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Ausgabe vom 05. März 2014


  • Autohersteller bitten in den Salon
  • Zitat der Woche     


 

Autohersteller bitten in den Salon


von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

bei all den Wirren und Verunsicherungen, die die Krim-Krise mit sich gebracht hat, möchte ich Ihnen zur Abwechslung heute mal von den „schönen Dingen des Lebens berichten“. Doch kurz vorab, um das Weltgeschehen nicht ganz auszublenden:

Auswirkungen der Krim-Krise auf Börsen dauerhaft gering

Die Lage in der Ukraine hat sich bereits gestern entspannt. Über die Pressekonferenz eines selbstgerecht wirkenden Wladimir Putin mag man denken wie man will, es dürfte jedenfalls klar zu erkennen sein, dass er über ein Säbelrasseln hinaus nicht ernsthaft gehen wird. Seine Machtposition auf der Krim und damit sein Einfluss auf die Ukraine scheinen in seinem Sinne zunächst gefestigt, auch wenn er die westliche Welt und den Rest der Ukraine mit seinen Aussagen zu einer friedlichen Lösung nicht wirklich überzeugen konnte.

Angela Merkel und US-Präsident Obama bekräftigten in ihrem Telefonat gestern Abend, dass es Hilfe nur für eine geeinte Ukraine gebe, aus der sich die russischen Streitkräfte unverzüglich zurückziehen müssten. Dies betonte auch US-Außenminister Kerry bei seinem gestrigen Besuch in Kiew, wo er sichtlich die Menschen berührte. Er hatte immerhin 1 Mrd. Dollar Soforthilfe im Gepäck.

Wie mein Kollege Jürgen Schmitt Ihnen gestern im BÖRSEN-SPIEGEL bereits seine Markteinschätzung erläutert hat, sind sich die Analysten weitgehend einig, dass - nach einer kurzen Schrecksekunde zu Wochenbeginn - die Bewegungen in der Ukraine kaum einen größeren Einfluss auf das weitere Geschehen an den internationalen Börsen haben werden. Bleibt weiter zu hoffen, dass eine Einigung erzielt wird, damit die dringend benötigten Hilfsgelder bald fließen können. Wir werden sehen, ob das Treffen der EU-Außenminister mit ihren russischen Amtskollegen heute in Paris einen Schritt dorthin bringt.

84. Genfer Autosalon hat seine Pforten geöffnet

Aber, wie versprochen, wollen wir uns heute mal einem angenehmen Thema zuwenden. Gestern hat der Genfer Autosalon, eine der weltweit wichtigsten Automobil-Fachmessen, in Le Grand-Saconnex im Schweizer Kanton Genf seine Tore geöffnet. Offiziell ist die Automobil-Fachmesse für das breite Publikum vom 07. – 17. März geöffnet. Gestern konnte bereits das Fachpublikum die Neuheiten von insgesamt 260 Ausstellern bewundern, darunter 130 Welt- und Europapremieren. Ich will Ihnen einen kurzen Vorgeschmack geben.

Audi TT und VW T-Roc rocken den Salon

Am Vorabend der Messe lässt der Volkswagen-Konzern traditionell die automobilen Neuheiten seiner gesamten Markenfamilie über den Laufsteg rollen. Am Montagabend inszenierte Audi den neuen TT als größten Knaller des Messe-Auftritts: Audi-Boss Rupert Stadler kündigte die mittlerweile dritte TT-Generation als „moderne Inkarnation des ikonischen ersten Audi TT“ an. Das neue Audi-Coupé fährt als TTS mit 310-Benzin-PS vor. Für den „normalen“ TT stehen ein 230-PS-Benziner und ein 184-PS-Turbodiesel zur Wahl. Außen seinen Linien treu geblieben, ist es vor allem sein Cockpit mit den volldigitalen Instrumenten, das die Besucher begeistert und am Audi-Stand Schlange stehen lässt.

Die Kernmarke Volkswagen präsentiert in Genf ihre Studie T-Roc – und kombiniert kompakte Abmessungen mit dem wuchtigen Auftritt eines großen SUVs im Golf-Format. Der T-Roc steht auf einem modularen Querbaukasten, der die Dimensionen tendenziell vorgibt. Besonderes Highlight ist sein herausnehmbares Dach - die beiden Hälften lassen sich im Kofferraum verstauen. Auch der VW-SUV T-Roc weiß beim Messepublikum zu punkten. So kündigte VW beim Konzernabend an, den nicht einmal 4,20 Meter langen SUV in Serie bauen zu wollen - wenn er denn beim Publikum gut ankommt.

Für die „wahren Autofans“…

Ich muss schon zugeben, dass mich der Anblick des unglaublich futuristisch anmutenden „Venevo“ der VW-Tochter Lamborghini in den Bann zieht. Aber leider nur in den Bann – er ist für satte 3 Mio. Euro zu haben… Wobei die diesjährige Neuheit aus Sant Agatha Bolognese, der Lamborghini Huracan, auch nicht zu verachten ist. Mit einigen technischen Neuerungen ausgerüstet muss sich das Edel-Geschoss mit den immerhin respektablen 14.000 verkauften Einheiten des Basis-Modells und Vorgängers Gallardo messen lassen. So viel aus dem Hause Volkswagen, das laut Angaben des Aktionärsbriefs das vergangene Jahr mit einem Rekordergebnis abschließen konnte. Mittel- und langfristig, so sind sich die Experten einig, bleibe VW auf Kurs. 

