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Ausgabe vom 24. Februar 2014


  • What´s up WhatsApp?
  • Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick     


 


What´s up WhatsApp?

von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

letzte Woche habe ich Ihnen anlässlich des 10. Geburtstags von Facebook und seines Höhenflugs ausführlich über den Internet-Riesen berichtet. Jetzt hat Mark Zuckerberg noch eins draufgesetzt: Wie meine Kollegin Kathrin Dörfeld Ihnen bereits im Daily Post am Donnerstag berichtete, hat sich der Riese zum Giganten des Online-Imperiums gekrönt: Facebook hat sich den Kauf des Kurznachrichten-Dienstes WhatsApp 19 Mrd. Dollar kosten lassen! Laut der Süddeutschen Zeitung gab es seit Jahren keine größere Nachricht in der Technikindustrie. Noch niemals habe ein Start-up-Unternehmen für so viel Geld den Besitzer gewechselt, sagen Analysten.

Ironie des Schicksals

„Kaum verkauft, schon kaputt“, unkten gestern die ersten User, nachdem WhatsApp am Samstagabend für mehrere Stunden mit Verbindungsproblemen zu kämpfen hatte. Die Technik schwächelte und so konnten keine Nachrichten und vor allem keine Bilder und Videos verschickt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Etliche Nutzer haben angeblich daraufhin schon den Messenger gewechselt.

Showdown um Aufmerksamkeit

Facebook wird ja – nicht ganz zu Unrecht - nachgesagt, es verdiene sein Geld mit dem Schaulaufen um Aufmerksamkeit - WhatsApp dagegen funktioniert anders. „No ads! No games! No gimmicks!“, lautet das Credo des eher nüchtern wirkenden Jan Koum, dem Erfinder der Kommunikationssoftware. Auf gut Deutsch: „Keine Werbung, keine Spiele, keine ablenkenden Zusätze.“ Angeblich hat er diese Sätze an seinen Schreibtisch gepinnt, um sich jeden Tag daran zu erinnern. Diese Standhaftigkeit zahlte sich nun aus.

Denn einige Experten sehen genau darin den Grund, warum Mark Zuckerberg so großes Interesse an der recht einfachen Idee hat. Er ergänze damit seinen Internet-Dienst Facebook auf hervorragende Weise. WhatsApp hat immerhin innerhalb von fünf Jahren eine Kommunikationsmaschinerie aufgebaut, die auf wundersame Weise von gerade einmal 31 Software-Ingenieuren am Laufen gehalten wird. Das 50-Mitarbeiter-starke Jungunternehmen mit inzwischen mehr als 450 Mio. Nutzern hat einen echten Triumphzug hinter sich.


Datenschutz-Sorgen

Nun befürchten die User allerdings, dass die „Datenkrake“ Facebook mit dem Kauf der SMS-Alternative WhatsApp, die sich in allen Altersschichten weltweit hervorragend etabliert hat, noch mehr Zugriff auf ihre persönlichen Daten hat. Das liegt auf der Hand. Laut Branchenkennern ist das wohl der zweite Grund für die Übernahme. Natürlich hat Facebook nun noch größeren und de facto fast alleinigen Zugriff auf eine gigantische Menge an sehr persönlichen Nutzer-Daten.

Schließlich sind nun auch jene dabei, denen Facebook aufgrund des Offenlegens der Privatsphäre suspekt ist. WhatsApp dagegen gilt bei den meisten Nutzern eher als harmlose Alternative zur herkömmlichen SMS. Es kostet halt nichts und ist absolut unkompliziert, um schnell wichtige Kurznachrichten auszutauschen. Sie erinnern sich vielleicht: Ich selbst bin nicht bei Facebook. Aber zu WhatsApp konnten mich meine Kinder mit Erhalt meines Smartphones sofort überreden. Das fühlt sich irgendwie überschaubarer an.

Ich denke, da bin ich in bester Gesellschaft. Am Wochenende hatte ich Besuch von meiner kleinen Nichte (8 Jahre), für die diese Art der Kommunikation bereits normal ist. „Ich will mal kurz der Mama im WhatsApp schreiben, dass ich gut angekommen bin und ein Bild von uns schicken.“ Gut, dass ich das habe… und selbstverständlich musste ich ihr nicht erklären, wie es funktioniert.


