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Ausgabe vom 17. März 2014


  • „Die Krim“ hat gewählt… und Europa hat eine neue „Kanzlerin“
  • Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick
         


 

„Die Krim“ hat gewählt…
und Europa hat eine
neue „Kanzlerin“

von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

da haben wir es also, das – nicht mit Spannung aber mit Anspannung – erwartete Ergebnis des umstrittenen Krim-Referendums: 96,7% der Halbinsel-Bewohner haben gestern dafür gestimmt, künftig unter russischer Herrschaft leben zu wollen. Und das bei einer Wahlbeteiligung von fast 90%. Man ist geneigt, von Verhältnissen wie in den „guten alten Zeiten der Sowjetunion“ zu sprechen: Die Wahlbeteiligung in einer Höhe, von der wir in Deutschland auf Bundes- und schon gar auf Länderebene nur träumen können, das Ergebnis klar vorhersehbar…

Die Sowjet-Nostalgie, gepaart mit entsprechendem Nationalstolz, scheint in etlichen Landesteilen Russlands wie auch in der Ost-Ukraine nach dem mit Feuerwerk und Gloria gefeierten Ergebnis ein regelrechtes Frühlingserwachen zu erleben. Leider gab es aber auch schon wieder Tote und Verletzte bei Auseinandersetzungen zwischen ukrainischen Demonstranten mit russischen „Ordnungshütern“.

Europa und USA sehen Annexion der Krim als Völkerrechtsbruch

Weniger begeistert sind natürlich die westlichen Beobachter vom Szenario des „Kalten-Krieg-Revivals“. Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich besorgt ob der Entwicklungen in der Ukraine. Er befürchtet, dass, sollte die Diplomatie weiterhin versagen, eine Spaltung Europas drohe und nahm bereits vergangene Woche das Wort „Kriegsgefahr“ in den Mund. Heute beraten die EU-Außenminister in Brüssel über die geplante Durchsetzung der Sanktionen. Es soll zunächst um das Einfrieren von Konten und Einreiseverbote gehen.

Moskau sieht in Referendum legitimen Akt der Eingliederung

Dass das Ergebnis des Referendums umgesetzt wird, dürfte eine reine Formsache sein. Wie der Kreml verlauten ließ, laufen bereits die Vorbereitungen für die formal-juristische Eingliederung der Halbinsel Krim. Moskau zeigt sich weiter unbeeindruckt – sowohl von den angedrohten Sanktionsverschärfungen als auch von der Tatsache, dass EU und UN die Annexion der Krim durch Russland ganz klar als Völkerrechtsbruch betrachten. Wladimir Putin bekräftigte in seinem Telefonat mit Angela Merkel gestern erneut, dass er das Vorgehen als legitim sehe.

Wie Medienberichten zu entnehmen war, ist die Verunsicherung unserer heimischen Wirtschaft im Bezug auf die bevorstehenden Sanktionen größer als die „Angst“ davor in Russland selbst. Laut Experten könnten die Sanktionen Deutschland härter treffen als Russland. Immerhin seien deutsche Unternehmen mit ca. 20 Mrd. Euro in Russland investiert und es hingen rd. 300.000 Arbeitsplätze an den Geschäften mit den osteuropäischen „Partnern“.

Deutsche Wirtschaft reagiert bis jetzt verunsichert, aber gelassen

Dennoch geht man davon aus, dass es aus der deutschen Wirtschaft keinen Protest gegen die geplanten Sanktionen geben wird. Die Unternehmensführungen wissen nämlich sehr wohl, dass Handelspartner verlässlich und die Handelsbeziehungen auf verfassungsrechtlich gültigem Recht begründet sein müssen. Und das sehen die meisten deutschen Unternehmer in der momentanen Situation mit Russland nicht gewährleistet.

