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Ausgabe vom 19. Februar 2014


  • Wenn die Zeit drängt…
    hilft das richtige Zeitmanagement

  • Zitat der Woche     


 


Wenn die Zeit drängt…
hilft das richtige Zeitmanagement

von Martina Bisdorf
Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL        FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich habe jedenfalls manchmal das Gefühl, die Zeit läuft mir davon. Es ist noch dieses und jenes zu tun, E-Mails beantworten, Themen recherchieren, gedanklich das Abendessen für die Familie vorbereiten etc. Der Kopf ist voll von Gedanken, Ideen und Vorausplanungen. Man weiß manchmal im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr, wo einem dieser steht. Das Karussell dreht sich unentwegt.

In der Ruhe liegt die Kraft

Mein persönliches Rezept, wenn es richtig eng wird und ich glaube, jetzt geht gar nichts mehr: Ich gehe mir erst mal einen Tee kochen. Schon dabei atme ich durch, halte einen kurzen Plausch mit meinen Kollegen und trinke dann ganz entspannt mein Gebräu. Dabei sortieren sich meine Gedanken oft schon von selbst und es sieht alles nicht mehr ganz so schlimm aus. Dann fange ich an, Prioritäten zu setzen und mir meine Zeit einzuteilen.

Kleine Auszeiten verändern den Blickwinkel

Dazu gehört sicherlich ebenso der „Mut zur Lücke“ wie das Loslassen jener Angelegenheiten, die vielleicht gar nicht oder noch nicht dran sind. Das Ganze funktioniert übrigens auch gut bei einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Wenn der Kopf erst einmal frei ist, merke ich oft, dass ein Großteil meines Stresses hausgemacht war. Es ist alles eine Frage der Betrachtung. Und da schafft der Abstand durchaus eine veränderte Haltung. Doch das ist manchmal leichter gesagt als getan und man hat in unserer überdigitalisierten, schnelllebigen Arbeitswelt oft kaum Freiräume.

Extreme sind inzwischen die Regel

Ob die alleinerziehende Mutter mit Teilzeitjob oder der Familienvater mit einer 60-Stunden-Woche - die Zahl derer steigt, die sich überfordert fühlen von dem Versuch, ihr Leben mit all seinen Facetten im Griff zu behalten. Ob der Unternehmer mit der Verantwortung für Hunderte Mitarbeiter und das erfolgreiche Fortführen einer traditionsreichen Firmenhistorie - immer mit der Angst vor zunehmend globaler Konkurrenz und sinkenden Margen im Nacken. Ob Top-Manager, Abteilungsleiter oder einfache Angestellte: Die Hilferufe kommen aus allen Hierarchieebenen und verschiedensten Branchen.

Im Hamsterrad gefangen

Bernhard Badura, Gesundheitsforscher an der Universität Bielefeld, macht bei vielen Unternehmen „eine Kultur der Sorglosigkeit“ aus, wenn es um die Arbeitsüberforderung von deren Mitarbeitern geht. In den vergangenen 20 Jahren sei die Zahl der psychischen Erkrankungen um 120% gestiegen und damit auch die dadurch verursachten Fehlzeiten im Schnitt auf 22,5 Tage, wie die AOK in ihrem Fehlzeiten-Report 2012 festgestellt hat.

Laut einer Studie der Bundespsychotherapeutenkammer sind psychische Erkrankungen bei fast jedem zweiten Frührentner der Grund für sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf. Gleichzeitig, so schätzen Arbeitspsychologen, leben in Deutschland rund 400.000 Menschen mit einer krankhaften Arbeitssucht - diese Menschen gönnen sich jenseits der Arbeit nur minimale Pausen fürs Schlafen, Waschen, Essen.

Das raten Psychologen

Wie können wir dieser ungesunden Entwicklung entgegenwirken? Wie können wir uns Freiräume schaffen und den Anspruch an uns selbst herunterschrauben? In dem Finanzjournal WirtschaftsWoche bin ich auf nützliche Experten-Tipps gestoßen, von denen ich die wichtigsten für Sie zusammengefasst habe:

Aufgaben identifizieren:
Auch wenn die Erkenntnis schmerzt: Nicht alle Aufgaben sind unabdingbar und ausschließlich von Ihnen selbst zu erledigen. Stellen Sie sich die Frage: Was ist übertragbar und was muss ich wirklich selbst bearbeiten?

