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Ausgabe vom 21. Mai 2014


  • Faszination Fliegen – Die Luftfahrtbranche im Aufwind
     
  • Zitat der Woche    

 

Faszination Fliegen –
Die Luftfahrtbranche im Aufwind

 

von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

abheben ohne abgehoben zu sein, das verspricht uns derzeit die Luftfahrtbranche. Die meisten Airlines und Flugzeugbauer hatten in letzter Zeit starken Aufwind und sind demzufolge auch recht hoch bewertet. Besonders gut ist es in den vergangenen Jahren für die US-Fluggesellschaften gelaufen: Der Dow-Jones-US-Airlines-Index hat sich seit April 2012 verdreifacht. Für die Fluggesellschaften erwartet der Branchenverband IATA für 2014 weltweit einen Anstieg des Nettogewinns von 12,9 Mrd. auf 18,7 Mrd. Dollar. Laut dem Dachverband der Flughafenbetreiber, Airport Council International, besteigen jede Sekunde! 158 Passagiere ein Flugzeug - Tendenz steigend.

Auch Produzenten wie Airbus oder Boeing sind auf Rekordkurse vorgerückt. Die Flugzeugbauer sitzen der Investmentbank Moss Adams Capital zufolge auf einem Rekordhoch von Bestellungen für 11.300 Flugzeuge. Die Kapazitäten sind damit für die nächsten acht Jahre ausgelastet. Und, mal ehrlich, wer ist nicht fasziniert von dem Gedanken, innerhalb kürzester Zeit zu einem wichtigen Geschäftstermin in Hamburg, New York oder auch am geliebten Urlaubsort zu sein. Ich muss zugeben, ich hebe immer wieder gerne ab, um mir die Welt aus der Vogelperspektive zu betrachten. Das kann eindeutig die Warte verändern.

ILA öffnet ihre Pforten – Diesmal mit Partnerland Türkei

Da kommt es gerade recht, dass gestern in Berlin die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA für sechs Tage ihre Pforten geöffnet hat. Rund 1.200 Aussteller werden dort voraussichtlich etwa 230.000 Besucher begrüßen. Die älteste Luftfahrtmesse der Welt, die inzwischen zu den bedeutendsten gehört, wirbt mit vielen Highlights. Unter anderem werden die modernsten Verkehrsflugzeuge, der Airbus A350XWB und die Boeing 747-8, in der deutschen Bundeshauptstadt vorgestellt. Berlin ist für beide Hersteller eine Leistungsschau der besonderen Art, hoffen sie doch dort mit Berechtigung auf weitere Bestellungen der Fluggesellschaften in Milliardenhöhe.

Und die Hersteller sind mit allerhand technischen Neuerungen am Start. So ist der neue Langstreckenflieger A350XWB aus dem Hause Airbus deutlich sparsamer als sein Vorgänger. Pro 100 Kilometer verbraucht er nach Herstellerangaben etwa 2,9 Liter Kerosin pro Passagier, das sind ca. 25% weniger als beim Vorgängermodell. Mit dem extrabreiten Rumpf (die Abkürzung XWB steht für „Extra Wide Body“) sollen die Fluggäste zudem bequemer reisen können. Dank dem Einsatz modernster Materialien handelt es sich hier um ein echtes Leichtgewicht. Bei einem Leergewicht von 115,7 Tonnen ist er noch etwas leichter als der 787 Dreamliner vom Konkurrenten Boeing, der auf der diesjährigen ILA nicht ausgestellt wird.


Alternative Kraftstoffe und Spitzentechnologie für mehr Umweltbewusstsein

Wichtiger Aspekt bei der aktuellen Messe: Das Umweltbewusstsein. Die Flugzeugbauer stehen unter enormem Zugzwang, denn sie müssen dringend ihr Image loswerden, klimaschädliche CO2-Schleudern zu produzieren. Weltweit wachsen die Anforderungen an den Klimaschutz. Die europäischen Vorgaben sorgten sogar mehrere Jahre für einen handfesten Streit zwischen der EU und China. Und mit den Kerosinpreisen wächst schließlich auch die Nachfrage der Hersteller nach sparsamen Alternativen.

