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Ausgabe vom 11. April 2014


  • Verdrehte Welt: Gute Nachrichten sind schlecht für die Börse
     

 


Verdrehte Welt: Gute Nachrichten sind schlecht für die Börse
 

von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Börse ähnelt manchmal einer Achterbahnfahrt und diese Woche scheint es ganz wild zu sein. Auch wenn es schwer fällt, manchmal müssen wir Anleger diese Achterbahnfahrten einfach aussitzen. Selbst bei diesen schlechten Vorgaben. Denn gestern erlitt der Nasdaq den größten Kurseinbruch seit 2011.

Nasdaq erleidet größten Kurseinbruch seit 2011

Ganze 3,1% sackte der Index nach unten. Auch die anderen amerikanischen Indizes sahen nicht viel besser aus. Aber warum sind gerade die amerikanischen Technologiewerte wie Twitter, Facebook, Netflix und Tesla so stark betroffen? Sie erinnern sich, letztes Jahr waren diese noch die Highflyer und deren Kursgewinne nicht zu stoppen. Und genau hier liegt auch die Begründung. Gerade Nasdaq-Titel ziehen eher kurzfristig orientierte Anleger an, die dann auch schnell mal Kasse machen und Gewinne mitnehmen. Auch wenn fundamental mit diesen Werten alles in Ordnung ist, wird hier bei den kleinsten Unsicherheiten schnell verkauft.

Und diese Unsicherheiten sind eigentlich positive Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt. Gute Konjunkturdaten sind mittlerweile schlecht für die Börsenkurse. Ja, die Börse tickt in Moment etwas anders.

Denn gestern sind die in den USA veröffentlichten Zahlen der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 32.000 auf 300.000 zurückgegangen. So niedrig war der Wert das letzte Mal im Mai 2007. Das ist ein gutes Zeichen für die amerikanische Konjunktur und wäre in normalen Zeiten auch ein Indiz für steigende Aktienkurse. Aber wir leben in verrückten Zeiten. Denn gute Nachrichten sind mittlerweile Gift für die Aktienkurse. Warum das so ist, erfahren Sie jetzt:


Warum gute Nachrichten schlecht für die Börse sind

Fed-Chefin Janet Yellen hatte ja nach der März-Sitzung in einer Pressekonferenz angekündigt, die Zinswende einzuläuten, wenn die Konjunktur in den USA anziehe. Gute Arbeitsmarktdaten seien ein positives Zeichen für das Anziehen der Konjunktur und sprächen demnach für eine Zinswende, also steigende Zinsen. Steigende Zinsen sind aber kontraproduktiv für die Aktienmärkte.

Ganz so einfach ist es aber doch nicht, da die letzten Mittwoch veröffentlichten Protokolle der besagten Fed-Sitzung keinerlei Hinweise enthalten, dass die Zinswende bereits im Frühjahr 2015 erfolgen soll. Das wäre wiederum ein Zeichen dafür, dass die Zinsen weiterhin niedrig bleiben. Da aber viele Investoren verwirrt sind und sich nicht sicher sind, wie Yellen nun wirklich agieren wird, nehmen sie Ihre Gewinne lieber mit.


Krise in der Ukraine hält Anleger weiter in Atem

Auch die Krise in der Ukraine sorgt für weitere Unsicherheiten bei den Anlegern. Ja, leider spitzt sich die geopolitische Lage dort immer weiter zu. Nachdem die Krim schon von Russland eingenommen worden ist, brodelt es jetzt heftig im Osten des Landes. Und auch in Odessa, das im Süden der Ukraine liegt, soll es bei pro-russischen Demonstrationen zu schweren Ausschreitungen gekommen sein. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Fronten zwischen Ost und West weiter verhärten. Putin drohte gestern mit einem Stopp aller Gaslieferungen, Obama fordert schärfere Sanktionen. Das Eskalationskarussell dreht sich also weiter. Ich hoffe, dass es bald jemand zum Stoppen bringt.

Was gab es sonst noch Neues?

Von Unternehmensseite war es relativ ruhig. Die Quartalssaison ist diese Woche erst wieder mit Alcoa gestartet (Meine Kollegin Martina Bisdorf berichtete Ihnen am Mittwoch) und die HV-Saison kommt erst langsam ins Rollen.

Interessant ist sicher, dass die vorläufigen Zahlen des Smartphone-Anbieters Samsung die Anleger enttäuschten. So drückt das nachlassende Absatzwachstum auf den Gewinn. Samsung setzt nun verstärkt auf das neue Galaxy-Modell, das heute weltweit in den Verkauf geht. Im vergangenen Jahr hatte der Smartphone-Hersteller nach Angaben der Marktforscher von IDC erstmals mehr als 1 Mrd. Smartphones abgesetzt. Damit liegt Samsung mit einem Marktanteil von 31,3% auf Platz eins, gefolgt von Apple mit 15,3%.

Daimler eröffnet HV-Saison mit einem Feuerwerk

Die Saison der Hauptversammlungen ist eröffnet. Als einer der ersten lud der Autobauer Daimler am Mittwoch nach Stuttgart. Und Daimlers Zahlen können sich sehen lassen. So wartet der Autobauer mit Rekordverkaufszahlen auf. Allein der PKW-Absatz nahm um ganze 14% zu. Konzern-Chef Dieter Zetsche sieht voller Zuversicht in das laufende Geschäftsjahr, denn er will Absatz und Umsatz deutlich steigern. Gleichzeitig tritt er auf die Schuldenbremse. Kein Wunder, dass die Aktie stetig zunimmt. Doch auch Konkurrent BMW verkauft wie nie. Allein im März wurden 213.000 Neuwagen abgesetzt. Das sind 11% mehr als noch einen Monat zuvor. Damit verteidigt BMW ganz klar Platz eins unter den Autobauern.

Bitte bleiben Sie gelassen und handeln Sie nicht überstürzt

Das war eine bewegende Woche für uns Anleger. Wundern Sie sich bitte nicht, dass der Kurssturz in den USA auch Auswirkungen auf unsere Börsen hat. Wie sagt man so schön, wenn Amerika niest, bekommt der Rest der Welt Schnupfen. Auch wenn hier in Deutschland fundamental alles in Ordnung ist, sieht man am heutigen Verlauf des DAX sehr schön, welche Börse immer noch die Leitbörse ist. Bleiben Sie bitte gelassen und handeln Sie nicht überstürzt. Meine Kollegen Cliff Michel, Dieter Wendt und Jürgen Schmitt halten Sie mit Eilmeldungen auf dem Laufenden, falls doch Handlungsbedarf bestehen sollte.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Ab Dienstag startet Google nun endlich den Verkauf seiner lange erwarteten Datenbrille „Glass“, leider vorerst nur in den USA. Die Brille soll 1.500 Dollar kosten. Das Kontingent ist laut Google begrenzt. Insider gehen davon aus, dass es nicht länger als einen Tag dauern wird, bis alle Brillen verkauft sind. Ich bin gespannt, wie das neue Spielzeug bei den Nutzern ankommt.
 



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