Wir können also davon ausgehen, dass die deutsche Wirtschaft Ruhe und Besonnenheit bewahren und Angela Merkel den Rücken stärken wird. Das hat sie auch dringend nötig, wurde sie am Wochenende von US-Präsident Obama quasi zur europäischen Stimme im Fall Ukraine benannt. Auf ihr ruht die Hoffnung, dass es doch noch zu einer diplomatischen Lösung kommt. Barack Obama selbst, heißt es, sei ausgebremst, da er zu viele offene Baustellen habe, bei denen er auf die Mithilfe Putins angewiesen sei. Das ist sicher nicht ganz zu leugnen: Immerhin wären da die Überwachung des iranischen Atomprogramms, die Vernichtung der Chemiewaffen in Syrien oder der Abzug der Truppen aus Afghanistan…

Viel Glück, Frau Merkel!

Bleibt uns, Frau Merkel eine gute Durchsetzungskraft und das nötige Einfühlungsvermögen zu wünschen, damit die Situation nicht weiter außer Kontrolle gerät. Inzwischen wird sie schon die „Kanzlerin Europas“ genannt. Kein leichter Job, denn als deutsche Kanzlerin könnte sie eine härtere Gangart gehen. Jetzt muss sie u.a. auch für Polen, Lettland und Estland sprechen, wo noch ganz andere Ängste vor dem russischen Nachbarn herrschen, die es zu berücksichtigen gilt.

Mehr über die Auswirkungen der Russland-Krise, vor allem im Bezug auf die Gasversorgung, erfahren Sie heute in einem interessanten Artikel des BÖRSEN-SPIEGEL unter der Rubrik „Presseschau“. Außerdem gibt es eine krisensichere Top-Empfehlung von Jürgen Schmitt und seinem Team aus dem Bereich der Dividenden-Aktien. Die Lektüre lohnt sich wie immer. Wenn Sie noch nicht Leser des BÖRSEN-SPIEGEL sind, können Sie hier mit einem Klick zu unserem Schnupperabonnement gelangen

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche, für die ich mir wiederum wünsche, dass die geschmacklose mediale Hetzjagd auf Uli Hoeneß, jetzt - wo er nun mal sein Urteil akzeptiert hat - beendet wird. Ich meine, es gäbe weitaus wichtigere Themen, denen man sich wieder zuwenden müsste.

Herzlichst

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Zum Abschluss noch etwas Erfreuliches aus Sotschi: Herzlichen Glückwunsch an unsere geballte deutsche Frauenpower bei den Paralympischen Winterspielen! Unsere jungen deutschen Sportlerinnen - allen voran Shooting-Star Anna Schaffelhuber – haben uns mit 9-mal Gold, 5-mal Silber und 1-mal Bronze auf Platz 2 des Medaillenspiegels vor Russland gehievt. Alle Achtung!



Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick

Nachfolgend alle wichtigen Termine dieser Woche im Überblick:

Montag, 17. März 2014

Konjunkturdaten:
08:00 Deutschland: Statistisches Bundesamt: Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe 01/14
08:00 Deutschland: Statistisches Bundesamt: Baugenehmigungen Jahr 2013
11:00 Deutschland: Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) Pk halbjährliche Aktienmarktprognose, Frankfurt
11:00 EU: Verbraucherpreise 02/14 (endgültig)
13:30 USA: Empire State Index 03/14
14:15 USA: Industrieproduktion 02/14
14:15 USA: Kapazitätsauslastung 02/14
15:00 USA: NAHB-Index 03/14

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Linde: Jahreszahlen (Pk 10:00) (07:30)
ProSiebenSat.1: Geschäftsbericht 2013

Europa:
Italien: Eni: Jahreszahlen
Schweden: H&M: Umsatz 02/14

Dienstag, 18. März 2014

Konjunkturdaten:
08:00 EU: Acea Kfz-Neuzulassungen 02/14
08:00 Deutschland: Statistisches Bundesamt: Großhandelspreise 02/14
11:00 EU: Handelsbilanz 01/14
11:00 Deutschland: ZEW Konjunkturerwartungen 03/14
13:30 USA: Verbraucherpreise 02/14
13:30 USA: Baubeginne- und genehmigungen 02/14

