sehr zufrieden: Bereits von Januar bis Ende April stieg der Bier-Absatz bundesweit um 4,5%. Mit weiteren Prognosen ist man allerdings noch vorsichtig, denn für konkrete Zahlen zum Absatzplus ist es noch zu früh.

Fest steht allerdings schon: Das sportliche Großereignis am Zuckerhut ist nicht nur für die Fußballbegeisterten ein besonderes Event, sondern auch für die weltweit größten Bierbrauer. Versprechen die sich doch durch den erhöhten Bierkonsum - gerade in Deutschland - steigende Absatzzahlen. Aber auch im Gastgeberland selbst sieht man großes Potenzial.


Weltgrößter Bierbauer sponsert FIFA

Der weltgrößte Bierproduzent - gemessen am Absatzvolumen – ist die belgische Anheuser-Busch InBev. Die Brauereigruppe besitzt schon nahezu alle gängigen lokalen Biermarken in Brasilien und ist darüber hinaus auch Sponsor des Fußballverbandes FIFA. Wenn man die Bilder im Fernsehen sieht, könnte man davon ausgehen, dass sich die Hoffnungen auf die WM erfüllen dürften.

Neben der Weltmeisterschaft stehen bei den großen Bierbrauern die Entwicklungsländer stark im Fokus. Denn hier sehen die Experten das größte Zukunftspotenzial. Ziel ist es, sich durch lokale Investitionen gegen den sinkenden Bierabsatz in den Industrienationen zu schützen. Vor allem in Deutschland ist der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich 140 Litern in den 1990er Jahren auf weniger als 100 Liter zurückgegangen. Weiterhin wird für den deutschen Markt bis 2030 ein weiterer Verlust von rund 20 Mio. Hektolitern prognostiziert.

Natürlich bringen die Märkte der Entwicklungsländer auch gewisse Risiken mit sich. Währungsturbulenzen in diesen Regionen, speziell in Lateinamerika, haben das Wachstum jüngst erschwert. Der asiatische Markt scheint aber aufgrund der immer höheren Nachfrage nach internationalen Biermarken langfristig sehr attraktiv zu sein.


Die drei größten Bierproduzenten der Welt unter der Lupe

Neben der oben erwähnten ABInBev, machen der holländische Konzern Heineken und die britische SAB Miller die Runde der drei größten Bierproduzenten der Welt komplett. Werfen wir aus aktuellem Anlass einen Blick auf die Zahlen:

ABInBev konnte im letzten Jahr seinen Umsatz um 8,5% auf 42,2 Mrd. Dollar steigern (Umsatz 2012: 39,8 Mrd. Dollar). Für das Jahr 2014 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 47,6 Mrd. Dollar. Der Gewinn der Belgier konnte von 7,2 Mrd. Dollar im Jahr 2012 auf 14,4 Mrd. Dollar im Jahr 2013 gesteigert werden. Das Unternehmen profitierte von Preiserhöhungen und Einsparungen und konnte so eine Gewinnmarge von rund 35% für das Jahr 2013 verbuchen. Für den weiteren Verlauf des Jahres werden vor allem wieder bessere Geschäftszahlen für die Märkte USA und Mexiko aufgrund einer stabileren Wirtschaftslage erwartet.

Das zweitgrößte Unternehmen der Branche, SAB Miller, konnte seinen Umsatz im Jahr 2013 um 4,8% auf 17,5 Mrd. Dollar erhöhen (Umsatz 2012: 16,7 Mrd. Dollar). Der Gewinn stieg ebenfalls um rund 5,8% von 3,5 Mrd. Dollar im Jahr 2013 auf 3,7 Mrd. Dollar für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2014. Der Konzern konnte somit eine Gewinnmarge vor Steuern und Abschreibungen von rund 23% verbuchen. Die Londoner profitieren aktuell extrem von der britischen Markteroberung ihrer italienischen Marke Peroni und konnten somit auch ihre Anteile im heimischen Markt trotz Konsumrückgangs steigern.

Heineken, der Drittgrößte im Bunde, konnte seinen Umsatz im vergangen Jahr um 4,3% auf 19,2 Mrd. Euro steigern (Umsatz 2012: 18,4 Mrd. Euro). Jedoch wird für das Jahr 2014 ein leichter Umsatzrückgang um 100 Mio. auf 19,1 Mrd. Euro prognostiziert. Der Gewinn der Niederländer sank im Jahr 2013 um rund 50% auf 1,4 Mrd. Euro (Gewinn 2012: 2,9 Mrd. Euro). Der Gewinnrückgang sei auf den Konsumrückgang in Mittel-und Osteuropa und den erstarkten Euro zurückzuführen. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, plant das Unternehmen künftig höhere Ausgaben für Werbung im europäischen Markt, um die Premium-Marke weiterhin zu etablieren. Auch hier will man die Absatzzahlen in den Entwicklungsländern erhöhen, um den fehlenden Umsatz in Europa abzufangen.

Ich hoffe, das waren ein paar interessante Informationen für Sie - über den Bierdurst hinaus - und grüße Sie herzlich,

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Dann wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Spiel Deutschland – USA heute Abend, ob mit Bier (gibt es inzwischen auch in reichlicher und leckerer alkoholfreier Auswahl), Wasser oder Wein!





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