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Ausgabe vom 20. Mai 2014


  • Die Deutsche Bank ist immer für eine Überraschung gut
     

 


Die Deutsche Bank ist immer für eine Überraschung gut
 

von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ende April schrieb ich Ihnen hier im BÖRSEN-SPIEGELdaily, dass die Doppelspitze der Deutschen Bank über Kapitalerhöhungen nachdenkt. Seit letztem Sonntag ist es nun amtlich. Um ganze 8 Mrd. Euro will die größte Bank Deutschlands ihr Eigenkapital durch die Ausgabe von Aktien aufstocken, um sich für Krisenzeiten ein dickes Polster zuzulegen. Das sind immerhin 25% ihres jetzigen Börsenwertes und wäre die zweithöchste Kapitalerhöhung der Firmengeschichte. Schon länger bemängeln Experten die schwache Kapitalbasis von 9,5%. Mit Hilfe des frischen Kapitals würde diese Quote auf 11,8% steigen.

Deutsche Bank legt sich Krisenpolster zu …

Im Vergleich zu anderen deutschen Banken setzt die Deutsche Bank also eher auf Expansion, statt auf Sparkurs. Das ist richtig und wichtig, um auch gerade auf dem englischen Markt konkurrenzfähig zu sein und die Geschäfte in den USA weiter auszubauen. Aber das ist nicht der einzige Grund. Das zusätzliche Kapital bietet dem Unternehmen weiteren Spielraum für die drohenden juristischen Auseinandersetzungen.

Und hier gibt es einige: Kursmanipulation wichtiger Zinssätze wie Euribor und Libor, Teilnahme an Devisenmanipulationen sowie der Ärger mit Zinshändlern, die wegen der Kursmanipulation entlassen worden sind. Hier drohen Strafen in Milliardenhöhe. Bereits abgeschlossen, aber noch nicht bezahlt, sind die Rechtsstreitigkeiten wegen alter Hypothekenprobleme und der 11 Jahre andauernde Streit mit dem bereits verstorbenen Leo Kirch und seinen Erben. Das kostet.


… und setzt auf Expansion statt auf Sparkurs

Darüber hinaus will die Nummer 1 der deutschen Bankenszene mit dem frischen Geld Großkunden noch besser betreuen und die Digitalisierung des Privatkundengeschäfts vorantreiben. Nicht zu vergessen, der anstehende Bankenstresstest, dem die Deutsche Bank dank des Finanzpolsters entspannter entgegensehen kann.

Schafft Deutschlands größtes Bankhaus nun die Wende?

Auch ein potenter Investor scheint gefunden. Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani von Katar höchstpersönlich wird dem Geldinstitut über seine Investmentfirma Paramount Services mit einer Finanzspritze unter die Arme greifen. So hat er bereits 1,75 Mrd. Euro, also etwa ein Viertel des oben genannten Paketes, vorab platziert. Damit übernimmt er 5% der Anteile und wird zum größten Einzel-Anteilseigner.

Der Restbetrag in Höhe von 6,25 Mrd. Euro wird den Altaktionären vom 6. bis zum 24. Juni zur Zeichnung angeboten. Sollten Sie Altaktionär sein, können Sie wahrscheinlich auf einen Abschlag in Höhe von 25 bis 30 % des jetzigen Börsenkurses hoffen.


Kapitalerhöhung sorgt für Zündstoff auf der Hauptversammlung

Schon vor der Hauptversammlung, die am Donnerstag in Frankfurt stattfinden wird, schraubt die Deutsche Bank wegen niedriger Zinsen, neuer Auflagen und anhaltender Prozessrisiken ihre Ziele kräftig zurück. So werde das Privatkundengeschäft 1 Mrd. Euro weniger erreichen und die Rendite im Investmentbanking von 15 auf 13% zurückgefahren.

Die Kapitalerhöhung wird sich zunächst einmal negativ auf den Aktienkurs auswirken und für einigen Zündstoff auf der Hauptversammlung sorgen. Schon seit Jahresbeginn gab der Kurs von rund 40 Euro auf 30 Euro nach. Viele Experten werden die Kapitalerhöhung trotz der eventuellen Folgen dennoch begrüßen, weil sie die Bank konkurrenzfähiger macht. Wenn sich aber derselbe Gewinn auf eine größere Anzahl von Aktien verteilt, sinkt erst einmal die Rendite. Das bedeutet, die Bank muss umso profitabler arbeiten, um die gleichen Ergebnisse zu erzielen. Ein forsches Ziel, doch wenn es nach Jain und Fitschen geht, soll bereits 2015 schon wieder eine Rendite von 12% erreicht werden. 


Angriff ist die beste Verteidigung

Fazit: Angriff ist, wie gesagt, die beste Verteidigung. Die Kapitalerhöhung würde einem Befreiungsschlag gleichen. Damit will sich die Führungsspitze Jain und Fitschen endlich aus der Defensive befreien und den Investoren neue Perspektiven aufzeigen, um dem Aktienkurs mit neuen Investitionen auf die Sprünge zu helfen. Mein Kollege Jürgen Schmitt geht in der aktuellen Ausgabe des BÖRSEN-SPIEGEL ebenfalls auf die Kapitalerhöhung der Deutschen Bank ein. Wenn Sie wissen wollen, wie er darüber denkt, empfehle ich Ihnen, seinen Kommentar zu lesen. Jetzt BÖRSEN-SPIEGEL zum günstigen Schnupperpreis 3 Monate lang testen.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Viel klarer als bei der Deutschen Bank sieht es bei einem anderen Unternehmen aus. „Die Eiskönigin“ hält die Aktie im Höhenflug. Sie befindet sich zurzeit 63% im Plus. Und die prall gefüllte Programm-Pipeline wird den Aktienkurs weiter befeuern. Sie wollen wissen, um welches Unternehmen es sich handelt? Dann haben Sie jetzt noch einen Grund mehr, den BÖRSEN-SPIEGEL zu bestellen. Jetzt gleich hier testen.

 



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