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Bechtle: Bilanz-Pk, Stuttgart (10:00)
Celesio: Jahreszahlen (07:00)
Dürr: Geschäftsbericht 2013
Porsche Holding: Bilanz-Pk, Stuttgart (14:00)
Wacker Chemie: Jahreszahlen (endgültig) (07:15)

USA:
Oracle: Q3-Zahlen

Schweiz:
Kuoni: Jahreszahlen (Pk 11:00) (07:00)
Swiss Re: Geschäftsbericht 2013

Mittwoch, 19. März 2014

Konjunkturdaten:
11:00 EU: Arbeitskosten Q4/13
11:30 Deutschland: Anleihen
13:30 USA: Leistungsbilanz Q4/13
15:30 USA: Energieministerium Ölbericht (Woche)
19:00 USA: Fed-Zinsentscheid und Ausblick (19:30 Pk mit Janet Yellen)

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Amadeus Fire: Jahreszahlen (endgültig)
BMW: Jahreszahlen (endgültig) (07:30)
HeidelbergCement: Jahreszahlen (Pk 10:00) (07:00)
Krones: Jahreszahlen
Mediclin: Bilanz-Pk
Rheinmetall: Bilanz-Pk, Düsseldorf (10:00)

USA:
FedEx: Q1-Zahlen

Europa:
Frankreich: Zodiac: Q2-Umsatz (17:40)
Schweiz: BB Biotech: Hauptversammlung (15:00)
Schweiz: Georg Fischer: Hauptversammlung (15:30)

Donnerstag, 20. März 2014

Konjunkturdaten:
08:00 Deutschland: Statistisches Bundesamt: Erzeugerpreise 02/14
13:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
15:00 USA: Frühindikator 02/14
15:00 USA: Verkauf bestehender Häuser 02/14
15:00 USA: Philly-Fed-Index 03/14
22:00 USA: Fed Ergebnis Banken-Stresstest Teil 1

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Adler: Jahreszahlen
Air Berlin: Jahreszahlen (07:00)
Bilfinger: Bilanz-Pk, Mannheim (11:00)
BMW: Analysten- und Investorenkonferenz 2014
Delticom: Jahreszahlen (07:00)
Deutsche Bank: Geschäftsbericht 2013
Deutz: Jahreszahlen (07:30)
Elmos Semiconductor: Bilanz-Pk
Fresenius: Geschäftsbericht 2013
Fuchs Petrolub: Jahreszahlen (Pk 10:00) (07:00)
Hornbach Holding: Trading Update 2013 (07:00)
Kion: Bilanz-Pk, Frankfurt (14:00)
Lanxess: Jahreszahlen (endgültig) (07:00)
Munich Re: Jahreszahlen endgültig (07:30)
Pfeiffer Vacuum: Jahreszahlen (07:30)
Schaeffler: Jahreszahlen

USA:
Nike: Q3-Zahlen

Europa:
Dänemark: Novo Nordisk: Hauptversammlung
Frankreich: Hermes: Jahreszahlen
Großbritannien: United Utilities: Pre-close Trading Update
Schweiz: Givaudan: Hauptversammlung, Genf (10:30)

Freitag, 21. März 2014

Konjunkturdaten:
10:00 EU: EZB Leistungsbilanz 01/14
16:00 EU: Verbrauchervertrauen 03/14 (vorab)

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Commerzbank: Geschäftsbericht 2013
Drillisch: Geschäftsbericht 2013
Koenig & Bauer: Jahreszahlen (07:30)
Villeroy & Boch: Hauptversammlung, Merzig

USA:
Tiffany & Co: Jahreszahlen

Hinweis:
Großer Verfallstag „Hexensabbat“ an den deutschen Börsen.
In Japan ist die Börse aufgrund des Feiertags geschlossen.



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