Müssen wir uns künftig auf Monopol-Situationen einstellen?

Die Frage nach der Monopol-Situation stellt sich aber bei Weitem nicht erst jetzt, obwohl diese Übernahme im Ausmaß die bislang größte ist. In der Vergangenheit hat es schon etliche Übernahmen auf dem Technik-Sektor gegeben. So schluckte Google 2011 Motorola für 12,5 Mrd. Dollar und kürzlich den von ehemaligen Apple-Mitarbeitern gegründeten Smart-Home-Spezialisten Nest für 3,2 Mrd. Dollar.

Microsoft verleibte sich 2011 für 8,5 Mrd. Dollar Skype ein und 2013 die Handy-Sparte von Nokia für 7,2 Mrd. Dollar, um nur die jüngsten Beispiele zu nennen. Dass derartige Fusionen nicht verbraucherfreundlich sind, können wir uns unschwer vorstellen. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und sorgt dafür, dass die Preise auf dem Teppich bleiben. Schon allein deswegen meldeten sich bereits Verbraucherschutzverbände zu Wort, mit der Befürchtung, dass wir als Nutzer bald den wenigen Monopolisten ausgeliefert sein würden. 


Wirtschaftlich nützliche Kooperationen sinnvoll

In unserem BÖRSEN-SPIEGEL-Wochenupdate geht es heute zwar nicht um eine direkte Übernahme. Dennoch aber um einen gewaltigen Wachstumsschub durch eine interessante Kooperation, die der heutigen Top-Empfehlung von Jürgen Schmitt und seinem Redaktionsteam Flügel verleiht.

Näheres dazu sowie zu anderen Aktien und relevanten Marktneuigkeiten erfahren Sie dann heute Nachmittag in Ihrer BÖRSEN-SPIEGEL-Ausgabe. Falls Sie noch kein BÖRSEN-SPIEGEL-Leser sind, empfehle ich Ihnen wärmstens das BÖRSEN-SPIEGEL-Schnupperabonnement, zu dem Sie sich ganz bequem mit einem Klick anmelden können.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in eine frühlingshafte Woche.

Herzlichst

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Heute stehen in der Ukraine die Wahl des Ministerpräsidenten sowie der Besuch der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton an. Näheres dazu sowie zum drohenden Staatsbankrott erfahren Sie von mir im BÖRSEN-SPIEGELdaily am Mittwoch.


Ihre BÖRSEN-SPIEGEL-Woche im Überblick

Nachfolgend alle wichtigen Termine dieser Woche im Überblick:

Montag, 24. Februar 2014

Unternehmensdaten:

Deutschland:
H&R: Jahreszahlen

Niederlande:
PostNL: Jahreszahlen

Dienstag, 25. Februar 2014

Konjunkturdaten:
08:00 Deutschland: Statistisches Bundesamt: BIP Q4/13 (endgültig)
08:00 Deutschland: Statistisches Bundesamt: Maastricht-Defizitquote Jahr 2013
15:00 USA: Case-Shiller-Index 12/13
16:00 USA: Verbrauchervertrauen 02/14

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Aixtron: Jahreszahlen (07:30)
BASF: Jahreszahlen (07:00)
Dürr: Jahreszahlen (07:30)

FMC: Jahreszahlen (07:00)
Fresenius: Jahreszahlen (07:00)
KWS Saat: Jahreszahlen
Xing: Jahreszahlen

USA:
First Solar: Q4-Zahlen
Home Depot: Q4-Zahlen
T-Mobile US: Q4-Zahlen

Europa:
Frankreich: Vivendi: Jahreszahlen (07:30)
Österreich: Flughafen Wien: Jahreszahlen
Spanien: Ferrovial: Jahreszahlen

Mittwoch, 26. Februar 2014

Konjunkturdaten:
08:00 EU: Acea Nfz-Neuzulassungen 01/14
08:10 Deutschland: Gfk-Konsumklima 03/14
11:30 Deutschland: Anleihe
16:00 USA: Verkäufe neuer Häuser 01/14
16:30 USA: Energieministerium Ölbericht (Woche)
18:00 Frankreich: Arbeitslosenzahlen 01/14

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Aurubis: Hauptversammlung, Hamburg (10:00)
DAB Bank: Jahreszahlen (07:30)
Gerry Weber: Jahreszahlen (endgültig) (07:30)
Telefonica Deutschland: Jahreszahlen (Call 12:00) (07:30)

