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Ausgabe vom 05. Juni 2014


  • Umstieg auf Erneuerbare Energien muss nicht teuer sein     

 

Umstieg auf Erneuerbare Energien muss nicht teuer sein


von Patrycja Jopek
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Produktion der E-Autos wird immer relevanter für die Unternehmen, die Anzahl der Windparks erhöht sich und die Photovoltaikanlagen werden zunehmend auf den grünen Feldern gesichtet. Sie wissen worauf ich hinaus will – die grüne Welle wird uns noch stärker erreichen. Dabei dreht sich alles um die sogenannten erneuerbaren Energiequellen, die sich verhältnismäßig schnell regenerieren oder sich sogar als unerschöpflich erweisen.

Ich möchte Ihnen aber heute nicht die erneubaren Energiequellen ausführlich erläutern, sondern Ihnen eine Möglichkeit aufzeigen, wie Sie mit genau diesem Trend Geld verdienen können.

Weiterer Vorteil der Energiewende

In Deutschland bzw. mittlerweile in über 60 weiteren Staaten spielt der Aufbau von entsprechenden Anlagen für die Gewinnung erneuerbarer Energiequellen eine erhebliche Rolle. Daher ist die Regierung selbstverständlich daran interessiert, den Aufbau zu fördern. Und das, mit Hilfe von der sogenannten Einspeisevergütung.

Eine Einspeisevergütung bekommen Stromanbieter, die ihren eigenen Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Das Land möchte mit dieser Art der Vergütung die Erzeugungsformen der Erneuerbaren Energien wie z.B. Solarenergie, Windkraftanlagen oder Biomasseanlagen fördern. Ziel ist es, dass der Betreiber von diesen Anlagen sich selbst zu 100% mit seinem eigenen erzeugten Strom versorgen kann, und ein Zukauf nicht mehr nötig sein wird. Seit 2009 wird auch die Nutzung von Wärme aus Regenerativen Energiequellen gefördert.

Das EEG besagt, dass…

Die Höhe der Vergütung ist im Erneuerbaren Energien Gesetz EEG aus dem Jahr 2000 festgelegt und richtet sich nach den Zeitpunkt der Inbetriebnahme, den Investitionskosten und der Art der Anlage und wird für 20 Jahre vom Staat festgelegt. Im Zuge dessen werden Anlagen zur Stromerzeugung, deren Investitionskosten im Verhältnis zur installierten Leistung niedriger sind, auch niedriger vergütet und umgekehrt. Bei der Art der Anlage wird zwischen dem Solarstrom, der Windenergie, der Wasserkraft, der Biomasse und der Geothermie unterschieden.

Strom mit Photovoltaik

Wenn Sie Strom mit Photovoltaik aus Sonnenenergie erzeugen, erhalten Sie zwar die höchste Einspeisevergütung, für Sie als Anleger heißt das aber nicht unbedingt, dass auch die Rendite der Geldanlage am höchsten ist. Den hohen Vergütungssätzen stehen auch hohe Investitionskosten gegenüber. Durch einen starken Preisverfall bei Photovoltaik-Anlagen um das Jahr 2012 hat sich hier trotzdem ein Vorteil ergeben. Allerdings ist der Degressionssatz für die Förderung von Neuanlagen im Bereich Solarstrom ebenfalls am stärksten.

Er betrug ursprünglich 5% pro Jahr, im Vergleich zu einem bis 1,5% bei Biomasse und Windenergie, wurde aber inzwischen erhöht, da der Ausbau der Photovoltaik unerwartet schnell voran geschritten ist. Diese Reduzierung der Förderung betrifft allerdings immer nur Anlagen zur Stromerzeugung, die nach der Änderung neu errichtet werden. Durch ihre hohen Vergütungssätze ist die Solarenergie auch der größte Kostenfaktor in der EEG-Umlage. Sie hat einen Anteil von knapp 20% an der Stromerzeugung, die vom Erneuerbare Energien Gesetz erfasst wird, ist aber für über 40% der EEG-Umlage verantwortlich. Bei der Windkraft sind die Verhältnisse genau umgekehrt.

Strom aus Windkraft

Die Vergütungssätze für Strom aus Windkraft zählen zu den niedrigsten im EEG. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Investitionskosten und ausreichender Verfügbarkeit der Ressource lieferte sie im Jahr 2011 einen Beitrag von 47% zur regenerativen Energieversorgung. Windkraft Fonds, die eine Beteiligung an der Errichtung und dem Betrieb von Windparks ermöglichen, sind die häufigste und populärste Anlageform im Bereich der grünen Geldanlage.

Geschlossene Fonds, die nur in ein einzelnes Projekt investieren, bergen allerdings trotz garantierter Einspeisevergütung ein vergleichsweise hohes Risiko. Die Rendite Ihrer Geldanlage hängt vom wirtschaftlichen Erfolg eines einzelnen Windparks ab. Zeiten mit schwachem Windaufkommen und Reparaturen, die etwa durch Sturmschäden verursacht wurden, können das Ergebnis sehr negativ beeinflussen.

Strom aus Wasserkraft

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ist eine Form der regenerativen Energiegewinnung, die bereits am längsten in größerem Maß wirtschaftlich eingesetzt wird. Im Gegensatz zur Windenergie sind die Möglichkeiten für die Nutzung der Wasserkraft allerdings deutlich eingeschränkter. Flächen mit einer ausreichenden mittleren Windstärke für die Stromerzeugung sind erheblich zahlreicher als geeignete Fließgewässer. Auch die Nutzung von Gezeiten und Wellenbewegungen ändert daran nicht viel.

Strom aus Biomasse

Biomasse liefert derzeit nach den Windkraftanlagen den zweitgrößten Beitrag beim Erzeugen von Energie aus erneuerbaren Quellen. Hierzu gehört die Erzeugung und Nutzung von Biogas aus Klärschlamm, geeigneten Haushalts- und Industrieabfällen und Deponiegas. Ein Vorteil der Gewinnung von Energie aus Biomasse ist, dass eine kontinuierliche Arbeitsweise möglich ist, die nicht von wechselnden Wetterbedingungen abhängig ist, und sich das Gas zudem vergleichsweise leicht speichern lässt. Dadurch ist es bei Biomasse im Vergleich zu Windenergieanlagen und solaren Kraftwerken einfach möglich, die Produktion der elektrischen Energie an den Bedarf anzupassen.

Strom aus Geothermie

Die Gewinnung von Strom aus Geothermie, sprich Erdwärme spielt bei uns nur eine untergeordnete Rolle, denn sie liefert mit den übrigen Verfahren nur 2% des gesamten EEG-Stroms.

Ein Blick auf die Börse

An der Börse gab es durch die Energiewende in Deutschland Gewinner und Verlierer. Zu den großen Verlierern gehörten sicherlich in der ersten Phase die deutschen Versorger wie RWE und E.ON. Hier sehen wir aktuell einen massiven Umstrukturierungsprozess. Profitieren konnten dagegen zahlreiche Unternehmen aus dem Solar- oder Windsektor. In unseren Publikationen haben wir in den vergangenen Jahren hier zahlreiche Kursraketen in unseren Depots geführt. Allerdings sind solche Investitionen angesichts der starken Kursschwankungen nichts für schwache Nerven. Im Idealfall sollten Sie daher Ihr Risiko auf mehrere Titel streuen. 

Fazit:

Im Großen und Ganzen können Sie also mit einer Investition in Erneuerbare Energien der Umwelt etwas guten tun und zusätzlich etwas „Taschengeld“ dazu verdienen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Donnerstag.

Ihre
Patrycja Jopek



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