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Ausgabe vom 30. April 2014


  • Guter alter Kontinent mit neuen Visionen
  • Zitat der Woche    


 

Guter alter Kontinent
mit neuen Visionen

von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute gebe ich mich ganz von meiner europäischen Seite, sowohl beruflich als auch privat, denn wieder verabschiede ich mich in den Urlaub. Dieses Mal geht´s auf Wandertour im Mittelmeerraum. Wenn es mir gefallen hat, verrate ich Ihnen übernächste Woche mehr. Jedenfalls bleibe ich auf „der Scholle“, von der ich stets aufs Neue begeistert bin, auch wenn ich schon wirklich viel davon gesehen und erwandert habe.

Ob beim Guinness in London, beim Portwein im portugiesischen Porto oder - um Sie nicht auf allzu weinselige Gedanken zu bringen - beim Raclette im Wallis sowie der Meze auf Korfu, immer wieder bin ich fasziniert von Europas bunter Vielfalt, sowohl landschaftlich als auch kulturell.

Deshalb mache ich Sie auch an dieser Stelle noch einmal aufmerksam auf die anstehende Europa-Wahl am 25. Mai. Leider war die Wahlbeteiligung bei den vergangenen Malen sehr gering. Böse Zungen behaupten, das hänge eventuell mit den 304 Euro Tagesgeld zusammen, das unsere EU-Politiker zusätzlich zu ihren Diäten kassieren, um in Brüssel oder Straßburg angenehm leben zu können. Den Kommentar dazu wollen wir lieber anderen überlassen.

Wohl doch keine europäische Lösung im Alstom-Übernahme-Poker

Am Montag habe ich Ihnen über den Alstom-Übernahme-Poker, den derzeit Siemens gegen den amerikanischen Giganten General Electric spielt, berichtet und mit vager Aussicht auf eine innereuropäische Lösung spekuliert. Hier zeichnet sich laut neuesten Angaben der französischen Tageszeitung Le Figaro allerdings das Gegenteil ab. So wird berichtet, dass sich vermutlich doch die Konzernspitze mit ihrer Anti-Siemens-Haltung durchgesetzt und für das Angebot der amerikanischen Konkurrenz ausgesprochen habe.

„Glänzende Visionen“ für die europäisiche Autoindustrie

Nichtsdestotrotz gibt es überwiegend positive Nachrichten vom Alten Kontinent. Besonders erfreulich sind die jüngsten Entwicklungen in der Autoindustrie. Das veranlasste das Finanzmagazin EURO am Sonntag, seinen Bericht über die Peking Motor Show mit dem Titel „Glänzende Visionen“ aufzumachen. Und tatsächlich präsentiert sich die europäische Autobranche inzwischen wieder stark im Aufwind. Die Krise scheint überwunden.

Auf der Auto-Messe im Reich der Mitte, die mittlerweile zu den wichtigsten der Welt gehört, stellten Europas Autobauer die letzten zwei Wochen wegweisende Visionen und prestigeträchtige Prachtstücke vor. Immerhin sind und bleiben die Chinesen laut Angaben des renommierten Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer die wichtigsten Kunden auf dem Fahrzeugmarkt. Also sorgte man dort – ganz im guten alten Stil - für extravagante Begeisterung.

So enthüllte BMW die Studie Vision Future Luxury, die das neue Gesicht des Münchener Flaggschiffs, des 7er BMW, zeigen könnte. Daimler führte mit dem MLC gleich eine neue Fahrzeugkategorie ein: Das Coupé-SUV, das als Konkurrenz für den erfolgreichen 6er BMW gelten könnte. Audi fuhr mit seinem TT Offroad Concept vor. Und Peugeot schmeichelte den Gastgebern mit seiner Studie Exalt, dessen Innenraum von Holzvertäfelungen im chinesischen Stil geziert ist. Im Gegensatz zu den deutschen Premiummarken, die sich bereits profitabel auf dem chinesischen Markt etabliert haben, müssen die Franzosen dort noch um ein gutes Image kämpfen.

Erfreuliche Entwicklung beschert hohe Kursgewinne

Aber auch am heimischen Markt läuft es wieder besser. Seit Südeuropa die Krise Schritt für Schritt abschütteln kann, steigen auch die Aussichten für die Autobauer immer weiter. So wurden im März in Europa 10% mehr Neuwagen verkauft als im dritten Monat 2013. Besonders hohe Zuwächse gab es in Portugal mit 47%, gefolgt von Griechenland mit 31%, Irland mit 23% und Großbritannien mit 18%.

Aber auch die Absatzzahlen in Spanien, Frankreich und Italien waren ermutigend - zumal die Absätze in Europa zum siebten Mal in Folge stiegen. Die positive Entwicklung sorgte zuletzt insgesamt für hohe Kursgewinne bei den Autobauern. So legte der Index Stoxx Europe 600 Automobile & Parts, in dem die Anteilscheine der größten Hersteller und Zulieferer gelistet sind, im vergangenen Jahr um mehr als 50% zu.

Dazu passen dann auch die heute vorgelegten Zahlen aus Stuttgart. So konnte Daimler für das erste Jahresquartal mit einem hervorragenden Umsatzplus von 13% und einem stolzen Konzernergebnis von 1,086 Mrd. Euro glänzen. Mehr zum genauen Zahlenwerk können Sie im heutigen Daily Post auf unserer Homepage nachlesen.

Mit diesen aussichtsreichen Nachrichten verabschiede ich mich bis übernächste Woche von Ihnen. Meine Kolleginnen und Kollegen werden Sie wie immer über die wichtigsten Neuigkeiten aus Börse, Wirtschaft und Weltgeschehen auf dem Laufenden halten. Ich grüße sie herzlich und kritisch zur Wochenmitte, wünsche Ihnen einen entspannten 1. Mai und werde mich bemühen, Ihnen eine ordentliche Portion Sonne vom Mittelmeer hochzuschicken.

Ihre

Martina Bisdorf

PS: Kleines europäisches Drama „am Rande“: Leider mussten die Bayern gestern die größte Pleite in der Champions-League-Geschichte hinnehmen – und das auch noch zu Hause: Sie haben das Halbfinal-Spiel gegen Real Madrid 0:4 verloren. Wenn mich für diesen Spruch auch jetzt alle Fußballfans abstrafen werden: Ich sehe das sportlich, denn in der großen „Europa-Familie“ sei einem jeden der Sieg gegönnt.



Zitat der Woche

„Europa ist ein Staat, der aus mehreren Provinzen besteht…“

…, wusste schon der französische Staatstheoretiker und Schriftsteller Charles de Secondat (1689 - 1755).



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