Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt

Ausgabe vom 07. Mai 2013 


 
  • Greifen Sie auch im Mai bei grundsoliden Aktien weiter zu

 

Greifen Sie auch im Mai
bei grundsoliden Aktien
weiter zu

von Kathrin Dörfeld
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mittlerweile sind wir im wunderschönen Wonnemonat Mai angekommen. Der Monat, der nach einer alten Redensart bekanntlich „alles neu macht“. Eines bleibt jedoch fortwährend unverändert: Jedes Jahr zu genau dieser Zeit fragen sich Millionen Anleger, ob sie getreu der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ in ihrem Depot klar Schiff machen und das Börsenparkett lieber für die nächsten Wochen meiden sollten. Wie ist es in diesem Jahr um eine der bekanntesten und ältesten Weisheiten an den Aktienmärkten bestellt? Verkaufen oder doch nicht?

Börsenflaute zur Feriensaison

Redensarten und Sprichwörter gibt es wie Sand am Meer. Und meistens ist in ihnen auch viel Wahres enthalten. In Bauernweisheiten zum Beispiel. Der Bauernregel „September schön in den ersten Tagen, will den ganzen Herbst ansagen“ bescheinigen Wetterexperten einen Wahrheitsgehalt von immerhin 80%. Aber gibt es wirklich auch Regeln für gute Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte an der Börse? Darüber streiten sich die Experten.
 
In der Tat scheinen schwächere Notierungen im Sommer und anziehendere Kurse in den Wintermonaten keine Seltenheit zu sein. Studien belegen, dass etwa der Dow Jones-Index seit seinem Bestehen im Jahr 1896 in den kälteren Monaten im Durchschnitt 5,2% erzielte, wohingegen der US-Leitindex in den Sommermonaten lediglich einen Wertzuwachs von 1,7% verbuchen konnte.  

Eine Erklärung für eine gewisse Sommerflaute ist ganz einfach die abnehmende Zahl an Marktteilnehmern während der Feriensaison. Nicht selten „plündern“ Anleger zu dieser Zeit auch ihr Depot, um von den Gewinnmitnahmen ihren Urlaub zu finanzieren oder sich in Zeiten ihrer Abwesenheit vor unschönen Kursentwicklungen zu schützen.

2013 haben „Sell in May“-Investoren Renditechancen verpasst

Allerdings kann es auch ganz anders laufen. „Nicht in jeder Jahreszeit und nicht in jedem Monat laufen die deutschen Standardwerte in die Richtung, die die Statistik eigentlich vorgibt“, warnt Finanzmarktexpertin und Autorin Jessica Schwarzer. In ihrem Buch mit dem gleichnamigen Titel „Sell in May and go away?“ hat Schwarzer unter anderem genau diese Börsenweisheit auf Herz und Nieren geprüft, mit dem Fazit, dass Saisonalität zwar generell ein wichtiges, bei Weitem aber nicht das einzige kursbeeinflussende Element ist.

Aus ihren Untersuchungen geht hervor, dass beispielsweise „Sell in May-Befolger“ im vergangenen Jahr Renditechancen verpasst haben. Denn im Jahr 2013 schaffte der DAX zwischen Mai und Oktober ein Plus von 12%. Zur Überraschung – zwischen November 2013 und April 2014 legte der deutsche Leitindex aber nur 4% zu. Eine Verallgemeinerung und eine immer währende Gültigkeit der „Sell in May-Regel“ gibt es also keinesfalls. Bestimmte Ereignisse wie etwa Zinsentscheidungen oder geopolitische Risiken wie derzeit die Ukraine-Krise können jahreszeitliche Trends jederzeit verstärken bzw. umkehren.

Großfusions-Welle kurbelt Wachstum an

Experten weisen zwar mit erhobenem Zeigefinger auf einige Gefahrenherde hin, die den Kursen in den nächsten Wochen die Luft weiter aus den Segeln nehmen könnten. Demgegenüber steht allerdings eine ganze Reihe Faktoren, die zu positiven Überraschungen führen könnten. So könnte beispielsweise die EZB für einen kurstreibenden Paukenschlag sorgen. Noch mehr Liquidität, um dem Problem der niedrigen Inflationsrate entgegenzuwirken, dürfte die Aktienmärkte beflügeln.

Zudem kurbelt derzeit eine regelrechte Großfusions-Welle das Wachstum an. Mit dem Zusammenschluss der Zementhersteller Holcim und Lafarge entsteht ein neuer Weltmarktführer. Für 100 Mrd. Dollar will der US-Pharmariese Pfizer sich die britische AstraZeneca unter den Nagel reißen. Auch beim französischen Alstom-Konzern drehte sich zuletzt das Übernahmekarussell sehr schnell. Um nicht den Anschluss an die internationale Konkurrenz zu verlieren, zog neben dem US-Elektrokonzern General Electric auch der deutsche Technikkonzern Siemens in den Übernahmekampf. Experten erachten die Belebung bei Unternehmenskäufen als einen Beleg für die Überwindung der weltweiten Wachstumsschwäche.

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Zusammenfassend kann man sagen, ein echter Verkaufsdruck an der Börse dürfte anhand der vielen positiven Signale sowie der Anlage-Alternativlosigkeit kaum entstehen. In der Ukraine-Krise wird es über kurz oder lang zu einer Lösung kommen, schließlich können sich weder Russland noch die Nato eine Dauerkrise leisten. Werden aus Osteuropa erste Entspannungs-Signale gesendet, werden sich auch die Aktienmärkte wieder stabilisieren.

Fundamental hat sich an der Klasse vieler Unternehmen sowieso rein gar nichts geändert. Die laufende Berichtssaison sorgt bislang zwar nicht für Rekordzahlen am Fließband, doch die Ergebnisse fallen überwiegend besser als erwartet aus. Europäische Konzerne besitzen derzeit so viel Geld wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. 

Für Anleger gilt daher: Sollten grundsolide Aktien von global agierenden Konzernen wie Nestlé, Apple, Siemens oder BASF aus „technischen Gründen“ unter Abgabedruck geraten, können Sie fast bedenkenlos zugreifen. Die aktuelle geopolitische Krise wird allenfalls nur marginalen Einfluss auf die langfristige Entwicklung von global agierenden Top-Unternehmen haben. Alle wichtigen Informationen zu den eben genannten und vielen weiteren erstklassigen Unternehmen sowie explizite Strategievorgaben zu den einzelnen Aktien erhalten Sie in unserem BÖRSEN-SPIEGEL, den Sie jetzt in einem günstigen Testangebot kennenlernen können.

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Ich wünsche Ihnen einen guten Tag.

Ihre
Kathrin Dörfeld


PS: Um noch einmal auf unsere Börsenweisheit „Sell in May and go away“ zurückzukommen. Was man hier letztendlich nicht aus dem Blick verlieren sollte, ist ihre inzwischen schon fast entwickelte Eigendynamik. Der „Herdentrieb“ ist an der Börse immer noch ein weit verbreitetes Phänomen. Je mehr Aktionäre die „Sell in May-Regel“ beherzigen, desto höher ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich tatsächlich erfüllt. Aus statistischer Sicht sind jedoch die Monate August und September die mit Abstand schlechtesten Börsenmonate des Jahres – doch natürlich gab und gibt es auch hier immer wieder Ausnahmen.



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