USA:
Abercrombie & Fitch: Q4-Zahlen

Europa:
Frankreich: Airbus Group: Jahreszahlen (Pk 8:30) (07:00)
Frankreich: Bouygues: Jahreszahlen (Pk 9:00) (07:30)
Niederlande: DSM: Jahreszahlen (07:15)
Österreich: Telekom Austria: Jahreszahlen (07:00)
Schweiz: Holcim: Jahreszahlen (07:00)
Schweiz: Swiss Life: Jahreszahlen (07:00)
Schweiz: Transocean: Q4-Zahlen (22:00)

Donnerstag, 27. Februar 2014

Konjunkturdaten:
08:00 Deutschland: Statistisches Bundesamt: Außenhandelspreise 01/14
09:00 Deutschland: Verbraucherpreise 02/14 Sachsen
09:55 Deutschland: Arbeitslosenzahlen 02/14
10:00 Deutschland: Verbraucherpreise 02/14 Brandenburg
10:00 Deutschland: Verbraucherpreise 02/14 Hessen
10:00 Deutschland: Verbraucherpreise 02/14 Bayern
10:00 Deutschland: EZB Geldmenge M3 02/14
11:00 EU: Wirtschaftsvertrauen 02/14
11:00 EU: Industrievertrauen 02/14
11:00 EU: Verbrauchervertrauen 02/14 (endgültig)
11:00 EU: Konjunkturklima-Indikator 02/14
14:00 Deutschland: Verbraucherpreise 02/14 (vorläufig)
14:30 USA: Auftragseingang langlebiger Güter 01/14
14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Allianz: Jahreszahlen (Pk 10:00) (07:00)
Fielmann: Jahreszahlen (08:00)
Hochtief: Jahreszahlen (07:00)
MLP: Jahreszahlen
Osram Licht: Hauptversammlung, München (10:00)
ProSiebenSat.1: Bilanz-Pk, Unterföhring (11:30)
ProSiebenSat.1: Jahreszahlen (08:00)

USA:
Best Buy: Q4-Zahlen
Mylan: Jahreszahlen

Europa:
Dänemark: A.P. Moller-Maersk: Jahreszahlen
Dänemark: Lego: Jahreszahlen
Frankreich: Orange: voraussichtlich Jahreszahlen
Frankreich: Veolia Environnement: Jahreszahlen (07:45)
Großbritannien: British American Tobacco: Jahreszahlen (08:00)
Großbritannien: Man Group: Jahreszahlen (08:00)
Großbritannien: Royal Bank of Scotland: Jahreszahlen (08:00)
Italien: Fiat: Jahreszahlen (endgültig)
Niederlande: Ahold: Jahreszahlen (06:45)
Spanien: Telefonica: Jahreszahlen (07:30)

Freitag, 28. Februar 2014

Konjunkturdaten:
08:00 Deutschland: Statistisches Bundesamt: Einzelhandelsumsatz 01/14
11:00 EU: Arbeitslosenzahlen 01/14
11:00 EU: Verbraucherpreise 02/14
14:30 USA: BIP Q4/13 (2. Veröffentlichung)
15:45 USA: Chicago Einkaufsmanagerindex 02/14
15:55 USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 02/14
16:00 USA: Schwebende Hausverkäufe 01/14

Unternehmensdaten:

Deutschland:
Alstria: Jahreszahlen (07:30)
Bayer: Jahreszahlen (07:30)
Deutsche Annington: Jahreszahlen (07:00)
Freenet: vorläufige Jahreszahlen
Fuchs Petrolub: Jahreszahlen (07:00)
MorphoSys: Jahreszahlen (07:00)
Salzgitter: Jahreszahlen (07:30)
Schuler: Jahreszahlen
Sky Deutschland: Geschäftsbericht 2013

USA:
Apple: Hauptversammlung, Cupertino (18:00)

Europa:
Großbritannien: Royal Bank of Scotland: Jahreszahlen (08:00)
Großtbitannien: International Airlines Group (IAG): Jahreszahlen (08:00)
Italien: Piaggio: Jahreszahlen
Österreich: Andritz: Jahreszahlen (07:30)
Österreich: Erste Group: Jahreszahlen (07:30)
Schweiz: Raiffeisen: Jahreszahlen (06:00)



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