So stellt Airbus sein elektrisches, experimentelles Demonstrationsflugzeug, den zweisitzigen E-Fan, zum ersten Mal dem deutschen Publikum vor. Die Entwicklung alternativer Kraftstoffe für die Luftfahrt läuft auf Hochtouren. Im Rahmen der ILA treffen sich deshalb Vertreter aus der Biokraftstoff-Industrie und der Luftverkehrswirtschaft im Alternative Aviation Fuels Pavillon. Marktneuheiten, innovative Kooperationen und neueste Technologien stehen im Mittelpunkt des von aireg – Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany - organisierten Gemeinschaftsstandes.


Militärische Luftfahrt im Fokus

Am heutigen Mittwoch steht in Berlin allerdings die militärische Luftfahrt im Mittelpunkt. So werden Rüstungsunternehmen und das transatlantische Flugabwehrsystem MEADS über ihre Entwicklung berichten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird zu einem Rundgang erwartet. Thema auf dem Messegelände dürfte auch der Vorstoß des Dreier-Konsortiums europäischer Luftfahrt- und Rüstungskonzerne für ein neues Drohnen-Projekt sein.

So haben die Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen Airbus Defence and Space (Deutschland), Dassault Aviation (Frankreich) und Alenia Aermacchi (Italien) den Regierungen ihrer Länder die Zusammenarbeit für ein Drohnen-Programm vorgeschlagen. Ziel des Projektes sei die größere Unabhängigkeit von der ausländischen Rüstungsindustrie. Die Bundesregierung hatte darauf bislang zurückhaltend reagiert.


Trotz aller Faszination – Die Branche unterliegt etlichen Risiken

Allerdings warnen Experten immer wieder vor zu großer Euphorie im Bezug auf Flugaktien. So gebe es eine Reihe branchenspezifischer Risiken, die nicht außer Acht gelassen werden dürften. Dies seien nicht nur hausgemachte Probleme wie allzu ehrgeizige Expansionspläne, sondern auch externe Gefahren wie schwankende Treibstoffpreise oder Terroranschläge, die sich nicht ohne Weiteres beeinflussen ließen.

Daher gibt UBS-Branchenanalyst Darryl Genovesi in einer Studie zu bedenken: „Aktien von Fluggesellschaften zu handeln kann für Ihr Vermögen gefährlich werden." Dennoch hat sich unser spekulativer BÖRSEN-SPIEGEL-Musterdepotwert Airbus Group (ehemals EADS) langfristig stabil entwickelt und konnte auch letzte Woche wieder mit guten Quartalszahlen überzeugen.

Schließlich gilt hier wie überall: Es ist wichtig, stets gut und kompetent informiert zu sein, um sich nicht im luftleeren Raum zu bewegen. Dazu steht Ihnen jede Woche unser Expertenteam rund um Jürgen Schmitt mit seinen Analysen, Bewertungen und Empfehlungen im informativen BÖRSEN-SPIEGEL zur Seite. Sollten Sie unseren BÖRSEN-SPIEGEL noch nicht kennen, nutzen Sie jetzt die Gelegenheit, ihn mit dem 3-Monate-Schnupperabonnement auf seine Flugsicherheit zu testen.

Es grüßt Sie herzlich und kritisch – ganz bestimmt nicht abgehoben - zur Wochenmitte

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die ILA 2014 gestern gemeinsam mit dem türkischen Verkehrsminister Lütfi Elvan eröffnete, lässt vielleicht vage Hoffnung auf ein besseres Miteinander, das zuletzt eher unterkühlt war, aufkeimen. So würdigte Elvan den wirtschaftlichen Austausch zwischen der Türkei und Deutschland, der sich 2013 auf ein Volumen von 33 Mrd. Euro belief.



Zitat der Woche

„Es gibt alte Piloten und es gibt kühne Piloten, aber es gibt keine alten, kühnen Piloten“,

gibt uns Börsenlegende André Kostolany zu bedenken.


 

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