Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt


Ausgabe vom 09. Mai 2014


  • „Kopfhörer rein, Musik an, Welt aus“ - Oder warum Apple Beats kauft
  • Unklare Aussagen von EZB und Fed lassen die Börsen schaukeln

 


„Kopfhörer rein, Musik an, Welt aus“ - Oder warum Apple Beats kauft

von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist „Fusionsfrühling“ und die Unternehmen befinden sich regelrecht im Kaufrausch. Nachdem in der Pharmabranche ein Übernahmeangebot nach dem anderen die Runde machte und auch der Übernahmekampf zwischen Siemens und General Electric um Alstom kein Ende zu finden scheint (Meine Kollegin Martina Bisdorf berichtete hier am 28.04.2014), sorgte heute mal wieder Apple für Schlagzeilen, denn es plant die größte Übernahme der Firmengeschichte.

Hier spielt die Musik - Apple und das rote „b“

Laut Insiderkreisen verhandelt Apple über den Kauf des Kopfhöreranbieters Beats für 3,2 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro). 2008 wurde Beats von Hip-Hop-Star Dr. Dre zusammen mit Musikproduzent Jimmy Iovine gegründet und bietet neben Kopfhören neuerdings auch einen Musik-Abodienst an. Ein schlauer Schachzug, denn mit diesem Deal würde Apple endlich einen Fuß in den Musik-Streaming-Markt bekommen, der zurzeit vom schwedischen Unternehmen Spotify beherrscht wird.

Auch Buffett kauft statt der Aktie gleich das ganze Unternehmen

Selbst Investmentlegende Warren Buffett setzt verstärkt auf Firmenkäufe. Dies erklärte das „Orakel von Omaha“ auf der Hauptversammlung seines Unternehmens Berkshire Hathaway, zu der am ersten Mai-Wochenende 38.000 Anleger pilgerten. Er und sein Geschäftspartner Charles Munger wollen sich laut eigener Aussage zukünftig verstärkt auf die Übernahme großer Unternehmen konzentrieren, um „dauerhaftere Werte“ zu schaffen. Doch wieso gibt es gerade jetzt eine richtige Fusionswelle?

Vier Gründe, warum Unternehmen verstärkt auf Firmenkäufe setzen

Dafür gibt es vier Gründe:
1.  Die Europäische Wirtschaft fängt an, sich zu erholen.
2.  Viele Unternehmen sitzen auf staatlichen Bar-Reserven und es ist Zeit,
    
diese in werthaltige Assets zu investieren.
3.  Das Niedriginflationsumfeld hindert viele Unternehmen daran, ihre Preise
     am Markt durchzudrücken. Da liegt ein Zusammenschluss zu größeren
     Einheiten nahe.
4.  Die niedrigen Zinsen machen die Finanzierungskosten so günstig, dass
     sich sogar ein Kauf auf Pump rechnet.


Unklare Aussagen von EZB und Fed
lassen die Börsen schaukeln

Der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat die Zinsen trotz des massiven Drucks nicht weiter gesenkt. Vielleicht war auch gerade dieser massive Druck der Auslöser für seine Entscheidung. Draghi will zeigen, dass die EZB unabhängig ist und ihre eigenen Entscheidungen trifft. So gingen die Kurse erst einmal in den Keller. Doch ein kleines bisschen Hoffnung machte er den Anlegern dann doch, indem er sagte : „Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln.“ Aufgeschoben ist demnach nicht aufgehoben, sodass der DAX dann gestern doch noch im Plus landete.

Auch nach den Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem US-Kongress verhielten sich die Anleger uneinheitlich. Yellen hält trotz kleiner Konjunkturdellen weiter an dem Zurückfahren der Anleihekäufe fest, sagte aber gestern bei einer Anhörung des US-Senats, dass es fünf bis acht Jahre dauern würde, bis die massenhaft aufgekauften Staatsanleihen wieder verkauft sein würden. Es scheint, als ob die Bankchefin noch nicht so recht wüsste, wohin die Reise geht. Die Schaukelbörsen werden uns dank der recht unklaren Aussagen also leider erst einmal weiter begleiten.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Jetzt ist es amtlich: Wie hier schon angekündigt, werden sowohl Alibaba als auch Zalando an die Börse gehen. Nähere Informationen hierzu und ob sich ein Einstieg lohnt, erfahren Sie wie immer in unseren Börsenpublikationen. Schauen Sie sich doch einmal um auf www.boersenspiegel.com.



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