Auch die „Kleineren“ haben was zu bieten

So warten Citroën, Peugeot und Toyota mit ihren neuen Kleinwagen-Kreationen auf. Reges Interesse erfährt das neue Dreiergespann der Kleinwagen Citroen C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo. Sie teilen sich eine Plattform und rücken nun gemeinsam in der neuen Generation an. Konkurrent Renault hat mit dem Twingo aber auch schon ein heißes Eisen im Feuer. Der Kleinwagen kommt ausschließlich als Viertürer daher, wobei die hinteren Portale mit ihren versteckten Türgriffen von den Designern geschickt kaschiert wurden.

Hoch im Kurs - Edle Geländewagen „stadtfein“

Eindeutig vorn liegen auch dieses Jahr die sogenannten SUVs. Der aus dem Englischen übernommene Begriff „Sport Utility Vehicle“ (zu Deutsch: Sport- und Nutzfahrzeug), also eine Art „Geländelimousine“ bezeichnet einen PKW mit dem Fahrkomfort einer Limousine, allerdings mit erhöhter Geländegängigkeit. So ist die Karosserie an das Erscheinungsbild von Geländewagen angelehnt. Jedoch geht der Drive bereits in den letzten Jahren in Richtung eines edlen Erscheinungsbild dieses – längst nicht mehr nur als Familienkutsche genutzten - Autos. Diesen Trend verfolgen alle namhaften Hersteller.

Laut jüngsten Umfragen fühlen sich die Autofahrer durch die Masse, die erhöhte Sicht und Lage darin sicherer als in einer herkömmlichen Limousine. Auto-Experten haben für dieses Gefühl allerdings bislang keine wissenschaftlichen Belege. Aber, der Kunde ist König… Auch wenn die SUVs durchschnittlich 25% mehr CO2 ausstoßen und im Spritverbrauch in der Regel recht hoch sind. Mit Hybrid- oder Elektroantrieb wäre dieses Problem zu lösen. Aber der Verbraucher beißt – vor allem ob des hohen Anschaffungspreises und der noch nicht ausgereiften Technik – nicht recht an. Umweltbewusstsein hin oder her. So werden die Hersteller sich weiter auf das konzentrieren, was nachgefragt wird.

Weiter mit Gas und Spaß

Und die Nachfrage wird es weiter geben. Da brauchen sich VW, Daimler, BMW und Co. wohl kaum Sorgen zu machen. Selbst wenn in Europa und den USA die Absatzzahlen letztes Jahr nicht ganz so hoch waren. Wachstumstreiber bleibt immerhin noch China: So bekräftigte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer am Rande der Messe: „Der Welt-Pkw-Markt wächst im Jahr 2014 um 5% auf 74,2 Mio. Fahrzeuge. Größter Wachstumstreiber ist China mit einem Zuwachs von 11% oder 1,74 Mio. Neuwagen. Mit einem Anteil von knapp 50% am weltweiten Wachstum ist China im Jahr 2014 die Lokomotive der Autoindustrie.“

Jedenfalls ist ein deutliches Signal des diesjährigen Salons die erkennbare Erholung des Automarktes weltweit. Das reicht über die gesamte Palette, von verbrauchsarmen Kleinwagen für den Normalbürger bis hin zu spritzigen Luxus-Karossen für die gehobene Liga. Sicher interessant: Der Trend zum vollautomatisierten Fahrzeug. Mir persönlich würde dabei allerdings zu sehr der Fahrspaß abhanden kommen.

Wie schon erwähnt, beim Anblick so mancher Karosse könnte ich auch dahinschmelzen – und damit auch mein Umweltbewusstsein… Ich gebe ehrlich zu, dass ich gern Auto fahre und auch viel Strecke zurücklege, oft auch mal flott. Dass man dabei nicht immer an den Sprit und die Umwelt denkt, wenn die Bahn gerade mal frei ist, … ist sicher nicht gut, aber vielleicht menschlich? Ich weiß eben, dass ich mich da in „bester Gesellschaft“ befinde. Aber ein Gutes hat es ja: Unsere Autoindustrie wird so schnell nicht in die Knie gehen, wenn es noch Leute gibt, die einfach gern fahren.

Ich hoffe, ich habe Sie ein wenig neugierig auf die Genfer Auto-Messe machen können. Viele andere Hersteller warten natürlich mit ihren Neuheiten auf. Vielleicht lohnt sich ja ein Trip in die Schweiz, um sich selbst einmal verzaubern zu lassen. Wie immer freue ich mich auf Ihre Meinung, ob rund ums Autofahren oder immer wieder zur Krim-Krise unter Martina.Bisdorf@boersenspiegel.com.

Es grüßt Sie herzlich und kritisch – diesmal vielleicht ein wenig „leichtsinnig“ – zur Wochenmitte

Ihre

Martina Bisdorf


PS: Alles andere als „leichtsinnig“ möchte ich Sie heute noch einmal auf unser BÖRSEN-SPIEGEL-Jubiläumsangebot anlässlich unseres 15-jährigen Bestehens aufmerksam machen: Nutzen Sie die Gelegenheit bis einschließlich Sonntag, das 100%-DEPOT (inkl. Millionen-Projekt) meines geschätzten Kollegen Dieter Wendt für 3 Monate zum Preis von 79 Euro anstatt regulär 199 Euro zu bestellen. Ich verspreche Ihnen, es lohnt sich.



Zitat der Woche:

„Auf dem Autosalon in Genf setzen viele Hersteller auf PS statt CO2-Reduktion. Ein Feigenblättchen für die Umwelt ist trotzdem oft dabei: Sogar fette Boliden wie der neue Ferrari haben einen Hybridmotor.“

Aus dem SPIEGEL-ONLINE-FORUM vom 05.03.2014



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