Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt


Ausgabe vom 18. März 2014


  • Die Börse ist kein Glücksspiel     

 


Die Börse ist
kein Glücksspiel 

von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auch wenn wir uns am Montag in unserer wöchentlich stattfindenden Redaktionssitzung darauf geeinigt hatten, den Fall Hoeneß ad acta zu legen und das Nachtreten anderen Vertretern unserer Zunft zu überlassen, möchte ich heute dennoch einen Aspekt dieser ganzen Geschichte näher beleuchten.

Welche Lehren können wir Investoren aus der Hoeneß-Geschichte ziehen?

Denn, wie Sie wissen und an dieser Stelle auch schon gelesen haben, waren es immerhin 28,5 Mio. Euro, die Hoeneß am Fiskus vorbeigeschleust hat. Hoeneß muss also mindestens 100 Mio. Euro Gewinn gemacht haben. Eine stolze Summe und das alles mit Devisengeschäften, wie man hört.

Hoeneß setzte alles auf eine Karte und hat verloren

Allein mit der Haftstrafe ist es nicht getan, natürlich muss er auch seine Steuerschulden plus Strafe in Höhe von 40 Mio. Euro zahlen. Selbst ein Uli Hoeneß wird diesen Betrag nicht mal eben aus der Portokasse bezahlen. Dabei hatte er vermeintlich alles im Leben erreicht. Fußballstar, hochgelobter Vereinspräsident, erfolgreicher Unternehmer.

Kann es nicht jeden von uns erwischen?

Gewinner dieser Geschichte ist auf jeden Fall die Bank, die prächtig an der Hoeneß-Zockerei verdient haben wird. 50.000 Transaktionen wurden in der gesamten Zeit getätigt. Da der Ex-Bayern-Präsident vom Investmentbanking betreut und schmeichelhafterweise als „Profi“ eingestuft wurde, war die Bank nicht zur Aufklärung verpflichtet. Hoeneß trug die alleinige Verantwortung für sein Handeln. Die Bank wird also nicht belangt werden.

Ich möchte an dieser Stelle sicher kein Mitleid für Uli Hoeneß bekunden, aber seien wir doch mal ehrlich. Könnte die Zockerei nicht jeden von uns aus der Bahn werfen? Was können wir also aus dieser Geschichte lernen?

Vier Konsequenzen, die Sie aus dem Fall Hoeneß
für Ihre eigenen Investments ziehen sollten:

1) Bleibe auf dem Boden der Tatsachen und überschätze Dich nicht selbst: Erfolgreiche Menschen verlieren gerade an der Börse manchmal die Bodenhaftung. So bringen insbesondere anfängliche Börsen-Erfolge manch einen zum Überschnappen. In der Börsen-Psychologie nennt man dieses Verhalten „Overconfidence bias“. Anleger überschätzen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, den Informationsgehalt von Nachrichten oder die Qualität ihrer Prognosen. Nicht umsonst lautet ein Sprichwort: „Übermut kommt vor dem Fall.“ An der Börse jedoch sollte man Demut walten lassen und jedes Investment selbstkritisch hinterfragen. Denn Erfolge der Vergangenheit sind kein Garant für die Zukunft.

2) Erliege nicht der Illusion, mehr zu wissen als die anderen. „Illusion of control“ nennt die Börsen-Psychologie dieses Phänomen. Denke nicht, dass Du allwissend bist, nur weil Du ständig alle Informationen zum Markt verfolgst und stundenlang über Charts schaust.

3) Sei nicht zu gierig: Gier macht dumm. Kontrolliere Dich und Deine Investments stets. Nur so kannst Du der Verlustfalle entkommen.

4) Und last but not least: Vertraue Deiner Bank nicht blind. Nicht nur Uli Hoeneß hat seinem Banker blind vertraut, auch Madeleine Schickedanz, Quelle-Erbin und Karstadt-Groß-Aktionärin. Wie gerade zu lesen war, hat auch sie der Bank Sal. Oppenheim alle Dokumente ohne Prüfung unterschrieben. Investmentlegende Warren Buffett sagte einmal dazu: „Wer sich nach den Tipps von Brokern (Banken) richtet, kann auch einen Friseur fragen, ob er einen neuen Haarschnitt empfiehlt.“

Die Börse ist kein Glücksspiel

Sehen Sie die Börse also bitte nicht als Glücksspiel. Setzen Sie lieber auf den langfristigen Vermögensaufbau, den wir auch in unseren Publikationen BÖRSEN-SPIEGEL, 100%-DEPOT und Smart Money Investor Woche für Woche für Sie umsetzen. Denn meist sind es die rationalen und stets selbstkritischen Investoren, die die größten Erfolge an der Börse erzielen. Ein gutes Beispiel ist hier sicher Warren Buffett.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Am Freitag lesen Sie an dieser Stelle etwas zu den geplanten chinesischen IPOs, die Facebook und Twitter einige Konkurrenz machen könnten.



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