Aufgaben eliminieren:
Denken Sie über Maßnahmen nach, die Sie entlasten können, auch im privaten Bereich. Manchmal ist ein Entspannungsurlaub im nahen Allgäu wirkungsvoller als ein dreiwöchiger Stresstrip nach Asien mit großem organisatorischem Vorlauf.

Nein sagen:
Oftmals ist Ihr Gegenüber weniger enttäuscht, als Sie befürchten.

Pausen zulassen:
Tragen Sie sich Ihre Ruhepausen genauso in den Kalender ein wie wichtige Geschäftstermine.

Technik abschalten:
Schalten Sie nach Feierabend E-Mail-Aktualisierung und Dienst-Handy aus und benennen Sie Ansprechpartner für dringende Fälle.

Frequenz reduzieren:
Arbeiten Sie Ihre E-Mail-Korrespondenz möglichst nachmittags am Stück ab und nutzen Sie die produktive Zeit des Vormittags für Konzentrationsarbeit, ebenfalls am Stück. Das steigert die Effizienz Ihrer Arbeit.

Leistung wertschätzen:
Führen Sie sich nach einem Arbeitstag kurz vor Augen, was Sie alles geleistet haben. Dabei kann das Abhaken einer To-do-Liste nützlich sein.

Ich hoffe, damit konnte ich Ihnen heute einfach einmal etwas Gutes tun und vielleicht sogar ein wenig Zeit schenken. Ob Sie die Anregungen nun für Ihr persönliches Zeitmanagement oder auch für den verantwortungsvollen Umgang mit Ihren Mitarbeitern verwerten wollen.

Es gibt viel zu tun, packen wir´s (effizient) an

An dieser Stelle kann ich mir einen kleinen Seitenhieb auf unsere Koalitions-Regierung nicht ganz verkneifen. Ich denke, hier wäre ein effizientes (Zeit-)Management möglich, indem man sich allmählich wieder auf Sachthemen konzentriert und sich nicht ausschließlich mit gegenseitigen Rücktrittsforderungen beschäftigt. Und es gibt wahrlich genug Themen, die dringend abgearbeitet werden müssten, wie beispielsweise die verborgene Logik der Energiewende oder der Breitbandausbau für schnelles Internet, der in Deutschland noch komplett im Argen liegt.

Aus aktuellem Anlass

Aufgrund der aktuellen Eskalation komme ich heute leider nicht umhin, mir kurz Zeit zu nehmen für die tragische Situation in der Ukraine. Sie haben es gehört, der Majdan steht in Flammen. Gestern kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungs-truppen“ (- ja, man muss von bürgerkriegsähnlichen Zuständen sprechen) und Demonstranten. Ebenso erschreckende wie traurige Bilanz: mindestens 25 Tote und 240 Verletzte.

Die in den frühen Morgenstunden geführten Gespräche zwischen Oppositionsführer Klitschko und Regierungspräsident Janukowytsch blieben leider ergebnislos. Wiktor Janukowytsch hatte zwar in der Vergangenheit versucht, sein Entgegenkommen mit der Amnestie von Oppositionshäftlingen zu demonstrieren. Dem Kern der Forderungen, nämlich den Weg für Neuwahlen freizumachen, widersetzt er sich allerdings beharrlich.

Aufgrund der erschütternden Ereignisse haben sich nun sämtliche Außenminister- und beauftragte der „westlichen“ Welt beeilt, Janukowytsch zum Einlenken zu drängen. Wie Bundesaußenminister Steinmeier gestern Abend abermals bekräftigte, notfalls auch mit Sanktionen. Ich frage mich: Hat man hier nicht schon zu viel „Zeit verstreichen lassen“? Meiner Ansicht nach hätten sowohl die EU als auch die USA schon bedeutend früher massiv einschreiten müssen, um Schlimmeres zu verhindern. So ist das mit der Diplomatie: Manchmal hilft eben doch nur Farbe bekennen.

Es grüßt Sie herzlich und kritisch – heute vor allem wohlwollend! - zur Wochenmitte

Ihre
Martina Bisdorf

PS: Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem persönlichen Zeitmanagement gemacht? Wie immer freue ich mich auf Ihre Zuschriften unter Martina.Bisdorf@boersenspiegel.com.


Zitat der Woche:

„Zeit ist völlig unersetzlich.“

(Peter F. Drucker, amerikanischer Managementlehrer, -berater u. –publizist)



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