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Ausgabe vom 29. April 2014


  • Deutsche Bank trotz schlechter Quartalszahlen im Plus
  • Tech-Giganten werden zu Banken

 


Deutsche Bank trotz schlechter Quartalszahlen im Plus

von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute früh Punkt sieben Uhr hat Deutschlands größtes Geldhaus, die Deutsche Bank, seine Quartalsergebnisse für das erste Quartal 2014 veröffentlicht. Wie zu erwarten war, sahen die Zahlen nicht rosig aus. So brach der Vorsteuergewinn um 30% auf nur noch 1,7 Mrd. Euro ein. Der Nettogewinn sank ebenfalls auf 1,1 Mrd. Euro.

Viele Baustellen belasten das Ergebnis der Deutschen Bank

Hauptgrund ist der schwache Start im Kerngeschäft Investmentbanking. Die Rückkehr zu solideren Bankgeschäften hat eben ihren Preis. Das früher von Ex-Chef Josef Ackermann ausgerufene Rendite-Ziel in Höhe von 25% ist nach Lehman-Pleite und Bankenkrise einfach nicht mehr zu erreichen.

Doch der scharfe Wind weht auch aus anderen Ecken. Denn auch im Anleihenhandel läuft nicht alles rund. Grund hierfür sind die vagen Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen, die im März einen möglichen Richtungswechsel in der Geldpolitik angekündigt hatte. Darüber hatte ich ja an dieser Stelle schon häufiger geschrieben. Die Anleger wollen erst einmal Sicherheit und verhalten sich demnach mit Investitionen zurückhaltend. Darüber hinaus schwächelt es auch im Devisengeschäft. Hier macht dem Unternehmen die laufende Untersuchung wegen möglicher Währungsmanipulationen zu schaffen. Diese Woche erst wurde verkündet, dass der oberste Devisenchef Kevin Rodgers die Deutsche Bank schon Ende Juni verlassen wird, angeblich aus rein privaten Gründen.

Heutiges Kursplus von 2,3% - Die Börse lebt von der Fantasie

Dennoch fielen die Zahlen positiver aus als erwartet, denn der Vorsteuergewinn im Privatkundengeschäft konnte immerhin ein Plus von 8% verbuchen. Um die geschrumpfte Kapitaldecke bis 2015 von 9,5% auf 10% anzuheben, hatte die Deutsche Bank bereits am Montag angekündigt, mit neuen Instrumenten, sogenannten Hybridanleihen, frisches Geld in Höhe von 1,5 Mrd. Euro einzusammeln. Auch wird bereits über Kapitalerhöhungen nachgedacht. Dies alles sorgte dafür, dass die Aktie heute Vormittag um 2,3% nach oben schoss. Die Börse lebt halt von der Fantasie. Das sagte auch schon der alte Börsenhase André Kostolany: „Beim Kauf muss man Fantasie haben, beim Verkaufen weise sein.“

Tech-Giganten werden zu Banken

Doch der schärfste Wind wird den Banken demnächst noch von ganz anderer Seite entgegen wehen. Denn die Tech-Giganten befinden sich regelrecht im Payment-Rausch. So arbeiten Google, Apple und Amazon an neuen und schnelleren Bezahlmöglichkeiten, um ihren Kunden einen noch besseren Service bieten zu können.

Wird Facebook zur Bank?

Wie ernst die Lage für den Bankensektor wirklich ist, zeigt der Mitte April vom Bankenverband veröffentlichte Newsletter „Bankenbrief“. Der Titel lautete: „Wird Facebook zur Bank?“ Besorgt schreibt man hier:

„Das soziale Netzwerk Facebook will anscheinend Geldüberweisungen zwischen seinen Mitgliedern ermöglichen. Das Internetunternehmen steht nach Medienberichten kurz vor dem Erhalt einer entsprechenden Lizenz in Irland. Mit der Zulassung durch die irische Notenbank dürfte das Online-Netzwerk in der Europäischen Union eigenes elektronisches Geld ausgeben.“

Google besitzt bereits seit 2011 eine Banklizenz „Google Payment Limited“ in Großbritannien. Auch Apple-CEO Tim Cook sprach bei Verkündung der jüngsten Quartalszahlen von der baldigen Einführung eines mobilen Bezahlsystems. In Insiderkreisen munkelt man, dass dies nicht mehr lange dauern könne, da Apple bereits nach zwei erfahrenen Experten für den Bereich mobile Bezahlsysteme suche.

Apple, Google und Co. dürfen in keinem Depot fehlen

Auch wenn Apple, Google und Co. versichern, dass sie eher eine Kooperation mit den Banken anstreben, machen sie den Bankhäusern zumindest im Zahlungsverkehr bereits Konkurrenz. Das hat Ebay mit seinem Bezahldienst PayPal bereits ausgiebig gezeigt. So erwirtschaftet PayPal bereits 40% des Konzernumsatzes.

Diese Tech-Giganten werden uns Anlegern also noch viel Freude bereiten und dürfen meiner Ansicht nach in keinem Depot fehlen. Wer weiß, vielleicht erhalten wir unsere Gehälter bald über unser Google- oder Facebook-Konto. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Doch nicht nur im Bereich Bezahldienste boomt es. Auch im Mobile-Markt tut sich einiges. So arbeitet Intel, der Platzhirsch im Geschäft mit Prozessoren für Heim- und Firmenrechner, mit Hochdruck daran, auch im Mobile-Markt weitere Marktanteile hinzu zu gewinnen. Erfahren Sie alles über den Chiphersteller in der aktuellen Ausgabe des BÖRSEN-SPIEGEL. Jetzt drei Monate lang zum günstigen Schnupperpreis testen



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